Ein Mahnmal für Frieden und gegen Gewalt

Per Hubschrauber wird das neue Stahlkreuz an seinen endgültigen Standort auf der Höhe in Vicht transportiert.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Großes Interesse zeigte die Vichter Bevölkerung bei der Verlegung des Friedenskreuzes vom Kirchvorplatz auf das Felskonglomerat Kluckenstein. Pünktlich um zehn Uhr hob der Hubschrauber das sechs Meter hohe und vier Meter breite Stahlkreuz aus der Verankerung an der Kirche und transportierte es auf die Höhe am Ortsausgang. Viele Schaulustige verfolgten diese spektakuläre Aktion.

 

Darunter befand sich die 81-jährige Helene Mayer geborene Emmerich. Sie erzählte, dass es ihr Vater Peter gewesen sei, der die Idee damals mit dem Kreuz gehabt habe. Seiner 21-jährigen lungenkranken Tochter Elisabeth habe er auf dem Sterbebett am 2. Dezember 1948 versprochen, mit dem Kreuz ein Andenken zu setzen. Der Aufwand war gewaltig: Den Baum suchte Vater Emmerich mit dem Förster aus und ließ ihn bei seiner Firma „Dalli“ als Kreuz zuschneiden.

 

Beim Amt holte er sich die Genehmigung für den Strom. Zusammen mit den Jungschützen der St. Sebastianus-Schützenbrudertschaft 1809 Vicht zogen sie einen Graben von der Fischbachstraße bis zum Kluckenstein, um das Kreuz mit Starkstrom beleuchten zu können. 1955 wurde das 240 kg schwere Holzkreuz mit dem Pferd auf den Berg hochgezogen und in der vorbereiteten Verankerung aufgestellt. Selbstverständlich übernahm der Vater die Wartung und wechselte auf eigene Kosten die vielen Glühbirnen, die durch Vandalismus und Verschleiß zu erneuern waren.

 

Nach 63 Jahren war das massive Holzkreuz allerdings derart marode, dass die IG „Schönes Vicht“ sich entschloss, es durch ein neues Stahlkreuz zu ersetzen. Heute ist es ein Mahnmal für den Frieden und gegen jede Art von Gewalt und Unrecht.

 

Die Idee zu dem Stahlkreuz griff Günter Scheepers, Vorsitzender der IG, im letzten Jahr wieder auf, nachdem dieses Projekt an bürokratischen Hürden und Genehmigungsverfahren unter Karl Lütteke gescheitert war. In guter Abstimmung mit Stadt und regionalen Behörden konnten die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden, so dass dem Projekt nichts mehr im Wege stand.

 

Scheepers fertigte erste Skizzen an, die im Vorstand der IG Schönes Vicht beraten wurden und entwarf ein neues Kreuz, das bestehend aus Edelstahl sich an die Stützenkonstruktion des in Aachen geborenen Architekten Mies van der Rohe orientiert. Das neue Kreuz besticht durch seine schlichte und klare Form und durch sein vertikales und horizontales Lichtband, das von Sonnenenergie über eine Photovoltaikeinheit gespeist wird.

 

Umgesetzt wurde die Idee von dem Unternehmer der Klotz & Gangloff GmbH in Eschweiler. „Im Gegensatz zu dem massiven Holzkreuz, das 63 Jahre lang der heimischen Witterung ausgesetzt war und unübersehbare Spuren hinterlassen hat, hält das neue 590 kg schwere Kreuz ewig, denn es ist wartungsfrei, vandalismussicher und langlebig vor Korrosion geschützt“, sagte Jochen Emonds bei dem morgendlichen Festakt. Er bedankte sich bei den vielen Sponsoren und Unterstützern.

 

70 Jahre Frieden seien nicht selbstverständlich. Dafür müsse sich im Kleinen und im Großen eingesetzt werden. Für Pfarrer Norbert Bolz ist der Frieden ebenfalls eine Herausforderung. Ihn zu schaffen, sei nicht einfach. „Suche Frieden und jage ihm nach“ heißt es im Evangelium. Dabei gehe es um Frieden mit Gott, Frieden mit anderen und mit sich selbst. Man müsse ihn wollen und ihn für möglich halten. In der Besprengung mit Weihwasser stellte er das Kreuz unter den Schutz und Herrschaftsanspruch Jesu Christi. Den Abschluss setzte der Vichter Peter Zinsen mit dem emotional vorgetragenen Gedicht „Meine Heimat“ des verstorbenen Heimatdichters „Jupp Grooz“. Die Liebe zur Heimat drückte sich nicht nur in diesem Gedicht aus, sondern hatte ihre Fortsetzung im anschließenden Sommerfest.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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