Organspenden auch ein junges Thema

Viele Informationen und angeregte Gespräche bei der Podiumsdiskussion der DAK im Museum Zinkhütter Hof.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Die Informationsdichte ist hoch gewesen, gesprochen wurde viel bei dem DAK-Podium zum Thema Organspende. Der Satz des Abends war allerdings leicht auszumachen: „Ich bin unendlich dankbar“, beendete Günter Breitenberger von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW seine Geschichte. Diese hatte mit einer scheinbar harmlosen Erkältung begonnen, aus der eine verschleppte Lungenentzündung resultierte. „Dann fand ich mich im Krankenhaus in der Intensivstation wieder – mit einer Herzleistung von nur noch zehn Prozent“, berichtete Breitenberger.

 

Es folgten Therapie, Operationen und Reha. Medikamente, die Rhythmusstörungen ausgleichen sollten, lösten schwere Nebenwirkungen aus, ihm wurde ein Kunstherz eingesetzt, und als Breitenberger Anfang 2017 einen Schlaganfall erlitt, rang er erneut mit dem Tod. Im Mai 2017 wurde ihm dann ein Spender-Herz transplantiert. „Heute gehe ich täglich mit meinem Hund spazieren“, sagte Breitenberger, „und dafür bin ich unendlich dankbar“. Günter Breitenbergers Geschichte ist eine von vielen und ein Beispiel dafür, dass Organspenden Leben retten. Doch die Bereitschaft zur Organspende sinkt in Deutschland.

 

Und auch das Interesse an dem Thema scheint nicht sonderlich groß zu sein, wie die eher bescheidene Besucherzahl bei der Podiumsdiskussion im Stolberger Museum Zinkhütter Hof vermuten lässt. Mut machte jedoch, dass mit einem Philosophie- und einem Religionskurs des Goethe-Gymnasiums etliche junge Leute der Einladung der DAK gefolgt waren. Und die Schüler hatten sich im Unterricht mit der Thematik auseinandergesetzt und beteiligten sich rege an der Diskussion bei der von unserer Redakteurin Katharina Menne moderierten Veranstaltung.

 

„Mit dem Thema Organspende kann man sich nicht früh genug beschäftigen“, dankte Klaus Overdiek den jungen Leuten für ihr Kommen, und der Leiter der NRW-Landesvertretung der DAK-Gesundheit freute sich ebenso über die älteren Gäste, weil die Besucher der Podiumsdiskussion mehrere Generationen repräsentierten. Ihnen erläuterte Dr. Gero Frings, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Transplantationsbeauftragten NRW, das Prozedere der Organspende. Gebe es keine eindeutige Verfügung der Verstorbenen für oder gegen eine Organspende, müssten die Mediziner „zum ungünstigsten Zeitpunkt die schwierigste Frage an die unglücklichsten Angehörigen stellen“, sagte Frings.

 

Er appellierte zudem an die Politik, flächendeckende Hirntoddiagnostik in Deutschland zu etablieren, damit die Zahl der Spender-Organe, die Hirntoten entnommen werden, erhöht werden könne. Seitens der Politik nahm Heike Gebhard (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales im NRW-Landtag, an der Diskussion teil. Gebhard erklärte, das Land Nordrhein-Westfalen sei hinsichtlich der Organspende quasi ein Vorreiter für bundesweite Überlegungen gewesen – der Entwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn für ein neues Transplantationsgesetz basiere in weiten Teilen auf den NRW-Forderungen. Sie plädierte außerdem dafür, das Thema nicht parteipolitisch anzugehen. Sie betonte: „Es ist wichtig, dass die Verstorbenen nach einer Organspende in einem würdigen Zustand an die Angehörigen übergeben werden.“

 

Dr. Patrick Hamid Alizai, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Uniklinik Aachen, in der 2017 mehr als 80 Organe transplantiert wurden, verblüffte die Gäste: Auch vermeintlich alte Organe von betagteren Spendern helfen, Leben zu retten. Denn tatsächlich können die gespendeten Organe sich ein Stück weit dem Körper des Transplantierten anpassen und somit auch verjüngen, wie Alizai ausführte.

 

Die Quintessenz der Podiumsdiskussion kam dem Untertitel der Veranstaltung, „Mitreden – selbst entscheiden“, nahe. Politik und die Krankenkassen sollten mit großangelegten Kampagnen sowie auch mit kleineren Informations- und Diskussionsveranstaltungen das Thema Organspende mitten in unsere Gesellschaft, also in das Bewusstsein möglichst vieler Menschen tragen, meinte Klaus Overdiek von der DAK.

 

Zahlen zu Organspenden in Deutschland

  • Rund 10 000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebenswichtiges Organ; jeden Tag kommen etwa 14 dazu. Täglich sterben drei Menschen, die auf der Warteliste stehen. Auf eine Niere wartet ein Mensch im Durchschnitt acht Jahre. Nur 17 Prozent der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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