Marlene Dietrich oder doch lieber eine Stolbergerin?

Während heute der Ausschuss auf Namenssuche geht, wartet der Investor auf den Bebauungsplan fürs Ripphausen-Gelände.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Wenig passiert derzeit auf dem Ripphausen-Gelände, nachdem die alten Betriebsgebäude im Frühjahr geräumt worden sind. Im Frühsommer wurde das Wohnhaus an der Gressenicher Straße abgerissen; wo die Zufahrt in das neue Mausbacher Baugebiet führen soll. In diesen Tagen wird der blanke Giebel des Nachbarhauses verkleidet.

 

Derweil wartet der private Investor händeringend auf den Startschuss. Er wird sich noch in Geduld üben müssen. Dabei war die Offenlage zum Bebauungsplan – quasi der vorletzte Schritt – Mitte Juli beendet. Aber im heutigen Ausschuss für Stadtentwicklung steht der Satzungsbeschluss noch nicht auf der Tagesordnung; aber er wird von der Verwaltung für die November-Sitzung des Ausschusses und des Stadtrates avisiert. Das hat durchaus einen ernsten Hintergrund.

 

Die Verwaltung feilt noch mit dem Investor am städtebaulichen Rahmenvertrag. Er regelt unter anderem die Übernahme der Kosten des Baus der Zufahrtsstraße. Die erschließt zunächst nur das kleine Neubaugebiet mit zwölf eingeschossigen Häusern auf rund 5000 Quadratmetern. Aber sie soll zukünftig auch dazu dienen, das weiter geplante größere Neubaugebiet an der verlängerten Gartenstraße zu erschließen. Auf den etwa drei Hektar Gesamtfläche könnten gut und gerne 60 Baugrundstücke realisiert werden. Bei den Grundeigentümern sondiert ein Geldinstitut die Realisierung. Dieses ist aus Sicht der Verwaltung dann auch der Ansprechpartner für den privaten Investor bei einer gewünschten Refinanzierung seiner Erschließungskosten an der Gressenicher Straße.

 

Das ist heute dennoch Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung. Die beiden Straßen in dem Gebiet sollen benannt werden. Da der Stadtrat im November 2015 beschlossen hat, erst einmal weibliche Namen zu bevorzugen, gibt die Verwaltung den Politikern eine Liste mit zehn Namen an die Hand:

 

  • Anne-Elisabeth Corsten (1774-1864) geborene Graff, verwitwete Flaam und Brückmann, braute 1802 auf ihrem Hof westlich der Vicht Bier, ab 1805 zusammen mit Christoffel Brückmann, 1813 kam mit der Ehe mit Bernhard Corsten der „Burgkeller“ hinzu, und 1817 wurde die Ketschenburg-Brauerei gegründet.
  • Juliane Decker (1902-1974) war KPD-Politikerin mit Sitz in Kreistag und Stadtrat, den die Reichstagskandidatin 1933 nicht mehr annehmen konnte. Sie kam in Schutzhaft, wurde mehrfach verhaftet und ins KZ Ravensbrück gebracht. 1945 konnte sie fliehen.
  • Die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) besuchte als Idol der Frauenbewegung 1945 die Kupferstadt, trat in der Schauburg auf und war im Hauses des Arztes Dr. Rodewaldt an der Grüntalstraße untergebracht.
  • Die Stolberger Rechtsanwältin Dr. Felicitas Drummen (1929 -2009) engagierte sich in SkF, Caritas und Bethlehem-Krankenhaus, war als CDU-Politikerin im Jugendwohlfahrtsausschuss des Kreises und Trägerin des Landesverdienstordens.
  • Dr. Anne Elfert war erste Direktorin des Mädchen-Gymnasiums.
  • Josefine Kerschgens gründete die Stolberger Kleiderkammer für Obdachlose.
  • Handelskauffrau Anni Lancé (1921-1996) erwarb sich als Fachlehrerin für Maschinen- und Kurzschrift einen Namen und gründete 1985 den Stolberger Kurzschriftverein neu
  • Rosa Ley (1919-1993) war Rats- und Behindertenbeiratsmitglied und engagierte sich bei der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs bis auf Landes- und Bundesebene.
  • Katharina Sieven (1923-1992) war Lehrerin und Rektorin auf der Mühle, engagierte sich für benachteiligte Schüler und saß für die SPD im Stadtrat und engagierte sich für Verbesserungen im Umfeld der Bodelschwinghstraße. Sie erhielt 1984 das Bundesverdienstkreuz.
  • Josefine Wirtz (1868-1957) geb. Brückmann war mit Dalli-Gründer Dr. Franz Wirtz verheiratet, unterstütze die Stolberger Milchkuranstalt für Säuglinge und wurde 1948 Stolberger Ehrenbürgerin.

 

Wiederholt erinnert die Verwaltung daran, dass weitere noch unberücksichtigte Vorschläge für Straßennamen vorliegen: Prof. Dr. Hans Auler, Dr. Max Schießl, Heinrich Rosskamp, Kurt Schleicher, Matthias Dolfen, Oskar Pongratz, Jakob Radermacher, Arnold Janz, Franz Lennartz, Erich Fried, Dr. Joseph Cornelius Roissaint, Johann Meyer, Arnold Heygris, Dr. Friedrich Deutzmann.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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