Lächeln, selbst wenn die Beine brennen

Wände hochklettern und durch Wasser laufen: 22 Hindernisse sind beim StolRun zu bewältigen. Ein Selbstversuch.

Drei Meter zurück, kurz stoppen und Anlauf nehmen. Ich sprinte die Rampe hoch und so gerade gelingt es mir, die Stange zu packen. Mit einer Hand halte ich mich fest. Und nun? Hänge ich dort an der steilen Wand. Wieder fallen lassen? Kommt nicht in Frage! Also schwinge ich mein Bein hoch und ziehe mich irgendwie auf das Plateau der Rampe. Weiter geht’s.

 

Das war eines von 22 Hindernissen, die es beim StolRun zu bewältigen galt. Zum ersten Mal fand dieser Extrem-Wettkampf in Stolberg statt. Laufen ist nur ein Teil der sieben Kilometer langen Strecke. „Hindernisse, Steigungen, Matsch und Fun“ kündigten die Veranstalter an und erfüllten ihr Versprechen - fast!

 

Ein wenig aufgeregt bin ich schon. Nie zuvor habe ich an solch einem Rennen teilgenommen. Was ist, wenn ich es nicht über die hohen Wände schaffe, ich keine Kraft mehr habe oder mich gar verletze? Diese Gedanken lösen sich schnell wieder in Luft auf, als es um 12.45 Uhr am Kaiserplatz losgeht. Nach einem gemeinsamen Warm-Up mit allen Läufern fällt der Startschuss des Frauenrennen. Die Männer sind bereits seit einer Viertelstunde unterwegs.

 

Der erste Kilometer führt durch die Stolberger Altstadt, wo sich mir schon die ein oder andere Hürde in die Quere stellt: ein Wasserbecken, zwei mit Reifen gefüllte Container und eine zwei Meter hohe Wand am Spielplatz Mühlenstraße. Das klappt problemlos, ich kann mir sogar einen Vorsprung erlaufen. Weiter geht’s.

 

Und zwar 126 Stufen an der Burg entlang und mehrere Hundert Meter bis zum Sportplatz Donnerberg hinauf. Die Beine werden schwer, jeder Schritt ist ein kleiner Kraftakt, dabei ist noch nicht mal der zweite Kilometer erreicht. Und als wäre der Berg nicht kräftezehrend genug gewesen, türmt sich oben am Sportplatz die riesige Rampe vor mir auf.

 

Trotz der Anstrengung, schleicht sich bei jedem Hindernis ein Lächeln auf mein Gesicht. Auch wenn ich grob weiß, was mich erwartet, begeistert mich die Mischung aus Abenteuer und Kreativität, die einem auf der Strecke begegnet. „Was haben die sich da bloß ausgedacht?“ frage ich mich immer wieder. Und auch als ich die Rampe hinter mir lasse, belohnen mich Glücksgefühle. Geschafft. Danach geht es über einen langen Cross-Pfad durch den Wald. Im Stolberger Park angekommen heißt es: über den Boden kriechen. Dabei hole ich die ersten Männer ein, die ein wenig erschrocken wirken, als ich an ihnen vorbeiziehe.

 

Ein paar Kilometer und Wassercontainer weiter, steigt die Spannung. Am Burgholzer Hof werden Kindheitsträume wahr: Mehrere Hügel muss man nacheinander hinaufklettern, dazwischen liegen Wassergräben, in die man unweigerlich hineinrutscht. Einmal kann ich mich nicht halten, so dass ich eher im Wasser liege als stehe. Doch schon gleich reicht mir ein anderer Läufer die Hand. Viele meistern das Rennen hier gemeinsam: Sie schieben sich an, warten aufeinander und ziehen sich gegenseitig an den steilen Wänden hoch. Der Teamgeist treibt sie an, wie sie mir später berichten. Aber auch ehrgeizige Einzelkämpfer sind unterwegs, die sich bis zum Limit durch den Wettkampf quälen. Manch einen treibt aber auch die Neugierde an, so wie mich. Klatschnass bei Sonnenschein laufe ich weiter bis zur Wasserrutsche. Diese Station würde ich gern noch ein paar Mal wiederholen, aber es folgen noch ein paar weitere Kilometer voller Action. Besonders schwierig ist der Wechsel vom Hindernis zum Laufen. Ständig muss man neu antreten, das kostet Energie. Viele gehen daher zwischendurch ein paar Meter zu Fuß und tanken Kraft.

 

Die ist auch beim nächsten Hindernis gefragt. Hier stoße ich erstmals an meine Grenzen. An einem 2,5 Meter hohen Gerüst auf dem Alten Markt soll man sich mehrere Meter an einer Leiter entlang hangeln. Ich greife mit einer Hand nach einer Sprosse, ziehe mit der anderen Hand nach. Auch der Griff zur nächsten Sprosse gelingt, drei-, viermal schaffe ich es, dann geben meine Arme auf und ich muss loslassen. Ein zweiter Versuch? Ich weiß, es wird mir auf keinen Fall gelingen. Also nehme ich den Seitenweg übers Gerüst. Es folgen die letzten Meter hinauf zur Burg Stolberg und dann schließlich über den Steinweg zurück in Richtung Kaiserplatz, wo das letzte große Hindernis, eine 3,5 hohe Kletterwand, das Ziel markiert. Noch ein paar Tritte aufwärts und jetzt bloß nicht loslassen, sage ich mir. Und dann erreiche ich endlich das Ziel - als erste Frau. Wie viele andere Läufer auch bin ich nicht ganz ohne blaue Flecken und kleine Schrammen davon gekommen. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die meisten kommen mit einem breiten Grinsen ins Ziel - und ein paar wissen jetzt schon, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen wollen. Der Spaßfaktor beim StolRun ist jedenfalls garantiert. Ach ja, eine Frage hätte ich da noch: Wo war der Matsch?

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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