Beim Streetscooter hält die Stadt Aachen sich bisher zurück

Bislang sind nur zwei Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark im Einsatz. Grünen-Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer fordert mehr Unterstützung.

Foto: Steindl
Foto: Steindl

Er würde sich natürlich sehr freuen, wenn möglichst viele seiner Fahrzeuge auch in Aachen herumfahren würden, sagt Achim Kampker. Noch allerdings hat der Streetscooter-Chef aber ausgerechnet am Produktionsstandort wenig Grund zur Freude. Denn nicht nur die Deutsche Post setzt die seit sieben Jahren an der Jülicher Straße gebauten Elektrotransporter in Aachen sparsam ein, auch die Stadt zeigt sich bis heute äußerst zurückhaltend.

 

Gerade mal zwei Fahrzeuge hat sie bislang in ihrem Fuhrpark im Einsatz, und weitere Anschaffungen sind vorerst nicht geplant. Aus Sicht des Grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer vergibt die Stadt damit die Chance, „mit Aachener Produkten für den Wirtschaftsstandort der Region zu werben“.

 

Man kann nur ahnen, dass sich auch Kampker ein größeres Kaufinteresse an den Fahrzeugen aus der Aachener Streetscooter-Schmiede wünschen würde. Auf Anfrage gibt er sich jedoch diplomatisch zurückhaltend: „Kunde ist Kunde, jeder entscheidet selbst, was er kauft.“ Die Stadt könne ja nicht nach Sympathien entscheiden, sondern müsse jede Fahrzeuganschaffung sauber ausschreiben, äußert er sogar Verständnis.

 

Sollte das bei jeder Gelegenheit so hochgelobte Vorzeigeprodukt aus Aachen etwa nicht konkurrenzfähig sein? Das weist Kampker natürlich zurück. „Wir sind auf einem guten Weg und kommen in etlichen Städten zum Zuge“, betont er. Mehr als 70 Städte hätten die Fahrzeuge inzwischen im Einsatz, heißt es seitens des Unternehmens.

 

Bonn etwa habe erst jüngst weitere Streetscooter nachbestellt. Und Bonn ist auch die Stadt, auf die Verantwortliche verweisen müssen, wenn jemand wissen will, wie sich der E-Transporter im Alltag bewährt. In Aachen gibt es hingegen kaum nennenswerte Praxiserfahrung.

 

Dabei ist das Fahrzeug ohne den Forschergeist der hiesigen RWTH kaum denkbar. Die Streetscooter GmbH ist heute zwar eine Post-Tochter, wurde aber einst von den beiden Aachener Professoren Achim Kampker und Günther Schuh gegründet. Die städtischen Verantwortlichen feiern Aachen seitdem gerne als Modellregion für die Elektromobilität. Der Streetscooter konnte nicht zuletzt auch die Wunden heilen, die durch den Weggang von Bombardier auf dem alten Talbot-Gelände geschlagen wurden. Mehrere hundert neue Arbeitsplätze wurden schon geschaffen, weitere sind fest eingeplant.

 

Der Streetscooter und auch der kleine Stadtflitzer e.Go zählen zu den wichtigen Motoren der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung. Da erstaune es schon, dass das Fahrzeug in den kommunalen Fuhrparks kaum eingesetzt wird, erklärte Oliver Krischer jüngst nach einer Firmenbesichtigung. Der Bundestagsabgeordnete, der auch als Kandidat um den Städteregionsratsposten antritt, übt damit auch deutliche Kritik an Amtsinhaber Helmut Etschenberg und Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die öffentliche Hand den Streetscooter einsetzt, um für das Produkt aus Aachen zu werben“, findet Krischer.

 

Warum es dennoch nicht selbstverständlich ist, versucht Axel Costard zu erklären. Er ist als Referent des Oberbürgermeisters zuständig für den Ausbau der emissionsfreien Mobilität in Aachen. Der Streetscooter sei ein gutes Fahrzeug, sagt er, aber „er ist nicht für alle Zwecke gleich gut geeignet.“ Einen Einsatz könne er sich insbesondere beim Stadtbetrieb gut vorstellen, doch die größere Version, der „Work XL“, sei erst seit kurzem lieferbar. Seitdem habe es jedoch keine neue Fahrzeugbeschaffung bei der Stadt mehr gegeben.

 

Zukünftig hofft Costard, auch bei der Stadt mehr Streetscooter einsetzen zu können, wobei er betont, dass jede Anschaffung auch den Haushaltsvorgaben entsprechen müsse. Einstweilen scheinen Fahrzeuge „made in Aachen“ also ausgerechnet auf Aachener Straßen wohl noch eine Weile Mangelware zu bleiben.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

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