Aktuelles


Mein ganz persönlicher Blog

In meinem Blog halte ich Sie über aktuelle Geschehnisse auf dem Laufendem.

Zu Besuch bei St. Gobain

Industriestandort StädteRegion Aachen im Wandel - heute zu Gast bei Saint-Gobain Sekurit in Herzogenrath. Ein wichtiger Austausch mit den Unternehmen und den Hochschulen unserer Region.


Ankündigung: Bürgerdialog in Baesweiler

Ich möchte mit Euch ins Gespräch kommen. Hierzu wird in jeder Stadt der Städteregion ein Bürgerdialog (in Aachen mehrere) stattfinden, bei dem IHR gefragt seid. Ideen, Wünsche, Anregungen und Kritik. Was liegt Euch am Herzen? Los geht’s am Mittwoch in Baesweiler!


Beim soldiaritätslauf rund um das Aachener Rathaus

Der Solidaritätslauf für Menschen ohne Arbeit startet gleich rund um Rathaus und Dom! Team Tim ist am Start...💪


Kartoffelfest in Venwegen

Zum Abschluss des Tages in Venwegen beim Kartoffelfest der Alten Schule. Ebenfalls konnten wir dort das Richtfest des neuen Pavillon feiern, in den die Stadt 350.000 Euro investiert!


Hochzeitsmesse und Weinfest in Stolberg

Vom Solidaritätslauf in Aachen weiter zur 2. Stolberger Hochzeitsmesse im Museum Zinkhütter Hof und von dort aus noch ein kurzer Abstecher zum Weinfest auf dem Kaiserplatz. Unterwegs in der Städteregion...😊☀️


Unterwegs mit dem Wahlkampfbus

Papa, Du bist gerade auf einem Bus an uns vorbeigefahren...😂😊 Der Wahlkampfbus ist da und wir sind auch heute in der Städteregion unterwegs!


Zu Besuch in Silberdorf und Kalterherberg

Am vergangenen Sonntag als Silberdorf beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet (Platz 6 von 44 in NRW, Platz 1 im Rheinland) wurde heute die Kirmesbaumaufstellung in Kalterherberg gefeiert. Tolle Gemeinschaft und starker Zusammenhalt! Das macht unsere Städteregion aus.


Vorstellung des Euregio Railportes

Autobahnanschluss für Stolberg und Euregio Railport auf den Weg gebracht! Ein wichtiger Tag für Stolberg und die ganze Region. Bei der Vorstellung des Euregio Railport hat heute Verkehrsminister Hendrik Wüst verkündet, dass die Planungen für den 3. Bauabschnitt der L238n wieder aufgenommen werden. Vor sieben Jahren hatte die damalige rot- grüne Landesregierung das Projekt gestoppt. Durch diese wichtige Entscheidung kann nun der Euregio Railport Wirklichkeit werden. Ebenfalls erhält Stolberg hierdurch einen direkten Zubringer zur Autobahn A4 und in Eschweiler wird der Bereich Pumpe/Stich erheblich entlastet. Die harte Arbeit an diesem Projekt hat sich gelohnt. Vielen Dank an alle, die uns auf diesem Weg unterstützen!


Vorstellung des Wahlkampfteams

Was für ein Team...😊😊💪💪 Heute haben wir das Team Tim und die Kampagne für die nächsten Wochen vorgestellt! Auf geht’s!!!


Ehrenplakette der IHK Aachen

Zu Gast bei der Verleihung der Ehrenplakette in Gold der IHK Aachen an Prof. Günther Schuh. Eine kurzweilige Veranstaltung mit einem würdigen Preisträger, der ein echtes Aushängeschild für unsere Region ist. Herzlichen Glückwunsch!


Tausende Besucher feiern Geburtstag

Die Stadtparty zum 900-jährigen Bestehen Stolbergs zieht die Massen an. Buntes Programm an drei Tagen.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

An diese Stadtparty werden auswärtige Besucher sowie die Stolberger sich wohl noch lange erinnern. Gründe dafür gibt es viele: Das Programm war hochkarätig, die Partymeile dicht, und sowohl das große Konzert-Highlight mit „Querbeat“, „Lupo“ und den „Domstürmern“ als auch der verkaufsoffene Sonntag mit vielen Attraktionen lockten tausende Besucher in Altstadt und City.

 

Es mangelte wahrlich nicht an Höhepunkten, aber auch eine ganze Menge liebenswerter Details hatten ihren Anteil an dem überzeugenden Gesamteindruck der Stadtparty.

 

Passend zum 900-jährigen Bestehen Stolbergs war die Altstadt in den Händen der Veytaler Ritterschaft, die mit allerlei Shows und Mitmachaktionen an die Zeiten der Herren von Stalburg erinnerten, denen die Kupferstadt ihren Namen verdankt. Ein Clou der Ritterschaft war der liebevoll gestaltete Turnierplatz für Kinder auf dem unteren Burghof, wo die Kleinen sich wie echte große Ritter ins Zeug legen konnten. Mit Zelten und Tavernen sowie mittelalterlichem Handwerk führte die Veytaler Ritterschaft die Besucher zurück in die Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Stolbergs.

 

An der Altstadtgrenze hat sich der Offermannplatz einmal mehr als malerischer Schauplatz für Veranstaltungen bewährt. Zumal dort die City Starlights mit ihren Kupferstädter Märchenträumen Kinder und Erwachsene verzauberten und das Programm „Kunst gegen Bares“ Comedy, Musik, Kabarett und Kleinkunst vom Feinsten bot. Auf dem Willy-Brandt-Platz richtete derweil die Energie- und Wasser-Versorgung GmbH nicht nur den EWV-Energiespartag aus, sondern hatte in Kooperation mit dem Stadtsportverband und dem SV Breinig zudem erstmals das Menschenkicker-Turnier „EWV-Stadtparty-Cup“ auf die Beine gestellt.

 

Der Weg von der Altstadt zum Kaiserplatz führt an verkaufsoffenen Sonntagen meist durch den Steinweg, der wegen vieler kaum noch zeitgemäßer und daher leerstehender Ladenlokale normalerweise eher wenig attraktiv ist. Nicht so aber bei der Stadtparty, denn dank einer Kunsthandwerkmeile und vor allem des Engagements von zahlreichen Stolberger Vereinen eignete sich der Steinweg diesmal vortrefflich zum Flanieren. Und zum Pausieren, um die Vorführungen der Sportvereine zu bestaunen, Brauchtumsvereine kennenzulernen, Schach zu spielen oder sich beim Imkerverein zu informieren.

 

Oder um sich mit „dem Nötigsten“ einzudecken, was im „Breiniger Büdchen“ möglich war: Die Sündenböcke hatten einen Kiosk gebastelt und Getränke, Süßigkeiten, Drogerieartikel, sogar selbst gestrickte Wollsocken und mehr Artikel im Angebot. „Der Erlös kommt dem Verein Bunter Kreis Aachen, der schwerkranke Kinder und ihre Familien unterstützt, zugute“, erklärte Ober-Sündenbock André Hennecken.

 

Auf dem Kaiserplatz wurden an allen drei Tagen der Stadtparty abwechslungsreiche Programmpunkte dargeboten. Dazu zählten mehrere Vereinspräsentationen, das „Best of Schüler-Theater-Festival“ der Kinder der Hermannschule und Konzerte von „Jo Schulte and Friends“, der Ritzefeld-Gymnasium-Big-Band „Crack Field Stompers“ und der „BAP“-Tributband „MAM“ sowie eine große Fashion- und Beauty-Show, bei der lokale Anbieter Trends für die ganze Familie auf den Laufsteg brachten.

 

Größter Publikumsmagnet war zweifelsfrei der Samstagabend unter dem Motto „Mer fiere Jebootsdag“, als tausende Besucher auf dem Kaiserplatz mitfeierten. „DJ Fosco“ heizte die Stimmung an, die Showtanzgruppe „Firebirds“ begeisterte das Publikum, und die Bands „Lupo“, „Querbeat“ und „Dom- stürmer“ sorgten mit ihrer Livemusik für beste Stimmung. Und mit ihren Bühnenshows inklusive sehenswerter technischer Elemente wie Licht-Show, Nebel, Konfettikanonen und Feuerfontänen. Spektakulär ging es auch abseits des Kaiserplatzes zu, denn die Stadtparty erstreckte sich bis zur Mühle. Etwa mit einer Bühne an der Rathausstraße, Vorführungen der Trial-Fahrer der Motorsport-Interessengemeinschaft Gressenich oder des Technischen Hilfswerks sowie dem Schaufahren von Schiffsmodellen auf dem Bastinsweiher. Die Automeile, Präsentationen von Feuerwehr, Jugendbus und Bundeswehr, Kirmesbuden und Fahrgeschäften bis zur Salmstraße, Aktionen des Familienbüros und des Einzelhandels sowie ein Bücherflohmarkt in der Stadtbücherei komplettierten das Portfolio der Jubiläumsstadtparty.

 

Bildergalerie im Netz: az-web.de, an-online.de

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Große Herausforderung auf der Bühne

Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses zeigt „Der gute Mensch von Sezuan“. Seit 18 Monaten wird geprobt.

Foto: T. Dörflinger
Foto: T. Dörflinger

Mit dem Stück „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertold Brecht hat sich die Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses eine anspruchsvolle Thematik ausgesucht. Schließlich geht es in dem Stück um Fragen wie: Wann bin ich ein guter Mensch? Wie werde ich ein guter Mensch? Und was macht das Streben nach Humanität, Mitmenschlichkeit und sozialem Engagement mit mir?

 

Im Mittelpunkt des Brecht-Stücks steht die Tabakladenbesitzerin Shen Te, die mit göttlicher Hilfe zu Wohlstand gekommen ist und sich nun den Armen der Hauptstadt der Provinz Sezuan (heute Sichuan) widmet. Es ist eine Handlung, die der 1990 aus einem Theaterworkshop entstanden Laienspieltruppe viel abverlangt. Denn das Brecht-Drama ist reich an Charakteren, die viel Einfühlungsvermögen und schauspielerisches Talent verlangen. Darum wird seit rund 18 Monaten, abgesehen von einigen ferienbedingten Unterbrechungen, wöchentlich geprobt.

 

Als Probenraum nutzt die Gruppe das Pfarrheim der Münsterbuscher Kirchengemeinde Herz Jesu. Dort fand jetzt auch die Generalprobe statt für die Premiere, die am kommenden Freitag, 14. September, um 19 Uhr im Kulturzentrum Frankental auf dem Programm steht. Und dann soll alles wie am Schnürchen klappen. Dafür arbeitet die Gruppe seit langem engagiert und hoch konzentriert.

 

Es ist bereits das 13. Stück, das die Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses in nunmehr 25 Jahren aufführt. Mit „Männer für Amazonien“ gab die Theatergruppe, die derzeit aus 15 Laiendarstellern im Alter von zwölf bis 85 Jahren besteht, im Jahr 1993 ihren Einstand. Die bisher letzte Aufführung der Truppe, deren Darsteller nicht nur aus Stolberg, sondern auch aus Aachen, Alsdorf Eschweiler, Herzogenrath und Würselen stammen, gab es im Jahre 2015. Damals hieß der Titel des Stücks „Die Irre von Chaillot“.

 

Seit dem Jahr 2013 ist Thomas Bünten der verantwortliche Regisseur und Leiter der Theatergruppe. Der 47-jährige Geschäftsführer einer PR-Agentur, der sich seit 25 Jahren dem Theaterspielen widmet und bereits 1998 erstmals in Köln Regie geführt hat, weiß, worauf es ankommt, wenn die unterschiedlichen Charaktere und Rollen des Brecht-Stückes mit Leben erfüllt werden sollen. Bünten hat demnach „seine“ Truppe fest im Griff.

 

Die Gruppe versteht sich seit ihrer Gründung in den frühen 1990er Jahren sehr gut, von Anfang an mit dabei sind Irmgard Schwartz, Reinhard Weber und Carmen Kahn. Kostüme und Bühnenbild werden selbst erstellt. Auch die Bereiche Werbung, Sponsorensuche und Finanzen sind Bestandteile der Theatergruppe und werden in Eigenverantwortlichkeit gemanagt.

 

Dementsprechend ist auch alles bestens vorbereitet für die Aufführung des neuen Stückes. Man darf gespannt sein auf die Premiere am Freitag.

 

Aufführungstermine und Kartenvorverkauf

  • Aufführungen des Stücks „Der gute Mensch von Sezuan“ sind im Kulturzentrum Frankental am Freitag, 14. September, Samstag, 15. September ( jeweils 19 Uhr), Sonntag, 16. September (18 Uhr), Freitag, 21. September (19 Uhr), Samstag, 22. September (19 Uhr) und Sonntag, 23. September (18 Uhr), zu sehen.
  • Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es in der Bücherstube am Rathaus, Tel. 909084.
  • Mitwirkende sind Anne-Katrin Röseler (Wang, Wasserverkäufer), Shakeh Avakian (Shen Te/Shui Ta), Harald Radermacher (Yang Sun, Flieger), Irmgard Schwartz (Frau Yang, Mutter), Inge Kühn (Die Shin, Witwe), Reinhard Weber (Shu Fu, Barbier), Carmen Kahn (Mi Tzü, Hausbesitzerin), Rolf Haferkorn (Lin To, Schreiner), Roswitha Petersen (Teppichhändlerin), Christine Heinrichs (Prostituierte), Sylvia Bremen (Frau), Jule Maletz (Nichte), Marie Schröder (Schwägerin), Dr. Katharina Stenten-Semsch (Großmutter), Ralf Kellerwessel (Polizist) und Ensemble (Drei Götter).

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Mit viel Rückenwind in den Wahlkampf

Städteregionsrat: Sozialdemokraten nominieren Daniela Jansen und feiern sie enthusiastisch. Schwerpunkt Soziales.

Foto: R. Roeger
Foto: R. Roeger

Ob sich am Tag nach dem großen Showdown Muskelkater eingestellt hat oder wunde Hände gepflegt werden mussten, ist nicht überliefert. Ausgeschlossen werden können solche Nachwirkungen aber sicherlich nicht, schließlich hatten die Sozialdemokraten bei ihrer Kreiswahlkonferenz im Aachener Kolpinghaus Höchstleistungen vollbracht – auf dem Podium und auch im völlig überfüllten Saal. Weit mehr als die 106 wahlberechtigten Delegierten waren gekommen, um ihre Kandidatin für das Amt des Städteregionsrates zu unterstützen. Schon bevor Daniela Jansen zu ihrer kämpferischen Rede ausholte, wurde sie von den Genossen mit minutenlangen stehenden Ovationen gefeiert. Und als sie mit 104 von 106 möglichen Stimmen dann offiziell nominiert war, wollte der tosende Beifall gar kein Ende mehr nehmen. Jansen genoss das sichtlich, und sie rief den Mitgliedern zu: „Vielen Dank für diesen Vertrauensbeweis. Ich verspreche euch, dass ich euch nicht enttäuschen werde.“

 

Damit ist der Wahlkampf endgültig eröffnet. Nur knapp zwei Monate bleiben Daniela Jansen – und ihren bis dato vier Kontrahenten –, um die Menschen in der Städteregion von sich und ihren Programmen zu überzeugen. Aachens SPD-Parteichef Karl Schultheis kündigte an, „dass wir offensiv sein und glasklare Politik in diesem Wahlkampf formulieren werden“. Und er erinnerte an die letzte Wahl des Städteregionsrates im Frühjahr 2014, als Christiane Karl den Amtsinhaber und Favoriten Helmut Etschenberg in den zweiten Wahlgang gezwungen und mit 47,8 Prozent der Stimmen an den Rande einer Niederlage gebracht hatte. „Damals haben wir einen großen Kampf geführt. Diese Kampfeslust müssen wir auch in diesem Wahlkampf wieder zeigen“, forderte Schultheis.

 

Dass Daniela Jansen kampfbereit ist, daran ließ sie bei der Kreiswahlkonferenz keine Zweifel. Ebenso wenig wie an ihrem Anspruch, nach der Wahl am 4. November und einer möglichen Stichwahl zwei Wochen später die Nachfolge von Helmut Etschenberg antreten zu wollen. „In meiner Vision von der Städteregion soll sich niemand mehr abgehängt fühlen“, erklärte die 40-Jährige, um dann einzelne Punkte ihres Programms vorzustellen. Zum Beispiel zum Thema Arbeit. Jansen berichtete von der Begegnung mit einer Langzeitarbeitslosen, die mit Hilfe eines Beschäftigungsprogrammes nach 17 Jahren wieder einen Job gefunden hatte. Diese Frau stehe beispielhaft für den Handlungsbedarf, den es in der Städteregion gebe: „Wir brauchen endlich einen dauerhaft geförderten öffentlichen Arbeitsmarkt.“

 

Gestärkt werden soll zudem die berufliche Bildung. „Die Auszubildenden sind das Rückgrat unserer wirtschaftlichen Entwicklung“, betonte Jansen und kündigte eine Tour durch die neun städteregionalen Berufskollegs an.

 

Einen weiteren Schwerpunkt will sie auf den Wohnungsmarkt legen. „Wir müssen neuen Wohnraum schaffen“, steht für Jansen fest. Das will sie zur „Chefinsache“ machen, denn: „Es darf nicht weiter sein, dass die Miete zum Armutsrisiko wird.“ In diesem Kontext soll unter anderem eine „Armutspräventionskonferenz“ einberufen werden, „um die Kräfte zu bündeln“. Überhaupt müsse der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder gestärkt werden. Das will Daniela Jansen im Falle ihrer Wahl gemeinsam mit den Wohlfahrtsorganisationen angehen. „Sie haben gute Antworten und die richtigen Rezepte.“

 

Solche will Daniela Jansen auch den Wählern bieten – in einem intensiven und persönlichen Wahlkampf. Nach der (verlorenen) Landtagswahl im vergangenen Mai habe für sie schnell festgestanden, dass es keinen Grund gebe, sich aus der Politik zurückzuziehen. Im Gegenteil: „Ich will diesen Wahlkampf, ich will den direkten Kontakt zu den Bürgern, und ich will Städteregionsrätin werden.“ Für diese finalen Worte gab es noch einmal tosenden Beifall von den Genossen – den drohenden Nachwirkungen zum Trotz.

 

Klares Bekenntnis zum Kampf gegen Tihange

  • Die Kritik der Konkurrenz hat ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt: Nachdem Daniela Jansen bei ihrer Vorstellung Helmut Etschenberg eine „Panikstrategie“ vorgehalten hatte, widersprach sie nun vehement Vorwürfen von CDU und Grünen, den Ernst des Themas „Tihange“ zu verkennen.
  • „Wir stehen dafür, dass wir dafür kämpfen, dass Doel und Tihange abgeschaltet werden, und zwar mit Zustimmung der belgischen Bevölkerung“, unterstrich Parteichef Karl Schultheis. Und die Kandidatin betonte: „Mir zu unterstellen, die Ängste der Menschen in der Städteregion nicht ernstzunehmen, ist lächerlich und zugleich bösartig.“
  • „Solange wir mit erhobenem Zeigefinger auf unsere belgischen Nachbarn zugehen, werden wir in dieser wirklich existenziellen Frage nicht weiterkommen“, meinte Jansen und erklärte: „Nur solide energiepolitische Vorschläge wie der Bau der Stromtrasse Alegro werden uns weiterbringen.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Der Meister gibt sich in Breinig persönlich die Ehre

Frank Zander kommt zur Vernissage seiner Ausstellung in die Galerie Pitz. Malen und Zeichnen ist seine zweite Leidenschaft.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Die Galerie Pitz ist an diesem Abend zu klein für all die Menschen, die in die Wilhelm-Pitz-Straße 15 strömen. Sie kommen nicht nur aus Breinig, sondern aus der gesamten Städteregion und sogar darüber hinaus. In weiser Voraussicht hat der Inhaber ein Zelt aufgestellt. Auch das ist gut gefüllt, genauso wie die Straße vor dem Haus.

 

Der Grund für so viel Andrang ist die Ausstellung von Frank Zander, der versprochen hat, persönlich zu erscheinen. Ludwig Pitz begrüßt derweil schon einmal die Kunstinteressierten aus Nah und Fern und erzählt, dass sie im Februar diesen Jahres geplant hatten, dass der deutsche Schlager- und Popmusiker, Moderator und Schauspieler heute nach Breinig kommen werde. Er sei mit dem Flieger von Berlin nach Köln angereist, dort abgeholt und in seine Unterkunft gebracht worden.

 

Lieder von dem Künstler werden eingespielt, und manch einer trinkt schon mal ein Kölsch oder einen Sekt. Dann ist es endlich so weit: Frank Zander betritt den kleinen „knuffigen“ Laden und bedankt sich für den herzlichen Empfang. Er erinnert an „Bananas“ (Musikshow in den 80er Jahren) und die „Plattenküche“ (Musik- und Comedyshow des WDR in den 70ern) mit Helga Feddersen in Köln, wo sie in schrillen und gestreiften Farben mal auf dem Tisch, mal unter dem Tisch agiert haben. Er spricht vom Nick-Nack-Man und „Hier kommt Kurt“, von seinen Frauengeschichten „Marlene“, „Susi“ und der „Frau von gegenüber“. In „Riverboot“, so erfahren die Gäste, habe er seine Frau Evi kennengelernt. Und die beste Produktion mit ihr sei Sohn Marcus gewesen, der an diesem Abend auf ihn „aufpasse“.

 

Auch nach 38 Jahren wird er unterwegs noch auf den Ententanz aus dem Jahre 1980 angesprochen. Das habe ihn schon sehr beeindruckt. Seine flotten Sprüche hat der Berliner, der seiner Stadt und dem Heimatverein „Hertha“ treu geblieben ist, auch im Alter von 76 Jahren nicht verloren. Alle wollen ein Foto mit ihm, Zander genießt die Aufmerksamkeit im kleinen Kreis.

 

Dann spricht Sabine Rother und berichtet von Zanders zweiter Leidenschaft, dem Malen und Zeichnen. Zander habe viele Gesichter, und seine Fische hätten das auch. Bunt sei der Zander-Teich und angefüllt mit frechen Typen. Der Künstler wurde zum Grafiker ausgebildet, wollte aber Musik machen. „Vielleicht waren seine schrillen Klamotten und das geplante Studio-Chaos nötig, um schrille, bunte Fische mit bissigen Sprüchen hervorzubringen“, vermutet Rother.

 

In den Unikaten kommen Selfiesucht, Eitelkeit, Mobbing und kleine Boshaftigkeiten zur Wirkung. Und manche sind einfach nur lustig. Die „Heroes“ sind Verbeugungen vor seinen Helden David Bowie, John Lennon, Paul McCartney, Michael Jackson und Prince, denen Zander mit einer Mixed-Media-Technik – gedruckt und bemalt – Denkmäler setzt.

 

Sabine Rother weist auch auf seine Ausstellungsplakate für einen guten Zweck hin. Zander, der einen unbändigen Spaß am Leben und nie den Mut verloren hat, wenn es auch nicht immer leicht war, hat von seinem Glück etwas abgegeben. Ein „Hauch von Weisheit“ habe ihn im Alter beschlichen. Seit 23 Jahren lädt er jedes Jahr 3000 Obdachlose in ein Berliner Hotel ein, wo die Gäste nicht nur in den Genuss von Gänsebraten und viel Livemusik kommen, sondern auch warme Kleider und andere Sachspenden erhalten.

 

Für sein soziales Engagement hat Zander viele Auszeichnungen erhalten. Der Europa-Abgeordnete Arndt Kohn fühlt sich als Schirmherr geehrt und erklärt im Spaß, dass sich Europa mehr mit Fischfangflotten beschäftige als mit Frank Zander. Aber wie der stellvertretende Bürgermeister Peter Jussen, der Zander sogar einen Geldbetrag überreicht, hebt auch Kohn das soziale Engagement hervor.

 

Im weiteren Verlauf der Vernissage signiert Zander die Plakate wie auch die CD, auf der 20 seiner besten Lieder zu hören sind. Und zu später Stunde greift er dann auch noch zur Gitarre und gibt ein kleines Konzert.

 

Öffnungszeiten und Terminvereinbarung

  • Die Frank-Zander-Ausstellung ist bis Sonntag, 23. September, zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Montag bis Freitag von 9 bis 13 und von 15 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 9 bis 13 und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.
  • Weitere Infos gibt es bei Nachfrage per Mail an info@galerie-pitz.de, eine persönliche Beratung kann telefonisch unter 02402/36073 vereinbart werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Eröffnung mit Musik und Comedy

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

An diesem Wochenende herrscht in der Stolberger Innenstadt wieder ein reges Treiben. Gestern Abend wurde die Stadtparty auf dem Kaiserplatz offiziell eröffnet. Zudem fand auf dem Offermann-Platz ein Kleinkunstfestival statt. Auch heute und morgen erwartet die Besucher ein buntes Programm – mittelalterliches Treiben inklusive. Während am heutigen Samstag die kölschen Bands Querbeat, Lupo und die Domstürmer auf dem Kaiserplatz auftreten, dürfen sich die Besucher am morgigen Sonntag auf die Formation Wheels freuen. Zum Abschluss findet um 21 Uhr ein Feuerwerk statt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Trauer und Traumatisierung im Fokus

25 Jugendliche leben im Hromadka-Haus. Neue Themen stellen Bewohner und Mitarbeiter vor Herausforderungen.

Foto: S. Essers
Foto: S. Essers

Ohne ihre Familien und ganz auf sich allein gestellt, sind die meisten von ihnen in Deutschland angekommen und haben in Stolberg ein neues zu Hause gefunden. 25 junge Männer zwischen zwölf und 18 Jahren leben derzeit im Hromadka-Haus in Zweifall. Der große Andrang an unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen habe mittlerweile zwar abgenommen. Das bedeute allerdings nicht, dass es nicht nach wie vor genug zu tun gebe, sagt Guido Lusetic, Fachbereichskoordinator des Zentrums für soziale Arbeit in Burtscheid. Die Einrichtung ist nach wie vor voll belegt. Und damit nicht genug. Neue Themen wie die Traumapädagogik oder die Trauerarbeit rücken mehr in den Fokus. Und auch ganz alltägliche Herausforderungen gilt es zu meistern. „Die Pubertät ist international. Sie kennt keine Grenzen“, sagt Guido Lusetic und lacht. Allerdings bringt nicht jede Situation ihn sowie die Mitarbeiter und Jugendlichen im Hromadka-Haus zum Lachen wie die aktuelle Situation in Chemnitz zeigt. Inwiefern belasten Nachrichten dieser Art die jungen Erwachsenen? Und wie ist die Situation in Stolberg? Guido Lusetic kennt die Antworten auf diese Fragen. Doch zunächst zurück zum Hromadka-Haus.

 

Dieses gibt es bereits seit 1883 in Stolberg. Benannt ist es nach dem tschechoslowakischen evangelisch-lutherischen Theologen Josef Lukl Hromádka. Aufgrund mangelnder Platzverhältnisse kam 1972 ein Neubau dazu. Der Bau, der im Dachbereich einen Saal und im Erdgeschoss Übernachtungsmöglichkeiten bot, wurde mit dem Altbau verbunden. 1980 fand eine zweite Erweiterung statt. Dabei entstanden ein Heimleiterwohnhaus und ein Anbau. Auch sie sind mit dem Altbau verbunden. Ab 2003 wurde das Hromadka-Haus als Ausbildungsstätte für Zivildienstleistende genutzt. Ab 2006 pachtete Rob Heijne das Gebäude, in dem niederländische Krebspatienten Erholung finden sollten. 2011 gab er es an den Eigentümer zurück. Danach stand es vier Jahre leer. Neue Pächter sind Cornelia und Udo Wilschewski vom Zentrum für soziale Arbeit (ZfsA) in Aachen-Burtscheid in der Trägerschaft des Evangelischen Frauenvereins Aachen.

 

Im Hromadka-Haus haben alle Bewohner ihr eigenes Zimmer mit einer Nasszelle. Einige der Jugendlichen, die dort momentan wohnen, sind schon seit zwei Jahren in Deutschland. Andere haben die Einrichtung mittlerweile verlassen, einen Ausbildungsplatz und eine eigene Wohnung gefunden. „Das ist für die Jugendlichen und für uns ein großer Erfolg. Man muss aber auch sagen, dass wir von den Stolberger Firmen sehr unterstützt werden“, sagt Lusetic. Bereits mehrere junge Männer hätten in der Kupferstadt mittlerweile eine Ausbildung beginnen können. Auch der Ehrgeiz, in die Schule zu gehen und die deutsche Sprache zu lernen, sei bei den jungen Männern nach wie vor ungebrochen, sagt Lusetic.

 

Doch es gibt auch neue Themen, mit denen sich die Bewohner und Mitarbeiter auseinandersetzen müssen. Die Stichworte hier lauten Traumatisierung und Trauer. „Die Traumatisierung wird wohl ein Dauerthema sein“, ist sich Lusetic sicher. In den vergangenen Jahren sei der Andrang an jungen Erwachsenen, die nach Deutschland kamen, hoch gewesen. Erst Mitte des vergangenen Jahres sei es diesbezüglich ruhiger geworden. Seitdem könne man sich intensiver mit den fachlichen Aufgaben auseinandersetzen. Sprich: mit den Themen, die eigentlich zur klassischen Jugendhilfe dazugehören. „Das sind Themen, die die Mitarbeiter in den Gruppen täglich erleben“, sagt Lusetic. Dazu zählt beispielsweise die Trauer über den Verlust der Familie oder der Heimat. Bereits in den vergangenen Monaten haben zahlreiche Fortbildungen der Mitarbeiter zu diesen Themen stattgefunden. Dies wolle man in den kommenden Wochen und Monaten noch intensivieren. „Wir wollen den Jugendlichen klarmachen, dass es ok ist, wenn man trauert und das Trauer wichtig ist“, sagt Lusetic.

 

Die Jugendlichen, die im Hromadka-Haus leben, sind jedoch nicht alle unbegleitet nach Deutschland gekommen. Mittlerweile gibt es auch Inobhutnahmen aus Familien heraus oder auch Aufnahmen aus Pflegefamilien. Ein Grund: Überforderung. Schließlich seien die Probleme der jungen Flüchtlinge oft nicht anders als die von deutschen Jugendlichen, sagt Lusetic. Für seine Kollegen ist die Situation allerdings neu. Warum? Elternkontakt hat in ihrer Arbeit bisher keine Rolle gespielt.

 

Überforderung spiele auch oft in der ehrenamtlichen Arbeit eine wichtige Rolle. Lusetic glaubt, dass oft unterschätzt werde, dass man es mit Jugendlichen zu tun habe. Und deren Lebensskripte könnten sich manchmal von heute auf morgen ändern. „Dann steht nicht die Nachhilfe im Vordergrund, sondern der Freund oder die Freundin“, sagt Lusetic. Natürlich sei es dennoch wichtig, dass die jungen Erwachsenen lernen, dass sich Menschen Zeit für sie nehmen und dies wertschätzen.

 

Und wie reagieren die Jugendlichen, wenn sie Ausschreitungen wie in Chemnitz in diesen Tagen verfolgen? Haben sie dann Angst? „Ja“, sagt Lusetic. „Die Jugendlichen sehen auch Nachrichten. Sie kommen nach Deutschland, weil sie hier Sicherheit suchen. Natürlich sind sie verängstigt, wenn sie solche Dinge mitbekommen.“ Aus diesem Grund sei es umso wichtiger, ihnen die Menschen zu zeigen, die sich für sie engagieren – auch in Stolberg.

 

In den Sportvereinen seien die jungen Erwachsenen nach wie vor willkommen und auch mit den Nachbarn gebe es keine Probleme. „Das Zusammenleben in Zweifall ist noch immer positiv“, resümiert Lusetic. Auch im Rahmen des Tags der Integration, der in der vergangenen Woche in Aachen stattfand, wurde ihm deutlich: „Es gibt noch immer viele engagierte Menschen.“ Mit Unterstützung der Bürgerstiftung Lebensraum könne man nun beispielsweise die Familie eines Jugendlichen nach Deutschland holen. Für sie wurde bereits Wohnraum gefunden und eine Paten-Familie akquiriert.

 

Das sei keineswegs selbstverständlich. Vor allem die Suche nach geeignetem Wohnraum sei nach wie vor ein großes Problem. Die Angebote seien nahezu unbeschreiblich. Unterwohnt seien die Objekte in den meisten Fällen. Und mit dem Beginn des neuen Semesters, das im Oktober starte, werde es nicht besser, ist sich Lusetic sicher. Im Hromadka-Haus werden die Jugendlichen übrigens auf das Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet – in sogenannten Verselbstständigungsgruppen. In dieser sind nun auch Jugendliche mit Einschränkungen, wie einer posttraumatischen Belastungsstörung und Lernbehinderung, untergebracht. Auch sie hätten schließlich eine Chance verdient, so Lusetic.

 

Dass dies für die jungen Erwachsenen nicht selbstverständlich sei, zeigen immer wieder alltägliche Situationen. Mittlerweile würden sie immer mehr annehmen, dass sie in die Prozesse der Mitarbeiter einbezogen würden und auch mitentscheiden dürften. „Je nachdem, wo die Jugendlichen herkommen, durften sie das nicht leben“, sagt Lusetic. Es ist nur ein Aspekt, der sich im Laufe ihres Aufenthalts in Stolberg geändert hat. Dass sie sich in ihren zu Hause auf Zeit wohlfühlen, zeigt auch ihre Tatkraft. Im vergangenen Jahr sorgten sie dafür, dass die Wege im Garten wieder genutzt werden können. Ein Schwimmbecken und ein Kleinspielfeld konnten durch Spenden angeschafft werden. Damit die jungen Flüchtlinge dort ihre Freizeit verbringen können – so wie ganz normale Jugendliche.

 

Wer sich ehrenamtlich im Hromadka-Haus engagieren und den Jugendlichen beispielsweise Nachhilfe geben möchte, kann sich unter 0241/609070 melden oder per E-Mail an ehrenamt @zfsa.de wenden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Krischer will „ganz großes Ding“ drehen

Städteregionsrat: Grüne nominieren einstimmig ihren Kandidaten. Bundestagsabgeordneter gibt ehrgeizige Ziele aus.

Foto: R. Roeger
Foto: R. Roeger

Irgendwie schien Reiner Priggen das gerade Geschehene nicht ganz geheuer zu sein. „Wir müssen die Abstimmung wiederholen“, rief das Grünen-Urgestein der jubelnden Menge zu, nachdem diese Oliver Krischer mit glatten 100 Prozent der Stimmen als Kandidaten für die Wahl des Städteregionsrates am 4. November gekürt hatte. 100 Prozent? Ja, da war doch was. Aber an Martin Schulz und dessen weiteren Werdegang nach der legendären Wahl zum Kanzlerkandidaten der SPD im März 2017 wollte an diesem Abend im Eschweiler Talbahnhof niemand ernsthaft denken. Stattdessen genossen die Mitglieder des städteregionalen Kreisverbandes den Coup, der ihnen mit der Nominierung von Krischer gelungen war. Denn mit dieser, davon sind die Grünen offenbar überzeugt, ist aus dem vermeintlichen Zweikampf um die Nachfolge von Helmut Etschenberg zwischen Tim Grüttemeier (CDU) und Daniela Jansen (SPD) ein Dreikampf geworden.

 

Dabei begann die Versammlung zunächst alles andere als nach Plan. Der Flug, mit dem der Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize von Berlin nach Köln kommen wollte, war kurzerhand gestrichen worden, die Alternativmaschine nach Düsseldorf hatte 45 Minuten Verspätung. So mussten sich die 53 stimmberechtigten Mitglieder im Talbahnhof in Geduld üben und hätten zur Überbrückung gerne die Vorstellung des zweiten Kandidaten erlebt, der seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Doch Ulrich Wahl blieb der Veranstaltung fern. Auf dem Stimmzettel erschien sein Name dennoch, weil die Kandidatur gültig war. Zustimmung gab es für das Neumitglied aus Aachen aber keine.

 

Oliver Krischer musste sich diesbezüglich keine Gedanken machen. Geradezu frenetisch wurde er gefeiert, als er dann endlich, von Reiner Priggen im Auto nach Eschweiler chauffiert, den Saal betrat. Und weil er zwar dank seiner Funktionen mittlerweile zu den prominentesten Grünen in Deutschland zählt, aber als Dürener gleichwohl noch längst nicht jedem Parteikollegen in der Städteregion persönlich bekannt ist, nutzte der 49-Jährige die Gunst der Stunde und dehnte die mit zehn Minuten angesetzte Vorstellungsrunde auf eine gute Dreiviertelstunde aus. Krischer berichtete davon, dass ihm das baldige Ende des Braunkohleabbaus und der Kampf gegen den Betrieb der belgischen Atomkraftwerke in Tihange und Doel besonders am Herzen liege. Und dass er den Eindruck habe, dass SPD und CDU Klimaschutz und Kohleausstieg gleichermaßen als Teufelswerk für die Region brandmarkten. „Wir müssen uns jetzt darum kümmern, den Strukturwandel zu gestalten.“ Dann könne dieser als große Chance genutzt werden. „Schließlich sind wir eine der zukunftszugewandtesten Technologieregionen Deutschlands.“ In diesem Sinne will Oliver Krischer die Entwicklung weiter vorantreiben. Den Takt der Euregiobahn will er verdichten, ein Ein-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr einführen und die Solarkraft massiv ausbauen. „Ich möchte erreichen, dass es in zehn Jahren auf jedem Dach in der Städteregion eine Photovoltaikanlage geben wird.“ Das sei zwar nur mit Hilfe des Bundes möglich, aber: „Durch die Abschaffung des Diesel- und Dienstwagenprivilegs wäre das problemlos zu leisten“, zeigte sich der Bundestagsabgeordnete überzeugt.

 

Einen weiteren Schwerpunkt will er auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum legen. „Eine ordentliche und finanzierbare Wohnung ist ein Menschenrecht“, erklärte Krischer und lobte erste Ansätze der schwarz-grünen Koalition in der Städteregion, die beschlossen hatte, einen Teil der RWE-Aktien zu veräußern und den Erlös – rund zwei Millionen Euro – in den sozialen Wohnungsbau zu investieren.

 

Der Ausbau der Bildungszugabe, die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes und nicht zuletzt die Intensivierung des Artenschutzes benannte Oliver Krischer als weitere Ziele, falls er denn am 4. November – oder zwei Wochen später in einer möglichen Stichwahl – zum neuen Städteregionsrat gewählt werden sollte.

 

Das sei, so betonte Krischer nach seiner Nominierung, durchaus möglich. „Aber alleine werde ich diese Wahl nicht gewinnen können. Wir müssen unsere Botschaften nun alle gemeinsam in die Fläche tragen. Dann können wir ein ganz großes Ding drehen.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

„Dann zünde ich eine Kerze an“

Mit dem Neubau des Rewe-Marktes in Breinig wird eine geringere Lärmbelästigung für Anlieger erwartet. Breiteres Frischesortiment auf 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche.

„Wenn Sie neu eröffnen, mache ich eine Kerze an“, sagt ein Anwohner des Eschenwegs zu Georg Goffart bei der Bürgerbeteiligung. Drei Bürger und eine Reihe vor allem Politiker aus dem Breiniger Umfeld sind dazu im Rathaus erschienen. Goffart betreibt den Breiniger Rewe-Markt und möchte seine Filiale dort neu errichten, wo heute noch der Toom-Baumarkt steht. Spätestens Anfang 2020 soll der Abriss und Neubau eines zeitgemäßen Marktes beginnen; zum Weihnachtsgeschäft soll er bereits geöffnet haben. Dann gelten aktuelle Lärmschutzbedingungen und die Liefersituation hat sich entscheidend verändert. Für den Bewohner des Eschenwegs, der in Höhe des heutigen Zugangs wohnt, dürfte es damit deutlich ruhiger zugehen.

 

Doch bevor Georg Goffart das noch an Toom vermietete Gebäude abreißen und einen modernen Verbrauchermarkt, der weniger Energie als heute verbraucht, errichten kann, muss zuerst die Bauleitplanung geändert werden. Sie stammt noch aus den Anfängen 80er Jahren. 1986 eröffnete der Rewe; zuvor war bereits der Baumarkt am Markt.

 

Dort beschränken die alten Vorgaben die Verkaufsfläche auf 1100 Quadratmeter. Zukünftig sollen 1800 Quadratmeter erlaubt sein. Für den heutigen Rewe-Standort sollen zwei Sondergebiete mit jeweils 600 Quadratmetern Verkaufsfläche festgesetzt werden: Zum Kastanienweg für einen Drogeriemarkt, zum Eschenweg hin für Goffarts Getränkemarkt, der derzeit im Nachbargebäude eingemietet ist.

 

„Breinig hat eine vergleichsweise unterdurchschnittliche Dichte an Verkaufsflächen“, sagt Uwe Schnuis vom Aachener Büro Raumplan – im Vergleich zum Angebot in Stolberg und im Land. Die Erweiterung der Verkaufsfläche steigere somit die Attraktivität Breinigs als Nebenzentrum. Und mit dem Neubau will Goffart sein Sortiment vor allem im Frischebereich (Brot, Milchwaren, Fleisch, Fisch) breiter aufstellen. Auch Blumen würden weiter im Angebot sein, sagt der Betreiber und Investor auf Nachfrage.

 

Architektonisch wird das von Andreas Gülpen von der Aachener Plan AG entworfene Gebäude in der vorderen Spitze der bis zu 9,50 Meter hohen, markanten Front vor allem von Glas geprägt sein. Erlauben soll der Bebauungsplan maximal elf Meter. Auf dem gewinkelten Dach soll die Klimatechnik untergebracht werden. Die teilweise eingehauste Lieferzufahrt liegt zurückversetzt an der südöstlichen Seite.

 

Nach dem Umbau des Bestandsmarktes werden Drogerie und Getränkemarkt über die Passage zum benachbarten Geschäftshaus beliefert. Das wirke sich günstig auf die Lärmemissionen aus, erklären die Gutachter. Positiv würden sich auch neues geräuscharmes Pflaster und moderne Einkaufswagen bemerkbar machen. Die Richtwerte die für Lärmbelastung würden laut Gutachten sowohl tags wie auch nachts unterschritten und bei 55 bzw. 45 Dezibel liegen – auf solche Werte freut sich der besagte Nachbar.

 

Erreichbar bleibt das Nahversorgungszentrum übrigens weiterhin über drei Zufahrten: via Eschenweg, via Kastanienweg und via Raiffeisenstraße.

 

Wesentliche Kritik, Bedenken und weitere Anregungen wurden bei der Bürgeranhörung nicht laut. Mit den Ergebnissen der Befragung der Träger öffentlicher Belange fließen die Ergebnisse in die weiteren Beratungen zur Bauleitplanung ein.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Zustimmung zum Ausbau Vichter Straße

Anlieger werden zu den Kosten herangezogen. Kanal und Mausbachverrohrung wird erneuert.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Als vor zehn Jahren die Kupferstadt noch wesentlich „klammer“ als heute war, wollte sie sich in Mausbach darauf beschränken, die marode Kanalisation zu erneuern. Bereits damals wurde die Frage einer Offenlegung des Mausbachs von den Anliegern der Vichter Straße vereint. Gut in Erinnerung geblieben sind die Worte des damaligen Tiefbauamtsleiters, dass sie – abgesehen von einem Stück Bürgersteig – zu keinen Ausbaukosten herangezogen werden (können), da nur Kanalbau geplant war.

 

Heute liegt der Unterschied darin, dass neben der Kanalisation auch die Vichter Straße selbst neu gebaut werden soll. Grund ist aus Sicht der Stadt ihr desolater Zustand, der durch die anstehenden Kanalarbeiten nicht besser wird. Die Anlieger verweisen da mehr auf die intensive Nutzung als Umleitungsstrecke nicht nur während der Arbeiten am Kreisverkehr Nachtigällchen. Eine Ermäßigung dafür sehe der Gesetzgeber nicht vor, dementierte die Verwaltung Bürgeranfragen im Ausschuss für Stadtentwicklung. Die Heranziehung auf Basis des Kommunalabgabengesetzes müsse erfolgen.

 

Individuelle Beiträge hatten die Anlieger bereits auf der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr erfahren können. Sie basieren auf einer Beitragseinheit von rund 18 Euro/m². Dabei räumt die Stadt an der Vichter Straße einen Zeitraum von 60 Monaten für die unechte Ablöse – das Ratensparmodell – ein.

 

Immerhin geht es auch hier um spürbare Beträge. Der neue Kanal – finanziert aus Abwassergebühren – kostet rund eine Million Euro. Die Erneuerung der Mausbachverrohrung wird mit 488 000 Euro rein städtischer Mittel kalkuliert. Allerdings fallen hier zusätzlich rund 70 000 Euro für die Straßenentwässerung an, zu der anteilsmäßig die Anlieger beisteuern müssen – ebenso wie für die Teile der Kanalisation, die zur Straßenentwässerung dienen. Die Straßenerneuerung wird mit Gesamtkosten in Höhe von 1,624 Millionen Euro kalkuliert, zu denen die Anlieger herangezogen werden.

 

Bei der Gestaltung habe sich die Verwaltung nach Kräften bemüht, die Wünsche der Anlieger aus der Bürgerversammlung umzusetzen. Nicht gefolgt werden kann dem Wünsch nach einer Straßenbreite von 5,50 Meter, weil dies einen Begegnungsverkehr der Busse nicht mehr ermöglichen würde. Deren Haltestellen werden als barrierefreie Kaps ausgebildet, so dass der Bus verkehrsbremsend auf der Fahrbahn hält.

 

In Folge werden die Fahrbahn 6 Meter, die Gehwege mindestens 1,50 Meter breit. Erhöht wird das Angebot von 29 auf zukünftig 35 gepflasterte Parkplätze. Hinzu kommen drei weitere auf der Fahrbahn markierte nahe einem Imbiss.

 

Platz für einen Radweg bleibt auf der Vichter Straße nicht. Die bestehende Alternative über den „Pesch“ soll ausgeschildert werden.

 

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird ab Haus Nr. 4 Richtung Leuwstraße auf rund 300 Meter Tempo 30 angeordnet. Im Bereich von Haus Nr. 16 zwischen den Straßen „Zum Hof“ und „Im Hahn“ ist eine gesicherte, 4,75 m breite Querungshilfe mit Zebrastreifen vorgesehen. Daneben sind zwei weitere Fahrbahnverengungen von 6 auf 4,75 Meter durch Baumtore vorgesehen, wobei jeweils eine Baumscheibe eingerückten wird. Zudem sind im Bereich der Kreuzung von Vichter- und Süssendeller Straße für die Fahrbahnführung drei überfahrbare Verkehrsinseln geplant.

 

Einstimmig verwies der Ausschuss die Planung an den Bauausschuss, um die Ausschreibung anzulassen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

„Das Gebäude darf weiter stehen bleiben“

Kontroverse Bewertungen nach OVG- Urteil zur Neustraße. Röhm und Heil interpretieren. Kläger verweisen auf 386 Bürgerproteste.

Foto: R. Roeger
Foto: R. Roeger

Sehr konträr bewerten beide Parteien nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster die Entscheidung zur Bauleitplanung für den Mehrfamilienkomplex an der Breiniger Neustraße. Tobias Röhm als Technischer Beigeordneter der Stadt sowie Günter Heil als einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Vorhaben beziehen Stellung – unter der Prämisse, dass die ausführliche schriftliche Urteilsbegründung noch nicht vorliegt:

 

„Im Ergebnis des Verhandlungstermins hat das Gericht den Bebauungsplan für unwirksam erklärt“, analysiert Röhm: Dies sei allerdings ausschließlich vor dem Hintergrund formaler Beanstandungen erfolgt. „Hierbei handelt es sich zum Einen um fehlerhafte Datierungen“. Die Bekanntmachungsanordnung datiere auf den 16. Dezember 2015, der Ausfertigungsvermerk auf den 22. Dezember 2015. „Formal richtig muss die Bekanntmachungsanordnung zeitlich nach der Ausfertigung liegen“, erklärt Röhm.

 

Zum Zweiten wird die schmalste Stelle der Zufahrt im Vorhaben- und Erschließungsplan mit 2,97m angegeben. In den Abwägungsunterlagen ist die richtige erforderliche Mindestbreite von 3,0m angegeben. „Die Ausgestaltung der Zufahrt und die hierbei einzuhaltende Mindestbreite für die Feuerwehr von 3,0m war einer der wesentlichen Punkte, bei dem wir als Verwaltung immer gesagt haben, dass diese eingehalten sein muss. In der Realität ist die Breite von mindestens 3,0m natürlich gegeben“, betont Röhm, was im Verhandlungstermin auch kommuniziert worden sei.

 

„Das Gericht bestätigte, dass die von uns ärgerlicherweise erfolgten formalen Fehler in einem Heilungsverfahren korrigierbar wären“, so der Beigeordnete zum weiteren Procedere: „Beide Fehler sind jedoch nicht geeignet die städtebaurechtliche Grundlage in Frage zu stellen. Die Baugenehmigung, legt man das Votum des OVG Münster zugrunde, leidet demnach an keiner Verletzung nachbarschützender Bestimmungen wie z. B. unzureichender Schallschutz oder Lärmbelastung. Die inhaltlichen Einwendungen des Klägers werden durch den Senat nicht als durchgreifend erachtet.“ Im Ergebnis bedeute dies, dass das errichtete Gebäude stehen bleiben kann, und der Bebauungsplan geheilt werden könnte, aber nicht muss.

 

„Nicht unkommentiert stehen bleiben lassen“, möchte auch Günter Heil die Berichterstattung. Sie vermittele den Eindruck, als ob es sich bei der Angelegenheit nur um einen „Nachbarschaftskrieg, der seine Blüten treibt“ handele. „Möglicherweise ist es nicht mehr in Erinnerung, dass nach Offenlegung der Baupläne für das Neustraßen-Projekt im Jahr 2015 insgesamt 386 Breiniger Bürger mit Unterschrift und Angabe ihrer vollständigen Anschrift gegen das Bauvorhaben protestiert haben“, betont Heil. „Davon sind 47 betroffene Anlieger, der Rest Breiniger Einwohner, die Bedenken wegen der Verschandelung des Ortsbildes sowie andere Gründe vorbrachten“. Die Liste befinde sich im Original bei Bürgermeister Grüttemeier und könne dort eingesehen werden. Der Artikel suggeriere, als wäre Nachbar Gert Hermanns die einzige Person, die sich gegen den Plattenbau gestellt hat. „Das ist falsch und bedarf der Korrektur“, so Heil weiter. Zudem habe das Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht mit der erwähnten Lidl-Filiale überhaupt nichts zu tun.

 

„Festzuhalten bleibt, dass das Gericht an diesem Tag vollständig im Sinne der Normenkontrollklage von Gert Hermanns entschieden hat“, betont Günter Heil. Nach Erläuterung des Vorsitzenden Richters war der Bebauungsplan „in der vorliegenden Form nicht genehmigungsfähig. Die Stadt Stolberg hat ihn zu Unrecht genehmigt“.

 

Wesentlicher Punkt sei die Tatsache, dass der minimale Abstand zwischen dem Grenzzaun der Familie Hermanns und dem Haus der ehemaligen Gärtnerei Laumen in der Zufahrt von der Neustraße her 2,97 m beträgt. Für die Genehmigung sei aber ein Abstand für die Einfahrt der Feuerwehr vom 3,00 m erforderlich. Andere Punkte seien bei der Verhandlung nicht aufgegriffen worden, da bei einer maßgeblichen Abweichung bereits bei nur einem entscheidenden Grenzwert die Genehmigungsfähigkeit erlischt. „Drei Zentimeter sind nun mal drei Zentimeter, ob in Realität oder auf dem Plan“, analysiert Heil: „In unserer Kultur ist, wie jeder weiß, an maßgeblichen Punkten Genauigkeit gefordert; das sollte sich auch in Stolberg herumgesprochen haben.“

 

Der Einwand des bei der Verhandlung in Münster anwesenden Rechtsanwaltes der Stadt Stolberg, man könne, da der Abstand im weiter hinten liegenden Bereich zum Neubau hin größer als 3,25 m sei, von einem Mittelwert zwischen 2,97 und 3,25 m ausgehen, was dann zu einer Zahl von größer als 3,00 m führe, sei vom Vorsitzenden Richter mit Heiterkeit zur Kenntnis genommen worden.

 

Weiterhin ist interessant: Eine Revision ist nicht gestattet. Die Kosten des Verfahrens trägt die Stadt Stolberg.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

„Auch Hauswirtschafter entfristen“

Forderung des Personalrates an die Stadt. Sechs Kita-Stellen werden umgewandelt.

Im Stellenplan 2019 soll das Volumen von je drei Vollzeitstellen für Fachkräfte und Ergänzungskräfte im Kita-Bereich entfristet werden, damit die Stadt langfristig den personellen Kapazitäten gewährleisten kann. Im Personalausschuss begrüßte jetzt Martin Künzer diese Entscheidung. Allerdings werde dies alleine nicht ausreichen, legte der Vorsitzende des Personalrates den Politikern ebenso wie dem Dienstherrn ans Herz. „Auch bei den Hauswirtschaftern sollten noch befristete in unbefristete Stellen umgewandelt werden“, appellierte Künzer. Es sei absehbar, dass das so qualifizierte Personal langfristig benötigt werden, um die Verpflegung in den Kitas aufrecht erhalten zu können. Beispielhaft nannte Künzer die Einrichtungen Steinweg, Corneliastraße und Breinigerberg und verwies zudem auf die Neubaupläne an der Stadtrandsiedlung und in der Schneidmühle. Bisher habe die Stadt als Dienstherr aber nicht reagiert. Die Stellungnahme des Personalrates würden rechtzeitig den Fraktionen zu ihren Beratungen zum Stellenplan übermittelt, kündigte Tim Grüttemeier an. Der Bürgermeister bestätigte zudem, dass die bereits beschlossenen Umwandlungen in unbefristete Stellen mit dem Zeitpunkt der Genehmigung der Haushaltssatzung durch die Bezirksregierung erfolgen sollen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Rathausstraße: Ende November komplett fertig

Bürgersteige vor dem Weihnachtsmarkt gepflastert. Kreuzungsbereich Anfang Oktober asphaltiert. Röhm kontert.

Es wird zwar kein „Oktoberfest“, aber zumindest ein frühzeitiges Weihnachtsgeschenk hält Tobias Röhm parat. Der Technische Beigeordnete konkretisiert, nachdem die Bauzeitenablauf im Ausschuss für Stadtentwicklung Thema war, gegenüber unserer Zeitung die weiteren Eckpunkte der Arbeiten:

 

Demnach wird ab Dezember die Rathausstraße komplett zwischen Schellerweg und Kaiserplatz im neuen Glanze erstrahlen können. Die Bürgersteige werden noch vor den Kupferstädter Weihnachtstagen, die am 23. November beginnen, fertiggestellt sein. Im Laufe der letzten Novemberwoche sollen Asphaltdecke und abschließende Arbeiten erfolgen.

 

Bereits im Juni war der Bauablauf Thema in dem Ausschuss. „Wie angekündigt könnte der erste Abschnitt am 24. Juli für den Verkehr freigegeben werden“, berichtet Röhm rückblickend. In der Sitzung habe das Tiefbauunternehmen auch auf die zweiwöchigen Bauferien im August hingewiesen. „Es ist daher nicht zutreffend, dass für diese Zeit ein Subunternehmer gesucht wurde oder die politischen Vertreter hiervon überrascht wurden“, sagt der Beigeordnete und verweist darauf, dass allen Beteiligten klar war, dass es diese zweiwöchige Pause geben werde:

 

„Insofern ist für mich die diesbezügliche Diskussion jetzt im Ausschuss nicht nachvollziehbar“, betont Röhm. SPD-Sprecher Rolf Engels hatte diesbezüglich jetzt in der Sitzung thematisiert und die Verwaltung angegriffen. Röhm weist diese Kritik als unbegründet zurück.

 

Im Juni wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten bei idealem Verlauf bis Ende Oktober abgeschlossen werden können. Der Verlauf ist aber nicht ideal: „Durch die bereits bekannten Probleme bei den Hausanschlüssen und die Veranstaltungen auf dem Kaiserplatz, deren Beeinträchtigungen für die Baumaßnahme etwas größer sind, als im Juni noch angenommen, verzögert sich der Zeitplan um circa vier Wochen“, berichtet der Technische Beigeordnete. „Nach derzeitigem Stand werden die Pflasterarbeiten im östlichen Bereich in der kommenden Woche abgeschlossen. Die Asphaltarbeiten werden bis zum ersten Oktober-Wochenende erfolgen“. Dann folgt erst einmal das große internationale Schmiedetreffen. Zu diesem Zeitpunkt werde auch der gesamte Einmündungsbereich Kaiserplatz/Vogelsänger fertiggestellt sein. Ab Anfang Oktober beginnen die Arbeiten im westlichen Bereich des Bauabschnitts.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Runder Geburtstag: Ein Jahrhundert in Stolberg

Bei Elisabeth Buschmann in Süssendell gibt es heute Grund zu Feiern. Die Seniorin begeht ihren 100. Geburtstag.

Foto: A. Buchbinder
Foto: A. Buchbinder

Auf ein ganzes Jahrhundert Lebenszeit wird Elisabeth Buschmann am Samstag zurückblicken können, denn an diesem Tag feiert sie ihren 100. Geburtstag.

 

Begehen wird die Urstolbergerin, die bis zum Alter von 85 Jahren in der Enkereistraße im Schatten der Burg gewohnt hat, diesen außergewöhnlichen Ehrentag im Rahmen einer von ihrem Sohn, Herbert Buschmann, organisierten Feier. Dabei sein werden neben ihrer Familie auch alle Mitarbeiter und Bewohner des Haus fünf im Süssendeller Seniorenzentrum, wo sie seit Mai diesen Jahres wohnt und, so Herbert Buschmann, „sehr gut betreut wird“.

 

Das Erreichen einer langen Lebensdauer liegt bei Elisabeth Buschmann in der Familie. So erreichte bereits ihr Vater ein Alter von neunzig Jahren und auch ihre sechs Geschwister erfreuten sich einer langen Lebenszeit. Jetzt jedoch ist sie die Letzte und das lässt sie auch schon einmal sehr nachdenklich werden.

 

Zurückschauend kann die gelernte Büglerin sagen, dass ihr Leben bestimmt war von viel Arbeit. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges teilte sie das Schicksal vieler Frauen dieser Zeit, sich und ihr Kind alleine durchbringen zu müssen. Für Elisbath Buschmann dauerte diese Durststrecke jedoch noch weit über das Kriegende hinweg an, da ihr Mann einige Jahre in russischer Gefangenschaft verbringen musste.

 

Zurück in der Heimat baute der gelernte Tischler aus Holzresten erst einmal Möbel für seine kleine Familie und man machte sich mit einer Wäscherei selbstständig. „Hier musste auch ich als Kind schon mit ran“, erinnert sich der Sohn schmunzelnd, „und im Sommer war das oft alles andere als angenehm.“ Auf 250 Hemden pro Woche, ohne die übrige Wäsche, brachte die fleißige Geschäftsfrau es und „bügeln konnte sie mit links und mit rechts“ erzählt Herbert Buschmann und schaut seine Mutter liebevoll an.

 

Ihren Ruhestand musste die Jubilarin alleine verbringen, denn ihr Mann verstarb bereits im Jahr 1985. Glücklich schätzt sie sich über die Unterstützung ihres Sohnes, der immer für sie da ist und ihr hilft. Ihm kann sie in jeder Situation bedenkenlos mit den Worten auf Stolberger Platt „wenn de et saess“ zustimmen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Akustische Gartenparty

Der Acoustic Garden geht heute mit hochkarätiger Besetzung in die zweite Runde.

Foto: A. Heinirchs
Foto: A. Heinirchs

Im letzten Jahr war es noch eine spontane Idee, jetzt steht schon die zweite Auflage in den Startlöchern: Die KOT Donnerberg und der Verein Rise präsentieren an diesem Samstag wieder ein Konzert voller akustischer Klänge. Insgesamt bietet das Programm an der Donnerberger Kirche Auftritte von fünf Künstlern/Bands.

 

Kittle (Aachen), David Dückers (Aachen), Skrallan & Jens (Stolberg, Aachen), Lukas Jansen (Aachen) und Alina Sebastian (Übach-Palenberg) werden live zu sehen sein und bilden gemeinsam ein buntes Line-Up aus Singer-Songwritern und Akustik-Kombos.

 

Mit Alina Sebastian wird in diesem Jahr eine Preisträgerin des renommierten deutschen Rock- und Poppreises ihre Musik zum Besten geben.

 

Die Vollblut-Musikerin gewann die Auszeichnung in der Kategorie „Singer“ mit Ihrem Song „Without You“ im Jahr 2014.

 

Das im letzten Jahr erprobte Konzept wird größtenteils beibehalten. Es wird erneut zwei Bühnen geben, die abwechselnd über den Abend hinweg bespielt werden.

 

Mit Grillwurst, kühle Getränke und atmosphärische Beleuchtung wird das Konzert zur großen Gartenparty.

 

Eine wichtige Veränderung bezieht sich auf die Gagen der Künstler. Erstmalig wird nach jedem Auftritt nach dem Prinzip „Kunst gegen Bares“ Geld im Publikum gesammelt, welches ungefiltert an die Musiker ausgeschüttet wird.

 

Das Konzert beginnt um 18 Uhr, Einlass ist bereits ab 17.30 Uhr.

 

Ein geringer Eintrittspreis und günstige Versorgung der Gäste bleiben unveränderte Grundprinzipien der Veranstaltung.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf Facebook:

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Aufschlag für den TC Blau-Weiß

Damen 40 siegen in 1. Bezirksliga. Morgen geht es bei den Männern um die Pokale.

Foto: H. Held
Foto: H. Held

Erfolgreich war der TC Blau-Weiß Stolberg zuletzt auf allen Ebenen.

 

Die Damen 40 des TC Blau-Weiß Stolberg gewannen durch einen 4:2-Erfolg über die 3. Mannschaft von TV Blau-Weiß Jülich die Meisterschaft in der 1. Bezirksliga. Birgit Kogel-Petrillo und Elke Kleinjohann gewannen sowohl ihre Einzel als auch im Doppel souverän. Das 2. Doppel hingegen war hart umkämpft.

 

Erst im Match-Tiebreak konnten sich Elke Polte und Andrea Croé-Trick mit 10:8 durchsetzen.

 

Mit diesem Sieg hat die Mannschaft zwar die Sommersaison als Tabellenführer beendet und die Meisterschaft errungen, kann jedoch leider nicht als Vierer-Mannschaft in die zweite Verbandsliga aufsteigen.

 

Die Herren 50 haben die Vorrunde des Verbandspokals gegen TC Rot Weiß Jülich mit 2:1 durch Siege von Werner Jahr im Einzel und von Herbert Pfeil und Christoph Borgmann im Doppel gewonnen.

 

Gleiches Ergebnis bei den jüngeren Herren: Ebenfalls mit 2:1 haben die Herren 30 die Vorrunde des Bezirkspokals des Tennisbezirks Aachen-Düren-Heinsberg gegen den Baesweiler TC durch Siege von Sebastian Muhl und Claudius Spirat in den Einzeln gewonnen.

 

Am morgigen Sonntag, 9. September, wird ab 14.30 Uhr das Pokalhalbfinale zur Endrunde des Verbandspokals der Herren 50 gegen den TF GW Bergisch Gladbach 75 auf der Tennisanlage des TC Blau-Weiß Stolberg ausgetragen.

 

Anschließend (ab circa 16.30 Uhr) treten die Herren 30 im Halbfinale zur Endrunde des Bezirkspokals gegen den TC Köln-Worringen an. Beide Begegnungen versprechen hochklassigen Tennissport.

 

Über zahlreiche mitfiebernde Zuschauer würden sich beide Mannschaften beim Turnier am Sonntag sehr freuen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Diesmal scheitert es an drei Zentimetern

2,97 statt 3,00 Meter in der Skizze: Stadt unterliegt vor Oberverwaltungsgericht mit Bauleitplanung für die Neustraße.

Fotos: R. Roeger, J. Lange
Fotos: R. Roeger, J. Lange

Vor sechs Jahren war es ein „A“, das überflüssigerweise im Bebauungsplan stand. Es ging um einen Fußweg und eine Lärmschutzwand für die längst eröffnete Lidl-Filiale an der Ecke von Ardennenstraße und Lerchenweg. Das besagte „A“ war zwar in den textlichen Festsetzungen entfernt, tauchte aber auf der Planurkunde weiterhin auf. Das konnte die Stadt zwar seinerzeit noch so eben reparieren, bei der Normenkontrollklage zu Fragen des Lärmschutzes und der Umweltprüfung unterlag sie dennoch mit ihrem Bebauungsplan Nr. 159 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster (Az.: 7 D 57/12.NE).

 

Die alte Geschichte erscheint wie eine Blaupause für die gestrige Niederlage ebenfalls vor dem 7. Senat des Oberverwaltungsgerichtes (Az.: 7 D 10/16.NE). Erneut ist es ein formeller und ein inhaltlicher Fehler, der die Bauleitplanung für den Mehrfamilienkomplex mit 23 Wohneinheiten an der Breiniger Neustraße zu Fall bringt. Nur diesmal ist es eine Differenz von drei Zentimetern.

 

Das unglaubliche bei der Geschichte: Die drei Zentimeter haben ellenlange Diskussionen während des Aufstellungsverfahrens bestimmt. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Zufahrt zu dem Gebäudeensemble im Innenbereich auf dem früheren Gelände eines Gartenbaubetriebes.

 

Die enge Zufahrt hatte der klagende Beschwerdeführer und Nachbar Gert Hermanns nach dem Aufstellungsbeschluss im Dezember 2014 immer wieder als eines von mehreren Argument benutzt, um die Grundzüge des eigentlichen Bauvorhabens zu verändern. Dabei geht es um die Frage einer ausreichende Breite der Zufahrt für die Feuerwehr. Drei Meter reichen aus, erklärten Feuerwehrchef und Stadtverwaltung unisono. Ein Nachmessen ergab aber an der engsten Stelle eine Breite von lediglich 2,97 Meter.

 

Die Fronten verhärteten sich weiter. Im Dezember 2015 setzte Hermanns einen Zaun auf die Grundstücksgrenze. Als Konsequenz kappten Investor und Grundeigentümer das der Zufahrt auf ihrer Seite angrenzende Haus um eben mindestens drei Zentimeter, so dass die Zufahrt nun tatsächlich auch an ihrer engsten Stelle drei Meter breit ist.

 

Während der Nachbarschaftskrieg seine Blüten trieb, paukte der Stadtrat die Bauleitplanung durch. Mit eben jener mindestens drei Meter breiten Zufahrt ins Wohngelände. Nun taucht in der Skizze zu den Festsetzungen des im Dezember 2015 gefassten Satzungsbeschluss es zu diesem „Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) Nr. 12 Neustraße“ besagte Einfahrt mit einer angegebenen Breite von „3,00 „Meter auf. Aber in dem vom Planungsbüro gefertigten und der Stadtverwaltung gezeichneten Lageplan 1:200 zu diesem VEP ist die Zufahrtsbreite mit 2,97 Meter beziffert.

 

Und darin erkannte der 7. Senat unter Vorsitz von Richter Jens Saurenhaus einen Fehler im Abwägungsprozess. „Die Zufahrt muss drei Meter breit sein, der Rat wollte drei Meter haben, aber im Plan stehen 2,97 Meter“, erklärt Pressedezernentin Dr. Gudrun Dahme auf Anfrage. Damit führt ein inhaltlicher Fehler zur Unwirksamkeit der Bauleitplanung. Und ein formeller zudem: Die ordnungsgemäße Reihenfolge von Ausfertigung und Bekanntmachung wurde nicht eingehalten, befand das OVG weiter: „Zuerst hätte der Bürgermeister unterschreiben müssen“, so Dahme. Die detaillierte Urteilsbegründung folgt noch.

 

Die Stadt kann jetzt versuchen, die nun ungültige Bauleitplanung in einem korrigierten Verfahren zu heilen. Die erteilte Baugenehmigung für den Wohnkomplex ist erst einmal von der Entscheidung in Münster unberührt, weil sie nicht angegriffen worden war.

 

Hermanns hatte in einem Eilantrag beim OVG ebenfalls die Zufahrt angegriffen (Az.: 7 B 349/16.NE), war aber gescheitert, da der 7. Senat keine so schwergewichtige Betroffenheit des Beschwerdeführers ausmachen konnte, um einem Hauptverfahren vorweg zu greifen.

 

Ebenso wie bei Lidl war die Stadt in einem weiteren Normenkontrollverfahren, ohne dass dies zu einer Beeinträchtigung der Nutzung führte. Leipzig entschied den Rechtsstreit gegen die Festsetzung zur Ansiedlung von Kaufland in Oberstolberg. Beim Bundesverwaltungsgericht unterlag 2010 die Stadt (Az.: 4 CN 3.09); die Bauleitplanung ist unwirksam. Konsequenzen für den Markt hat das nicht. Die Baugenehmigung war nicht angegriffen worden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Rathausstraße: Der Oktober ist nicht gesichert

Weiter Ungewissheit über die Fertigstellung des Straßenneubaus. Nun erschweren Veranstaltungen den Terminplan.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Bei dieser Antwort verschlägt es den Politikern nach mittlerweile dreistündiger Sitzung fast die Sprache: „Den Oktober kann ich nicht bestätigen“, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm auf Nachfrage von Rolf Engels (SPD). Dem fällt im Ausschuss für Stadtentwicklung die Kinnlade herunter. Entsetzt drein schauen die Kollegen von der CDU in den Nachbarbänken. Der von der Verwaltung zugesagte Fertigstellungstermin des laufenden Umbaus der Rathausstraße steht in den Sternen.

 

Dabei hatten Verwaltung und Tiefbauunternehmen zuletzt im Juni heftige Prügel wegen der Langsamkeit des Ausbaus bezogen. Die vorgebrachten Erläuterungen der Ursachen konnten kaum die erbosten Anlieger und Geschäftsleute beruhigen. Bis Ende Juli sollte der Abschnitt zwischen Schellerweg und Steinfeldstraße fertiggestellt sein. Das Versprechen wurde eingehalten.

 

Aber avisiert wurde zugleich eine Vollendung des Abschnittes zwischen Steinfeldstraße und Kaiserplatz bis Mitte / Ende Oktober – diesen Jahres. Bis dahin bleiben maximal sieben Wochen.

 

Nach den zweiwöchigen Bauferien wurden am 20. August die Arbeiten wieder aufgenommen. Derzeit wird noch immer das Pflaster auf der östlichen Straßenseite verlegt, deren Randsteine vor den Bauferien bereits gesetzt waren. Es fehlt nicht nur die halbseitige Deckschicht der Rathausstraße, sondern vor allem noch der komplette Ausbau der westlichen Straßenseite. Und welche Rolle unbekannte und verhedderte Leitungen von Versorgungsträgern auf der Zeitachse spielen können, das hatten die Tiefbauer bereits im Juni in den düstersten Farben „auf den Asphalt“ gemalt. Jedenfalls ist der weitere Zeitplan heute noch immer unkalkulierbar, berichtet die Verwaltung im Ausschuss. Und erntet damit erneut Schelte. Die Pflasterarbeiten hätte während der Bauferien ein Subunternehmen längst erledigen können, meint Rolf Engels. Dafür müsse man aber erst einmal einen Subunternehmen finden, kontert die Verwaltung. Das habe nicht geklappt. „Wir stehen täglich im Kontakt, um die Arbeiten zu optimieren“, sagt Tobias Röhm. Das Bauunternehmen bemühe sich redlich.

 

Als problematisch erweisen sich dabei in diesen Wochen die vielen Festivitäten, die auf dem Kaiserplatz durchgeführt werden: Stolrun, Stadtparty, Weinfest. Auf sie müsse Rücksicht genommen werden. So könne beispielsweise der Einmündungsbereich zum Kaiserplatz nicht aus einem Guss, sondern nur in drei Abschnitten erstellt werden.

 

„Es wäre fatal, wenn wir nun den erbosten Betroffenen sagen müssen, dass der Oktober-Termin nicht gehalten werden kann“, befindet Engels. Stadt und Unternehmen täten ihr Bestes, versichert indes die Verwaltung.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Römer haben Vorrang

Vor Frauen als neue Straßennamen in Mausbach.

Weder Marlene Dietrich noch eine Stolbergerin sollen ihren Namen hergeben für zwei neue Straßen im Wohnpark an der Gressenicher Straße. Der Ausschuss für Stadtentwicklung vertagte seine Auswahl auf die Oktober-Sitzung.

 

Die Politik war übereinstimmend der Meinung, dass die Identität des 1972 eingemeindeten Dorfes auch bei der Vergabe von Straßennamen gewahrt bleiben solle. Einmal ganz unabhängig von der Prämisse, einer Frau (Katharina Sieven war anders als von der Verwaltung dargestellt übrigens CDU-Ratsmitglied) dabei den Vorrang einräumen zu wollen, würden die vorgeschlagenen Personen aus Stolberg wenig Anklang in Mausbach finden. Die Politik will sich namenstechnisch lieber vor Ort orientieren.

 

Gesucht werden nun Namen mit Bezug der zwischen Mausbach und Gressenich gelegenen römischen Siedlung, in der bis ins 4. Jahrhundert hinein Messingeimer produziert wurden. Der Geschichtsverein soll bei der Suche nach passenden Begriffen behilflich sein.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Fachausschüsse stimmen zu

Nun müssen nur noch Hauptausschuss und Rat das IHKo absegnen.

Einigkeit herrschte am Mittwochabend im Rathaus in Sachen Integriertes Handlungskonzept (IHKo). Die Ausschüsse für Soziales und Stadtentwicklung tagten gemeinsam und sprachen sich einstimmig für das 235 Seiten lange Konzept aus. Die Linke war in dieser Sitzung allerdings nicht anwesend.

 

Zuvor erläuterte Stadtplaner Henrik Freudenau den Mitgliedern in einem fast eineinhalbstündigen Vortrag die wichtigsten Aspekte des Integrierten Handlungskonzepts, das den Namen „Berg- und Talachse – Miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg“ trägt. Im Juli des vergangenen Jahres hatte ein Auftaktgespräch mit der Stolberger Verwaltung stattgefunden. Im September wurde ein Arbeitskreis gegründet. Nun stellte die Verwaltung die zahlreichen Maßnahmen vor. Gefördert werden diese mit knapp 22 Millionen Euro, die dann schrittweise jährlich mit Einzelprojekten abgerufen werden kann.

 

Matthias Kirch, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, war sich sicher, dass man mit diesem Projekt einen „Meilenstein“ beschließen würde, der die Stadt verändern werde. Und auch Toni Grendel, der an diesem Abend den Vorsitz des Sozialausschusses übernahm, sagte: „Das ist der Schlüssel zur Verbesserung der Lebensumstände der Stolberger.“

 

In Hauptausschuss und Rat wird das Thema ebenfalls eine Rolle spielen. Dann wird endgültig über die Umsetzung abgestimmt. Gibt die Politik der Verwaltung das Okay, kann diese den offiziellen Förderantrag einreichen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Energiespar-Tipps auf der Stadtparty

Menschenkicker, Infos zur kaufmännischen Ausbildung und zum Stromsparen gibt es am Wochenende bei der EWV.

Foto: EWV/Markus Bienwald
Foto: EWV/Markus Bienwald

Das Dutzend ist voll: Die EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH lädt am Sonntag, 9. September, ab 13 Uhr zum 12. EWV-Energiespartag ein. Wie im vergangenen Jahr wird der Energiespartag wieder in den großen Rahmen der Stolberger Stadtparty eingebettet. Wem das Thema Energiesparen am Herzen liegt, der sollte vorbeischauen, denn beim EWV-Energiespartag gibt es umfangreiche Beratung und Informationen. Die Angebote reichen von der kostenlosen Energieberatung über die Vorstellung innovativer Heiztechniken bis zur Fotobox für Kinder mit Maskottchen Power Paul.

 

Erstmals sind die kaufmännischen Azubis der EWV mit ihrem eigenen Ausbildungsstand dabei. Dort berichtet der firmeneigene Nachwuchs aus erster Hand über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten. Mit viel Small Talk auf Augenhöhe mit den interessierten, jungen Besuchern, Infomaterial und wichtigen Tipps für eine gute Bewerbung. Das erfahrene Team von EWV-Experten zeigt gleichzeitig die ganze Palette von Effizienz-Maßnahmen für die eigenen vier Wände. Dabei ist es egal, ob es sich um kleine Tricks für den Haushalt dreht, wie beispielsweise die Nutzung von schaltbaren Steckdosenleisten, um den Stand-by-Stromverbrauch zu vermeiden, oder um komplexe Themen wie die Modernisierung der Haustechnik.

 

Heizungsmodernisierung, eine eigene Solaranlage, Elektromobilität und auch die Altbausanierung: All das ist mit den Experten der EWV und ihren Netzwerkpartnern möglich. Neben dem Leistungsspektrum der EWV, zu dem beispielsweise auch „Stromtankstellen“ für E-Autos und auch Pedelecs gehören, gibt es noch die Chance, sich von externen Fachleuten beraten zu lassen. So sind, wie schon bei den vergangenen Auflagen, auch die Verbraucherzentrale NRW, das Energieeffizienznetzwerk „effeff.ac“ und die Initiative „altbau plus“ zu Gast in Stolberg. Und um 15 Uhr gibt es noch einen Fachvortrag zum Thema „Neue Heizung ohne Anschaffungskosten“. Und auch auf dem Willy-Brandt-Platz gibt es Action pur: Der bereits am Vortag startende 1. EWV-Stadtparty-Cup. Dafür bauen die Fußballer vom SV Breinig eigens einen großen Menschenkicker auf dem Willy-Brandt-Platz auf.

 

Dort stehen sich die Teammitglieder an festen Plätzen und Stangen gegenüber, machen Tore und wollen Treffer verhindern. Samstags messen sich hier die erwachsenen Teams, während am Sonntag der Nachwuchs an der Reihe ist.

 

Natürlich ist die abschließende Siegerehrung hier der krönende Höhepunkt des Events im Event. Doch damit nicht genug Fußball-Action: So hat sich auch der VfL Vichttal mit seinem Fußball-Dart angekündigt. „Wir bieten auch in der 12. Auflage des EWV-Energiespartages wieder eine tolle Mischung aus Information, Unterhaltung und Spaß an“, freut sich EWV-Marketingleiter Andreas Ihrig. „Kommen Sie einfach vorbei, bis 18 Uhr stehen unsere Türen für Sie offen“, lädt er ein.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Organspenden auch ein junges Thema

Viele Informationen und angeregte Gespräche bei der Podiumsdiskussion der DAK im Museum Zinkhütter Hof.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Die Informationsdichte ist hoch gewesen, gesprochen wurde viel bei dem DAK-Podium zum Thema Organspende. Der Satz des Abends war allerdings leicht auszumachen: „Ich bin unendlich dankbar“, beendete Günter Breitenberger von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW seine Geschichte. Diese hatte mit einer scheinbar harmlosen Erkältung begonnen, aus der eine verschleppte Lungenentzündung resultierte. „Dann fand ich mich im Krankenhaus in der Intensivstation wieder – mit einer Herzleistung von nur noch zehn Prozent“, berichtete Breitenberger.

 

Es folgten Therapie, Operationen und Reha. Medikamente, die Rhythmusstörungen ausgleichen sollten, lösten schwere Nebenwirkungen aus, ihm wurde ein Kunstherz eingesetzt, und als Breitenberger Anfang 2017 einen Schlaganfall erlitt, rang er erneut mit dem Tod. Im Mai 2017 wurde ihm dann ein Spender-Herz transplantiert. „Heute gehe ich täglich mit meinem Hund spazieren“, sagte Breitenberger, „und dafür bin ich unendlich dankbar“. Günter Breitenbergers Geschichte ist eine von vielen und ein Beispiel dafür, dass Organspenden Leben retten. Doch die Bereitschaft zur Organspende sinkt in Deutschland.

 

Und auch das Interesse an dem Thema scheint nicht sonderlich groß zu sein, wie die eher bescheidene Besucherzahl bei der Podiumsdiskussion im Stolberger Museum Zinkhütter Hof vermuten lässt. Mut machte jedoch, dass mit einem Philosophie- und einem Religionskurs des Goethe-Gymnasiums etliche junge Leute der Einladung der DAK gefolgt waren. Und die Schüler hatten sich im Unterricht mit der Thematik auseinandergesetzt und beteiligten sich rege an der Diskussion bei der von unserer Redakteurin Katharina Menne moderierten Veranstaltung.

 

„Mit dem Thema Organspende kann man sich nicht früh genug beschäftigen“, dankte Klaus Overdiek den jungen Leuten für ihr Kommen, und der Leiter der NRW-Landesvertretung der DAK-Gesundheit freute sich ebenso über die älteren Gäste, weil die Besucher der Podiumsdiskussion mehrere Generationen repräsentierten. Ihnen erläuterte Dr. Gero Frings, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Transplantationsbeauftragten NRW, das Prozedere der Organspende. Gebe es keine eindeutige Verfügung der Verstorbenen für oder gegen eine Organspende, müssten die Mediziner „zum ungünstigsten Zeitpunkt die schwierigste Frage an die unglücklichsten Angehörigen stellen“, sagte Frings.

 

Er appellierte zudem an die Politik, flächendeckende Hirntoddiagnostik in Deutschland zu etablieren, damit die Zahl der Spender-Organe, die Hirntoten entnommen werden, erhöht werden könne. Seitens der Politik nahm Heike Gebhard (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales im NRW-Landtag, an der Diskussion teil. Gebhard erklärte, das Land Nordrhein-Westfalen sei hinsichtlich der Organspende quasi ein Vorreiter für bundesweite Überlegungen gewesen – der Entwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn für ein neues Transplantationsgesetz basiere in weiten Teilen auf den NRW-Forderungen. Sie plädierte außerdem dafür, das Thema nicht parteipolitisch anzugehen. Sie betonte: „Es ist wichtig, dass die Verstorbenen nach einer Organspende in einem würdigen Zustand an die Angehörigen übergeben werden.“

 

Dr. Patrick Hamid Alizai, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Uniklinik Aachen, in der 2017 mehr als 80 Organe transplantiert wurden, verblüffte die Gäste: Auch vermeintlich alte Organe von betagteren Spendern helfen, Leben zu retten. Denn tatsächlich können die gespendeten Organe sich ein Stück weit dem Körper des Transplantierten anpassen und somit auch verjüngen, wie Alizai ausführte.

 

Die Quintessenz der Podiumsdiskussion kam dem Untertitel der Veranstaltung, „Mitreden – selbst entscheiden“, nahe. Politik und die Krankenkassen sollten mit großangelegten Kampagnen sowie auch mit kleineren Informations- und Diskussionsveranstaltungen das Thema Organspende mitten in unsere Gesellschaft, also in das Bewusstsein möglichst vieler Menschen tragen, meinte Klaus Overdiek von der DAK.

 

Zahlen zu Organspenden in Deutschland

  • Rund 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebenswichtiges Organ; jeden Tag kommen etwa 14 dazu. Täglich sterben drei Menschen, die auf der Warteliste stehen. Auf eine Niere wartet ein Mensch im Durchschnitt acht Jahre. Nur 17 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Willkommen im ehrenwertenStolberger Nachwuchs erfolgreich bei Werfertag Aachen

In Übach-Palenberg überzeugen die Geschwister Orgzey. Julian Eichenauer wird Städteregionsmeister im Vierkampf.

Die Geschwister Orgzey von der LG Stolberg zeigten bei einem Werfertag in Übach-Palenberg eine wahre Leistungsexplosion. Auch wenn die gezeigte Leistung nicht immer zum Sieg führte, bei jedem Start verbesserten beide ihre persönliche Bestleistungen gleich um viele Meter.

 

Der Trainingsfleiß seit dem Start des intensiveren Wurftrainings vor einem Jahr und teilweise sogar zusätzlich auch in den Schulferien zahlen sich nun aus. Insbesondere bei den anspruchsvollen technischen Disziplinen des Hammer- und Diskuswerfens können beide jungen Sportler gegenüber der Konkurrenz nun gut mithalten.

 

Die 13-jährige Kassandra Orgzey gewann in der Jugendklasse U 14 das Hammerwerfen mit 23,74 Metern, belegte mit 21,25 Metern beim Diskuswerfen den zweiten Platz, kam mit 22,85 Metern beim Speerwerfen auf den dritten Platz und stieß die Kugel 6,30 Meter und wurde Vierte.

 

Ihr 15-jähriger Bruder Gideon Orgzey gewann in der Jugendklasse U 16 ebenfalls das Hammerwerfen mit 29,44 Metern, warf im letzten Versuch den Diskus auf 31,34 Meter und wurde mit dieser Weite Dritter. Die gleiche Platzierung brachte ihm 9,48 Meter im Kugelstoßen ein.

 

Der Zwölfjährige Julian Eichenauer wurde in Herzogenrath Städteregionsmeister im Vierkampf in der Altersklasse U 14 mit 1392 Punkten. Dabei hatte es nach den ersten drei Disziplinen gar nicht nach einem Sieg ausgesehen. Mit 3,98 Metern im Weitsprung, Bestleistung im Ballwurf mit 32 Metern und 11,87 Sekunden im 75-Meter-Lauf lag er 106 Punkte hinter dem bis dahin noch führenden Schüler von Alemannia Aachen.

 

Doch dann wurde es noch einmal richtig spannend. Während der Aachener im Hochsprung schon mit übersprungenen 1,10 Metern frühzeitig ausscheiden musste, steigerte sich Julian immer mehr.

 

Auch zwischenzeitliche Fehlversuche brachten ihn nicht aus dem Konzept. So steigerte er sich mit einer neuer Bestleistung auf letztendlich 1,30 Meter.

 

Mit der Siegerehrung wurde bekannt, dass er den Rückstand aufgeholt hatte und mit sechs Punkten Vorsprung gewann. Überglücklich nahm er die Urkunde als Städteregionsmeister im Vierkampf in Empfang.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Zugängliche Klassik beim Musiksommer

Jan Vojtek präsentiert beim Klavierabend im Kulturzentrum ein raffiniertes Programm voll Tiefe und Lebendigkeit.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Stolberger Musiksommers war der Klavierabend mit Jan Vojtek im Kulturzentrum Frankental. Nicht nur das Konzertprogramm war hochkarätig, auch der Künstler spielte die Masse von großen, ansprechenden Klavierwerken mit herausragendem Klangsinn und pianistischer Farbenpracht, sodass es am Ende Standing Ovations und Bravo-Rufe für den äußerst begnadeten jungen Künstler aus Tschechien gab.

 

Florian Koltun, Pianist und Kulturmanager, hatte die Moderation des Abends übernommen und erleichterte durch seine Hintergrundkommentare auch Einsteigern den Zugang in die Klassik. Den Anfang gestaltete der 23-Jährige mit der „Ungarischen Rhapsodie Nr.2“ von Franz Liszt in einer Transkripition des ukrainischen Pianisten Vladimir Horowitz, der hier nicht auf eigene „Zutaten“ wie donnernde Passagen und perlende Läufe verzichtete.

 

Vojtek erwies sich von Beginn an als ein Virtuose von hohem Grad, tauchte tief in die Gedanken- und Gefühlswelt Liszts ein und verlieh seinem Spiel Tiefe und Lebendigkeit. Ein tragisches Ereignis bei Straßenunruhen in Brünn, bei dem ein Student zu Tode kam, inspirierte Leos Janácek zu der „Klaviersonate 1.X.1905“. Mit den zwei Sätzen, die mit „Vorahnung“ und „Tod“ betitelt sind, hatte Jan Vojtek beim „Euregio Piano Award“ 2018 in Geilenkirchen einen Spezialpreis gewonnen, weil er die düsteren, depressiven Sätze, in denen Janácek seinen Schmerz und sein trauriges Gefühl verarbeitet hatte, einfühlsam und leidenschaftlich gestaltete. Heitere Melodien kamen in „Venezia e Napoli“, drei virtuosen Charakterstücken zu italienischen Themen von Franz Liszt, zum Ausdruck, mit denen Vojtek noch einmal das Publikum vor der Pause fesselte: Ein Kavalier lädt eine junge Frau zu einer romantischen „Gondelfahrt“ ein. Im Hintergrund erklingt das Lied, die „Canzone“ eines Gondolfiers, und am Schluss folgt eine virtuose „Tarantella“.

 

Der Name Modest Mussorgski lebt in dem bedeutenden Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“, in dem das Genie der jungrussischen Schule sich durch Aquarelle und Zeichnungen des befreundeten Architekten Victor Hartmann 1874 angeregt fühlte. Die Komposition ist eine Hommage an den verstorbenen Freund. Mussorgski streift durch die Galerie und betrachtet die zehn Bilder, wobei das wiederkehrende Zwischenspiel der „Promenade“ die Bilder und deren unterschiedliche Stimmung miteinander verbindet. Jan Vojtek gelang eine geschmeidige emotionsreiche Interpretation mit Spannung und Esprit. Er besaß das Talent, die Bilder zum Leben zu erwecken. Für die Zuhörer war es Gänsehaut pur und klaviertechnisch eine große Meisterleistung.

 

Vier Monate vor der Uraufführung am 12. Februar 1924 beauftragte der Bandleader Paul Whitman George Gershwin ein Werk für sein Orchester zu schreiben, das Jazz und Klassik zusammenführe. Gershwin lehnte aus Termingründen zuerst ab. Als er dann Anfang des Jahres überrascht auf eine Zeitungsannonce in der New York Post stieß, in der Whiteman ein Jazz-Konzert mit ihm ankündigte, hatte er keine Wahl mehr und setzte seine Ideen, die ihm durch das monotone Geräusch auf einer Eisenbahnfahrt ins Ohr kamen, umgehend um.

 

Viele Versionen mit Orchester oder einfach nur auf dem Klavier sind seither erschienen. Diese hoch raffinierte Komposition verlangt dem Pianisten außerordentliche Fingerfertigkeit ab, der der junge Jan Vojtek voll gerecht wurde. Er gab der Interpretation viel Raum und Spannung, sodass der Versuch, Jazz und Klassik zusammenzubringen, nicht nur in New York, sondern auch in Stolberg zu einem großen Erfolg wurde.

 

Das Publikum war aus dem Häuschen, erhob sich von den Plätzen und applaudierte frenetisch. Als Zugabe spielte Jan Vojtek „Bugatti step“ von seinem Landsmann Jaroslav Jezek.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Saisonauftakt gegen Rheindorf als erster Höhepunkt

Handball: SSV-Trainer Bernd Schellenbach sieht sich für die Verbandsliga gut aufgestellt. Heute Pokalspiel „der Dritten“.

Am Wochenende startet für die Handballer des Stolberger SV die neue Saison. Das Vorspiel zum Saisonauftakt findet am heutigen Freitag um 20.15 Uhr im Goethe Gymnasium statt. Hier trifft die neugegründete „Dritte“ im Pokal auf den Kreisligisten aus Eilendorf. Das Old- und Allstar-Team der Stolberger rechnet sich zwar keine Chancen gegen den höherklassigen Gegner aus, ist sich aber sicher, von vielen Fans lautstark unterstützt zu werden.

 

Am Sonntag, dem 9. September, kommt es dann ab 12 Uhr zur Präsentation der Mannschaften und Sponsoren. Im Rahmen der Veranstaltung wird es einen Kreativwettbewerb zur Gestaltung des neuen Vereinsshirts sowie die ein oder andere Neuigkeit mit auf den Weg geben. Mit Sicherheit wird auch die ständig wachsende Jugendabteilung über die im Juli und August stattgefundenen Handballfreizeiten in Schweden und in der Vulkaneifel einiges zu erzählen haben!

 

Um 16.15 Uhr beginnt dann der „Match Day“. Die zweite Mannschaft starten die Saison mit einer hohen Erwartungshaltung gegen den VFL Bardenberg II. Das junge Team um den neuen Coach „Mitch“ Göldner wird wohl alles in die Waagschale werfen müssen.

 

Dem Vereinskonzept zu Folge kommen leistungsgerecht in allen drei Herren Teams nun die A-Jugendlichen mit zum Einsatz. Der Vorstand verspricht sich damit eine schnellere Integration der Junioren in allen Leistungsebenen. Optimistisch schaut man nach einer sehr intensiven Vorbereitung der Saison entgegen. Im Anschluss hieran startet die erste Männer-Mannschaft in die Saison. Die Verbandsligahandballer des Stolberger SV starten allerdings zu ungewohnter Spielzeit.

 

Drei Monate Vorbereitung hat das Team von SSV-Trainer Bernd Schellenbach und seinem Co-Trainer und Physiotherapeuten Christian Bünten absolviert. Viele Trainingseinheiten und einige Spiele später hat das Warten nun ein Ende, denn am Sonntag, dem 9. September, um 18:15 Uhr, empfängt der Aufsteiger den TuS Rheindorf am Glashütter Weiher. Während der SSV sich als Liganeuling erst einfinden werden muss, kann der in Stolberg noch als Spieler bekannte neue Trainer des Gastes, Rene Hosan, auf eine eingespielte und erfahrene Verbandsligamannschaft zurückgreifen. Mit Nico Esch verfügt der TuS über einen abgezockten Torjäger und Spielorganisator, der Tempo und Taktik auf dem Platz diktiert und dabei seine Nebenleute zu bestens positionieren weiß.

 

„Nico ist mit Sicherheit ein Schlüsselspieler, doch auch die routinierten Kräfte Werling, Schmitz, Sümercan, Ante und auch Bolten sind jederzeit gefährlich. Neu im Team ist Markus Lenhof, der im linken Rückraum für Torgefahr sorgen soll. Insgesamt stellt Rheindorf eine körperlich sehr robuste und groß gewachsene Mannschaft auf die Platte, die uns mit guten Torleuten alles abverlangen wird“, blickt Schellenbach voraus.

 

Da es aktuell keine Verletzungssorgen beim Gastgeber gibt, hofft man auf ein Duell auf Augenhöhe und auf die ersten beiden Punkte in einer neuen Liga.

 

„Ich denke, wir sind gutvorbereitet und fit für diese erste Standortbestimmung. Durch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Kaderoptionen werde ich erst kurz vor Spielbeginn entscheiden, in welcher Formation wir beginnen und welche taktische Ausrichtung wir wählen“, so Schellenbach.

 

Die Mannschaft brennt auf ihren ersten Auftritt vor eigenem Publikum und hofft auf eine volle Tribüne.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Sprache fördern mit Karten und Kaffee

Vier Stolberger Einrichtungen nehmen am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teil. Zusammenarbeit mit Eltern wichtig.

Foto: S. Essers
Foto: S. Essers

Als Vera Heuzeroth Anfang der 1980er Jahre ihre Ausbildung zur Erzieherin startete, wusste sie noch nicht, wie sich der Beruf im Laufe der kommenden Jahrzehnte verändern würde. Seit rund vier Jahren arbeitet Heuzeroth in der städtischen Kita im Steinweg. Seit April ist sie dort als sogenannte Sprachkraft tätig. Was es damit auf sich hat? Und wie die Einrichtung das Thema Sprache im Kita-Alltag umsetzt? Dazu später mehr.

 

Seit dem vergangenen Jahr ist die Einrichtung ein Teil des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Im Jahr 2016 ist das Programm gestartet, es läuft bis 2020. In dieser Zeit investiert der Bund insgesamt eine Milliarde Euro in das Projekt. In Stolberg sind insgesamt vier Einrichtungen mit von der Partie: die inklusive Kita Caritas Lebenswelten sowie die beiden städtischen Kitas Steinweg und Wiesenstraße und das städtische inklusive Familienzentrum Franziskusstraße. Im Kinder- und Jugendausschuss (KJA), der am heutigen Donnerstag im Ratssaal tagt, wird das Programm vorgestellt und auch die Stolberger Einrichtungen berichten von ihren Erfahrungen.

 

Auch wenn die Kita im Steinweg erst seit der zweiten Förderwelle, die im vergangenen Jahr startete, dabei ist, ziehen Vera Heuzeroth und Kita-Leiterin Heike Plumm-Brandt bisher eine positive Bilanz. „Wir sind begeistert von den Chancen, die uns dieses Programm bietet“, sagt Heuzeroth. Die beiden Frauen fungieren als ein sogenanntes Tandem-Team – eine Schnittstelle zwischen der Fachberatung und dem Kita-Team. Ihre Aufgaben: Sie überarbeiten kontinuierlich das Konzept der Einrichtung und versuchen, das Programm – anhand verschiedener Projekte, die in den Kita-Alltag integriert werden –, weiter nach vorne zu bringen. Alle Schritte müssen zudem dokumentiert werden und es findet regelmäßig ein Monitoring auf Bundesebene statt.

 

Wichtig sei, dass jede Einrichtung ein passgenaues Konzept erarbeite. In der Kita im Steinweg steht vor allem die Zusammenarbeit mit den Eltern im Vordergrund. Seit November 2017 findet regelmäßig ein Elterncafé statt, das sich großer Beliebtheit erfreue. Die Initiierung eines Elterncafés gehöre für andere Einrichtungen zum Kita-Alltag dazu. Für die Einrichtung im Steinweg, die insgesamt Platz für 47 Kinder hat, sei dies allerdings etwas Besonderes, machen Heuzeroth und Plumm-Brandt deutlich. Ursprünglich wurde das Elterncafé eingerichtet, damit diese während der Eingewöhnung des Nachwuchses in der Kita vor Ort bleiben können, falls ihre Kinder zu ihnen zurück möchten. Heuzeroth und Plumm-Brandt nutzten die Möglichkeit, um so mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. „So konnten wir den ersten Kontakt aufnehmen, den Eltern Ängste nehmen und auch Fragen beantworten. Das war für alle Beteiligten ein positives Erlebnis“, sagt Heuzeroth.

 

Eine Elternversammlung bestätigte den Eindruck der Erzieherinnen. „Dort haben wir eine hundertprozentige Zustimmung für die Fortsetzung des Elterncafés bekommen“, sagt Heuzeroth. Momentan finde dieses noch ohne feste Themen statt, weil es immer wieder Gesprächsbedarf gebe. Das komme vor allem dadurch, dass die Familien aus verschiedenen Ländern kommen und unterschiedliche Sprachen sprechen. „Im Rahmen des Elterncafés gibt es die Möglichkeit, Dinge in Ruhe zu übersetzen oder auch öfter nachzufragen“, sagt Heuzeroth.

 

Damit das mit der Kommunikation von Beginn an funktioniert, haben Heuzeroth und Plumm-Brandt Kommunikationskarten eingeführt. Auf diesen sind die wichtigsten Aspekte – darunter Öffnungszeiten oder der Umgang mit Krankmeldungen – in insgesamt zehn verschiedenen Sprachen erklärt. „Das erleichtert uns die Kommunikation ungemein und dadurch erfahren wir auch sehr große Dankbarkeit und Offenheit von den Eltern. Seitdem sind viele gute Gespräche entstanden“, sagt Vera Heuzeroth.

 

Die Initiative, an dem Programm teilzunehmen, kam übrigens von der Einrichtung selbst. Also wandte man sich an den Träger – in dem Falle die Stolberger Verwaltung – und die gab dies dann an den Bund weiter. „Unser Einzugsgebiet war prädestiniert für dieses Projekt, deshalb haben wir angefragt“, sagt Heike Plumm-Brandt. Auch ein Blick in den Sozialbericht der Stadt verdeutlicht, dass es in Oberstolberg eine große kulturelle Vielfalt gibt. Dort beträgt der Anteil der ausländischen Einwohner 22,4 Prozent. Davon stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Rumänien und auch Serbien-Montenegro.

 

Damit in den Familien nicht nur in der Muttersprache, sondern auch in deutscher Sprache kommuniziert wird, hat die Einrichtung im Steinweg ihr Elterncafé um eine kleine Leihbücherei, in der die Eltern zweisprachige Bilderbücher leihen können, erweitert. In den kommenden Monaten soll etabliert werden, dass die Eltern den Kindern in der Kita regelmäßig daraus vorlesen. So will man die Eltern mehr einbinden, erklärt Vera Heuzeroth. Und damit nicht genug. Ein weiterer wichtiger Aspekt in den nächsten Monaten ist die Teamarbeit. Schließlich sind seit einigen Wochen drei neue Kolleginnen in der Einrichtung. Mit ihnen und den weiteren Mitarbeiterinnen will man unter anderem Themen wie sprachanregende Spielangebote erarbeiten. Zudem soll die Vernetzung mit der Stolberger Bücherei intensiviert werden. Ab Herbst werden die Erzieherinnen mit Kindern und Eltern dort regelmäßig zu Gast sein, um den Familien diese Möglichkeit näherzubringen.

 

Vera Heuzeroth, Heike Plumm-Brandt und ihren Kolleginnen macht die Weiterentwicklung des Projekts besonders großen Spaß. „Für unsere Einrichtung und auch für die Kinder eröffnen sich so jede Menge Chancen. Wir haben täglich neue Ideen, müssen aber einen Schritt nach dem anderen machen“, sagt Heuzeroth. In der heutigen Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses berichten auch die anderen Stolberger Einrichtungen von ihren Erfahrungen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

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52062 Aachen

 

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