„Neue Schule birgt neue Möglichkeiten“

Die Realschule ist zum neuen Schuljahr in Container umgezogen. Zufriedenheit aber auch Umstellungen.

Fotos: S. Essers
Fotos: S. Essers

Die Geschichte der Realschule Mausbach erinnerte in den vergangenen Wochen ein wenig an einen Krimi. Schließlich standen Lehrer, Hausmeister, Bauarbeiter und Handwerker vor einer eher ungewöhnlichen Aufgabe: In sechs Wochen musste die gesamte Schule umziehen – und zwar in Container. Eine Mammutaufgabe, für die es natürlich auch einen Plan B geben musste, damit die Schüler am ersten Schultag nach den Sommerferien auch wieder unterrichtet werden konnten. „Wir haben uns viele Sorgen gemacht wegen des Umzugs und es war viel Arbeit“, sagt Schulleiterin Charlotte Eßer rückblickend. Aber mittlerweile hätten sich Schüler und Lehrer in ihrem neuen Zuhause auf Zeit gut eingelebt. Eßers Fazit nach rund einer Woche: „Der Schulbetrieb ist besser möglich als vorher.“

 

Zum Hintergrund: Die Mausbacher Realschule wird in den kommenden Jahren auslaufen und dann zum zweiten Standort der Kupferstädter Gesamtschule. Bedeutet in der Praxis: Zum Schuljahr 2019/2020 sollen die ersten fünften Klassen der Gesamtschule einziehen. Mit und mit verlassen die Schüler der Realschule dann die Schule. Bevor es soweit ist, muss das Gebäude jedoch erst einmal auf den neusten Stand gebracht werden (siehe Infobox). Sanierung und Umbau kosten insgesamt 5,66 Millionen Euro und werden aus dem Programm „Gute Schule 2020“ finanziert.

 

Um den Unterricht auch nach den Ferien zu ermöglichen, entschieden sich Schule und Verwaltung – im engen Austausch mit der Elternschaft – dafür, eine Ausweichmöglichkeit auf dem Schulhof zu schaffen. In den vergangenen Wochen wurden dann dort erdbebensichere Stelconplatten ausgelegt, auf denen zweigeschossige Container positioniert wurden. Vor den Ferien wurden bereits die Umzugsvorbereitungen getroffen und Mobiliar und Unterrichtsmaterial in sieben Lagercontainern verstaut. Seit dem vergangenen Jahr stehe man mit Schule und Eltern in einem intensiven Kontakt, um diesen die Angst vor der neuen Unterbringung zu nehmen. Schließlich seien die Ausweichflächen konträr diskutiert worden. Allerdings sei es wichtig gewesen, Schülern und Lehrern ein störfreies Unterrichten zu ermöglichen, sagt Schuldezernent Robert Voigtsberger. Die Alternative sei gewesen, dass im Gebäude gleichzeitig umgebaut und unterrichtet worden wäre. „Das wäre viel schwieriger geworden“, meint der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Schließlich wäre vor allem die Lautstärke auf lange Sicht zum Problem geworden. Das ist nun nicht der Fall. In den Containern sei durch isolierte Fenster und abgehängte Decken kaum etwas von der Baustelle zu hören. Röhm meint: „Es war zwar eine große Herausforderung vom Ende eines Schuljahres bis zum Anfang des nächsten Schuljahres umzuziehen. Aber es hat punktgenau funktioniert.“

 

Und wie ist die neue Unterbringung ausgestattet? Insgesamt gibt es 98 Räume, die auf 1400 Quadratmetern und über zwei Etagen verteilt sind. Dazu gehören neun Klassenräume. Besucht wird die auslaufende Schule derzeit noch von den Jahrgängen sieben, acht, neun und zehn. Im Erdgeschoss ist die Verwaltung – inklusive Lehrerzimmer und Sekretariat – untergebracht. Zudem gibt es vier verschiedene Fachräume – beispielsweise für Chemie, Physik oder auch Musik –, eine Bibliothek, einen Hausmeisterraum und einen EDV-Raum.

 

Nur noch die Mensa ist im alten Gebäude untergebracht. Sie ist von außen zu erreichen. Schüler und Lehrer müssen sich so zwar an neue Wege gewöhnen. Doch das sei nur ein kleines Problem. Täglich gebe es Dienstbesprechungen, bei denen die kleinen Abstimmungen gesammelt und besprochen werden. „Es war die richtige Entscheidung“, ist sich Charlotte Eßer sicher und spricht damit die Unterbringung in den Containern an.

 

Auch wenn diese für die Schulleiterin, ihre Kollegen und die Schüler noch einige weitere Veränderungen mit sich brachte. So wurde beispielsweise vom Lehrerraum- zum Klassenraumprinzip gewechselt. Heißt: Die Schüler haben nun einen festen Klassenraum und müssen nicht mehrmals am Tag den Raum wechseln. „Das wird gut angenommen und ist eine weitere Entlastung für uns“, resümiert Charlotte Eßer. Hinzu komme, dass so auch jeder Schüler mehr Verantwortung übernehme und dafür sorgen müsse, dass sein Platz sauber und ordentlich sei. Natürlich sollen die Schüler sich in ihrer neuen Schule auch wohl fühlen. Aber: „Wir sind Gast und nur für eine kurze Zeit hier“, sagt Eßer. Für ein Jahr hat die Verwaltung die Container gemietet.

 

Doch es gibt auch einige Vorteile. In der neuen Schule wird nämlich nun auch mit neuen Medien gearbeitet. Die typische Tafel gibt es nicht mehr. Dafür enthält diese nun einen integrierten Bildschirm mit Touchscreen. „Wir können jetzt innovativen und modernen Unterricht machen“, sagt Jürgen Meeßen, stellvertretender Schulleiter. Eine erste Fortbildung gab es bereits, eine zweite soll bald folgen. Das gesamte Kollegium sei sehr interessiert und motiviert. „Die neue Schule bringt neue Unterrichtsmaterialien mit sich und birgt neue Möglichkeiten“, sagt Eßer. Natürlich wandern die modernen Tafeln beim nächsten Umzug wieder mit ins umgebaute Gebäude.

 

Dieser steht dann zum kommenden Schuljahr auf dem Programm. Ob dann ein Plan B zum Einsatz kommen muss, bleibt abzuwarten. Und wie hätte dieser ausgesehen? Wären die Container nicht rechtzeitig fertig geworden, hätte man noch in einen Teil der Schule ausweichen können, in dem derzeit noch nicht gearbeitet werde. Soweit kam es allerdings nicht und aus dem Krimi rund um den Umzug wurde dann am Ende doch noch ein Film mit Happy End.

 

Spannend dürfte es in Mausbach rund um das Thema Bildung allerdings bleiben. Schließlich tut sich nicht nur in der Realschule derzeit eine ganze Menge. Im wenige Meter weiter entfernten Kindergarten „Im Hahn“ sollen noch in diesem Monat die Erdarbeiten starten, sagt Tobias Röhm. Dort ist bereits eine Einrichtung vorhanden, die allerdings um eine eigenständige zweigruppige Kita ergänzt werden soll.

 

Die Umbauliste im Überblick:

  • Während im Hauptgebäude Umbau- und Sanierungsarbeiten anstehen, bekommt das Nebengebäude eine neue, energetisch aufgewertete Hülle. Zudem soll im Keller eine Lernküche installiert werden.
  • Die Aula bekommt eine neue Lüftungsanlage. Bis zum Winter soll außerdem der Rückbau der Fenster abgeschlossen sein.
  • Während der Sommerferien wurden ebenfalls schon etliche Arbeiten erledigt. Vor allem die, die besonders laut sind.
  • Dazu zählt unter anderem, dass der Kies vom Dach abgesaugt wurde und auch der vorhandene Kamin wurde abgerissen.
  • Ein Großteil der Aufträge wurde mittlerweile bereits vergeben, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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