Ein ausgedienter Akku hat den Großbrand wohl ausgelöst

Die Ursache für das gigantische Feuer in Aachen ist ermittelt. Schaden geht in Millionen. Obst und Gemüse auch in Stolberg jetzt besonders behandeln.

Foto: Beprols
Foto: Beprols

Die Ursache für den Großbrand in einer Lagerhalle im Aachener Osten am Montag ist geklärt. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie die Polizei auf Anfrage am Mittwoch mitgeteilt hat.

 

Demnach soll kurz vor Ausbruch des Brands eine Lieferung Elektronik-Schrott, unter anderem Akkus, in der Halle abgelagert worden sein. „Nach intensiven Ermittlungen steht fest, dass circa 30 Kubikmeter Elektroschrott, der kurz zuvor angeliefert worden war, in der Halle selbständig in Brand geriet“, schreibt Petra Wienen von der Pressestelle des Präsidiums. Als Auslöser komme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein noch mit Spannung versehener Akku in Betracht. Trotz sofortiger Löschversuche von Mitarbeitern der betroffenen Firma, griff das Feuer auf die gesamte Halle mit anliegenden Gebäuden über, so die Polizei.

 

Der entstandene Sachschaden dürfte nach Einschätzung der Fachleute mehrere Millionen Euro betragen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ist dabei, die Proben auszuwerten, die das Sondereinsatzkommando der Behörde am Montag genommen hat. „Wir haben Wischproben genommen, die werden derzeit in unseren Labors ausgewertet“, sagt Wilhelm Deitermann, Pressesprecher des LANUV. Untersucht würde vor allem auf Spuren von Dioxin oder Dioxinverbindungen. Das sind giftige, chemische Verbindungen, die unerwünscht bei bestimmten Verbrennungprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff entstehen können. Bis die Ergebnisse vorliegen, rät der LANUV den Bürgern im Aachener Osten sowie in Stolberg und Eschweiler, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen und auch zu schälen. „Bei Salaten sollte man erst einmal die Untersuchungen abwarten“, rät Deitermann. Erst, wenn die Ergebnisse feststehen – also vermutlich in der kommenden Woche – kann entschieden werden, ob man die Salate aus der Umgebung noch bedenkenlos essen kann. Nicht nur die Umwelt, sondern auch ein integratives Projekt könnte von dem Brand beeinflusst werden: Das vom Brand betroffene Recycling-Unternehmen WE3 kooperiert mit der Aachener Wabe. „Unsere Intention ist, ein integratives Unternehmen auf die Beine zu stellen“, erklärt Wabe-Vorsitzender Alois Poquett. Gerade im Bereich der Demontage von Elektronikartikeln gebe es viele einfache Tätigkeiten, die auch von Menschen mit Beeinträchtigung erledigt werden könnten. „An dem Projekt wollen wir aber auf jeden Fall festhalten.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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