Zwei Jahrzehnte Handlungsbedarf

Die jüngere Geschichte der Heinrich-Heimes-Brücke im stark gerafften Überblick.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Als die für den Verkehr gesperrte Heinrich-Heimes-Brücke 2013 mit Bänken und Tischen möbliert wird, spötteln die Stolberger über den „Checkpoint Ferdi“. Aber der hat sich mittlerweile als beliebter Treffpunkt im Quartier etabliert. Und dennoch ist er nur eine Station in einer schier unendlichen Geschichte, die ihren aktuellen Anfang um die jüngste Jahrtausendwende nimmt.

 

Vor zwei Jahrzehnten beginnt das Tiefbauamt wiederholt den Bauzustand der Brücke anzumahnen. In gleicher Regelmäßigkeit verweigert der Stadtrat Mittel zu einer Sanierung oder Erneuerung. 2003 werden erst einmal die angebauten Geschäftslokale abgerissen und Versorgungsleitungen neu verlegt (170 000 Euro). Derweil wird der Zustand der Brücke nicht besser. 2006 muss nach einer Überprüfung der Statik eine erste Konsequenz gezogen werden. Die zulässige Belastung wird auf ein Höchstgewicht von 12 Tonnen beschränkt. Damit wird das Stolberger Metallwerk an einer Lebensader getroffen. Der Zulieferverkehr ins Werk an der Kupfermeisterstraße kann nur noch über die Frankentalstraße erfolgen.

 

2008 beauftragt die Stadt erstmals ein Ingenieurbüro mit der Planung zum Neubau. Die erste Variante ohne Mittelpfeiler (315 000 Euro) ist nicht genehmigungsfähig aufgrund der Berechnungen zum 100-jährlichen Hochwasser. Eine zweite Variante wieder mit Mittelpfeiler und höherem Brückenüberbau (450 000 Euro) nimmt die Hürde der Unteren Wasserbehörde, im Oktober 2008 stimmt auch der städtische Bauausschuss zu. Derweil wird gewartet auf die Sanierung der angrenzenden Bachufermauer sowie auf Geld: 2010 unterbreitet der damalige Tiefbauamtsleiter der drohend überschuldeten Stadt den Vorschlag, auf eine autotaugliche Brücke zu verzichten und nur einen Fußgängersteg (158 000 Euro) neu zu bauen. Bei einer Befragung im April 2010 plädierten Bürger, Hermannschule und Metallwerk vehement für eine Autobrücke. Als Alternative wurde eine Sanierung mit einspuriger Fahrbahn untersucht.

 

Unter dem Diktat des Stärkungspaktes beschließt die neu gebildete große Koalition Mitten 2012, ganz auf die mittlerweile mit 520 000 Euro geschätzte Sanierung ganz zu verzichten. Stattdessen werden 25 000 Euro investiert in Absperrgitter, Tische, Bänke und Wendeplatz. Am 8. November 2012 wird die Brücke für den Fahrzeugverkehr abgepollert; nur noch Zweiräder, Kinderwagen oder Rollatoren und Fußgänger können passieren. Der „Checkpoint Ferdi“ entsteht. Die untere Eschweilerstraße ist von der Mühle abgeschnitten.

 

Derweil erfüllen sich die schlimmsten Befürchtungen einer weiteren Abwärtsspirale in dem Quartier. Mit der Sperrung der Brücke schließen peu á peu die letzten der verbliebenen Geschäftslokale an der unteren Eschweilerstraße.

 

Vielleicht hat das mit beigetragen zu dem plötzlichen Gesinnungswandel der Koalitionäre. Vielleicht war es auch der Eindruck einer sich verbessernden Finanzlage, die allseits im Stadtgebiet Wünsche weckt. In 2015, bei den Haushaltsberatungen für 2016 und den Folgejahren machen CDU und SPD Geld locker: 115 000 Euro für die Planung und weitere 595 000 Euro für den Bau. Heute wird der Realisierungsaufwand mit deutlich mehr als eine Million Euro beziffert und steht zudem vor praktischen Problemen.

 

Deshalb soll die knapp 90 Jahre alte Heinrich-Heimes-Brücke erhalten bleiben – als Denkmal der Beständigkeit?

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.