Sprache fördern mit Karten und Kaffee

Vier Stolberger Einrichtungen nehmen am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teil. Zusammenarbeit mit Eltern wichtig.

Foto: S. Essers
Foto: S. Essers

Als Vera Heuzeroth Anfang der 1980er Jahre ihre Ausbildung zur Erzieherin startete, wusste sie noch nicht, wie sich der Beruf im Laufe der kommenden Jahrzehnte verändern würde. Seit rund vier Jahren arbeitet Heuzeroth in der städtischen Kita im Steinweg. Seit April ist sie dort als sogenannte Sprachkraft tätig. Was es damit auf sich hat? Und wie die Einrichtung das Thema Sprache im Kita-Alltag umsetzt? Dazu später mehr.

 

Seit dem vergangenen Jahr ist die Einrichtung ein Teil des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Im Jahr 2016 ist das Programm gestartet, es läuft bis 2020. In dieser Zeit investiert der Bund insgesamt eine Milliarde Euro in das Projekt. In Stolberg sind insgesamt vier Einrichtungen mit von der Partie: die inklusive Kita Caritas Lebenswelten sowie die beiden städtischen Kitas Steinweg und Wiesenstraße und das städtische inklusive Familienzentrum Franziskusstraße. Im Kinder- und Jugendausschuss (KJA), der am heutigen Donnerstag im Ratssaal tagt, wird das Programm vorgestellt und auch die Stolberger Einrichtungen berichten von ihren Erfahrungen.

 

Auch wenn die Kita im Steinweg erst seit der zweiten Förderwelle, die im vergangenen Jahr startete, dabei ist, ziehen Vera Heuzeroth und Kita-Leiterin Heike Plumm-Brandt bisher eine positive Bilanz. „Wir sind begeistert von den Chancen, die uns dieses Programm bietet“, sagt Heuzeroth. Die beiden Frauen fungieren als ein sogenanntes Tandem-Team – eine Schnittstelle zwischen der Fachberatung und dem Kita-Team. Ihre Aufgaben: Sie überarbeiten kontinuierlich das Konzept der Einrichtung und versuchen, das Programm – anhand verschiedener Projekte, die in den Kita-Alltag integriert werden –, weiter nach vorne zu bringen. Alle Schritte müssen zudem dokumentiert werden und es findet regelmäßig ein Monitoring auf Bundesebene statt.

 

Wichtig sei, dass jede Einrichtung ein passgenaues Konzept erarbeite. In der Kita im Steinweg steht vor allem die Zusammenarbeit mit den Eltern im Vordergrund. Seit November 2017 findet regelmäßig ein Elterncafé statt, das sich großer Beliebtheit erfreue. Die Initiierung eines Elterncafés gehöre für andere Einrichtungen zum Kita-Alltag dazu. Für die Einrichtung im Steinweg, die insgesamt Platz für 47 Kinder hat, sei dies allerdings etwas Besonderes, machen Heuzeroth und Plumm-Brandt deutlich. Ursprünglich wurde das Elterncafé eingerichtet, damit diese während der Eingewöhnung des Nachwuchses in der Kita vor Ort bleiben können, falls ihre Kinder zu ihnen zurück möchten. Heuzeroth und Plumm-Brandt nutzten die Möglichkeit, um so mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. „So konnten wir den ersten Kontakt aufnehmen, den Eltern Ängste nehmen und auch Fragen beantworten. Das war für alle Beteiligten ein positives Erlebnis“, sagt Heuzeroth.

 

Eine Elternversammlung bestätigte den Eindruck der Erzieherinnen. „Dort haben wir eine hundertprozentige Zustimmung für die Fortsetzung des Elterncafés bekommen“, sagt Heuzeroth. Momentan finde dieses noch ohne feste Themen statt, weil es immer wieder Gesprächsbedarf gebe. Das komme vor allem dadurch, dass die Familien aus verschiedenen Ländern kommen und unterschiedliche Sprachen sprechen. „Im Rahmen des Elterncafés gibt es die Möglichkeit, Dinge in Ruhe zu übersetzen oder auch öfter nachzufragen“, sagt Heuzeroth.

 

Damit das mit der Kommunikation von Beginn an funktioniert, haben Heuzeroth und Plumm-Brandt Kommunikationskarten eingeführt. Auf diesen sind die wichtigsten Aspekte – darunter Öffnungszeiten oder der Umgang mit Krankmeldungen – in insgesamt zehn verschiedenen Sprachen erklärt. „Das erleichtert uns die Kommunikation ungemein und dadurch erfahren wir auch sehr große Dankbarkeit und Offenheit von den Eltern. Seitdem sind viele gute Gespräche entstanden“, sagt Vera Heuzeroth.

 

Die Initiative, an dem Programm teilzunehmen, kam übrigens von der Einrichtung selbst. Also wandte man sich an den Träger – in dem Falle die Stolberger Verwaltung – und die gab dies dann an den Bund weiter. „Unser Einzugsgebiet war prädestiniert für dieses Projekt, deshalb haben wir angefragt“, sagt Heike Plumm-Brandt. Auch ein Blick in den Sozialbericht der Stadt verdeutlicht, dass es in Oberstolberg eine große kulturelle Vielfalt gibt. Dort beträgt der Anteil der ausländischen Einwohner 22,4 Prozent. Davon stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Rumänien und auch Serbien-Montenegro.

 

Damit in den Familien nicht nur in der Muttersprache, sondern auch in deutscher Sprache kommuniziert wird, hat die Einrichtung im Steinweg ihr Elterncafé um eine kleine Leihbücherei, in der die Eltern zweisprachige Bilderbücher leihen können, erweitert. In den kommenden Monaten soll etabliert werden, dass die Eltern den Kindern in der Kita regelmäßig daraus vorlesen. So will man die Eltern mehr einbinden, erklärt Vera Heuzeroth. Und damit nicht genug. Ein weiterer wichtiger Aspekt in den nächsten Monaten ist die Teamarbeit. Schließlich sind seit einigen Wochen drei neue Kolleginnen in der Einrichtung. Mit ihnen und den weiteren Mitarbeiterinnen will man unter anderem Themen wie sprachanregende Spielangebote erarbeiten. Zudem soll die Vernetzung mit der Stolberger Bücherei intensiviert werden. Ab Herbst werden die Erzieherinnen mit Kindern und Eltern dort regelmäßig zu Gast sein, um den Familien diese Möglichkeit näherzubringen.

 

Vera Heuzeroth, Heike Plumm-Brandt und ihren Kolleginnen macht die Weiterentwicklung des Projekts besonders großen Spaß. „Für unsere Einrichtung und auch für die Kinder eröffnen sich so jede Menge Chancen. Wir haben täglich neue Ideen, müssen aber einen Schritt nach dem anderen machen“, sagt Heuzeroth. In der heutigen Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses berichten auch die anderen Stolberger Einrichtungen von ihren Erfahrungen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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