Ein neuer Damm soll Fischbach zähmen

Wasserverband zieht Konsequenzen aus dem Hochwasser 2014. Wall über 125 Meter größtenteils durch die Gärten.

Es ist der 9. Juli 2014, an dem dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) die Existenz des Fischbachs überhaupt einmal bewusst wird. Hydrologische Daten über das zwischen dem Quellgebiet bei Süssendell und der Mündung in den Vichtbach 4,3 Kilometer lange Rinnsal liegen nicht vor. Bis an besagtem Mittwoch Starkregen aus dem Gerinnsel einen reißender Bach macht, der über alle Ufer tritt. An der Fischbachstraße fließt er durch Gärten und Keller, an der Eifelstraße setzt er ein Altenheim unter Wasser und richtet schwere Schäden an.

 

Seit dem Hochwasser ist der Fischbach dem WVER ein Begriff. Wenige Monate später wird sein Lauf vermessen und dokumentiert. Die hydraulischen Berechnungen und Planungen beginnen. Jetzt liegt die Lösung auf dem Tisch: ein Schutzdamm am Unterlauf. Bereits im kommenden Monat sollen die Arbeiten beginnen; am kommenden Dienstag befindet der Landschaftsbeirat bei der Städteregion über die Hochwasserschutzmaßnahme, die mit 20 Prozent das Naturschutzgebiet „Großer und kleiner Kranzberg“ berührt.

 

Die Masse des Rückhaltevolumens für ein Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre eintritt (HQ 100), soll jedoch auf privaten Grundstücken entstehen. Auf einer Länge von 125 Meter will der WVER einen Damm errichten: an seinem Fuß sechs bis neun Meter, an der Krone einen Meter breit und 1,80 Meter hoch mit einer Böschungsneigung von 1:2,5. Er liegt in etwa hinter den Häusern Eifelstraße Nr. 63 bis 95, wo Zufahrten für den WVER eingeplant sind. Gleichzeitig soll eine Aufweitung des Gewässerprofils erfolgen, so dass zumindest eine geringfügige Gewässerentwicklung ermöglich wird.

 

„Durch die Errichtung des Schutzdammes am Fischbach, der nach 600 Metern nördlich in den Vichtbach mündet, soll eine dauerhaft wirksame Sicherung der angrenzenden Wohngrundstücke erfolgen“, erklärt Thomas Pilgrim als Leiter des städteregionalen Umweltamtes. In der Vergangenheit seien einzelne Anlieger mit privaten Maßnahmen wie dem Bau von Mauern und nicht standsicheren Schutzwällen sowie der Verbringung von Sandsäcken einer Überflutungsgefahr begegnet. Der Zustand des Fischbaches sei dadurch am westlichen Ufer deutlich anthropogen – also durch Menschenhand beeinflusst – geprägt. „Eine natürliche Fließgewässerdynamik ist hier nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich“, sagt Pilgrim.

 

Nun soll der in der südlichen Hälfte bestehende Uferdamm durch den neuen Hochwasserdamm ersetzt werden. Im nördlichen Bereich sollen die angrenzenden Mauern abgebaut und so durch einen neuen Damm ersetzt werden, dass dem Bach mehr Raum gewährt wird. Bei den mit drei bis vier Monaten kalkulierten Arbeiten soll auch die neben dem ehemaligen Kunsthof zur Johannesstraße gelegene Fußgängerbrücke erneuert und 50 Zentimeter höher gelegt werden.

 

Umfangreich sind Flora und Fauna im zukünftigen Überschwemmungsgebiet von Biologen untersucht und kartographiert worden. Abgesehen von wenigen für den Lebensraum typischen Beständen wie Erlen, Buchen und Eschen wird das Westufer von privaten Rasenflächen, Lagerflächen, Pflaster und Asphalt geprägt. Das Ostufer weist ein typisches Ufergehölz mit teilweise altem Baumbestand auf. Südlich grenzt ein kleiner, sumpfiger Erlenbestand an.

 

Intensiv wurde nach einem Vorkommen von besonders geschützten Gelbbauchunken gesucht, das aber sicher ausgeschlossen werden könne. Gefunden wurden Molche und Grasfrösche.

 

Bei den Arbeiten soll die Entnahme von Gehölzen auf das unbedingt erforderliche Maß im Bereich des Dammes und erforderlichen Arbeitsbereiches beschränkt bleiben. Aus Sicht des Umweltamtes ist der Bau des Dammes als wichtiger einzuschätzen als der Eingriff in die Natur. Durch die Entfernung der Uferverbauungen und Rückverlegung der Uferböschungen werde die Dynamik des Fischbaches verbessert.

 

Teilweise könne der Eingriff in die Natur durch das Nachpflanzen von Schwarzerlen vor Ort ausgeglichen werden. Der verbleibende Defizit soll durch das Öko-Konto des WVER ausgeglichen werden.

 

Nach den Skizzen des WVER wird bei einem 100-jährlichen Hochwasser nach dem Bau des Schutzdamms ein 80 Zentimeter hoher Pegel des Fischbaches immer noch 56 Zentimeter unter der Dammkrone liegen. Wer sich heute den Bach in dem Bereich anschaut, sucht Wasser vergeblich. Das Bachbett liegt trocken. Der Fischbach erreicht gar nicht mehr die Vicht. Die letzten Tropfen Nass versickern im Bereich der Straße „Am Weiherchen“ im Untergrund. Aber der nächste Starkregen kommt gewiss.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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