Nur darauf war man nicht vorbereitet

Wasserrohrbruch im Bethlehem ist ein Jahr her. Die Sanierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Fotos: Sonja Essers (2)/J. Lange (1)/Bethlehem (2)
Fotos: Sonja Essers (2)/J. Lange (1)/Bethlehem (2)

Der 17. August des vergangenen Jahres hat sich bei Dirk Offermann regelrecht ins Gedächtnis „eingebrannt“. An diesem Tag wurden der Geschäftsführer des Bethlehem-Gesundheitszentrums und seine Mitarbeiter vor eine besondere Herausforderung gestellt. Durch einen Wasserrohrbruch auf der eigenen Baustelle, wo der neue Kreißsaaltrakt entstand, gelangten 800 000 Liter Wasser in die Einrichtung und setzten Erdgeschoss und Keller fast vollkommen unter Wasser. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Der Schaden, der dadurch entstanden ist, befindet sich im sechstelligen Bereich. Er liegt zwischen 300 000 und 350 000 Euro. Ad Acta gelegt haben Offermann und seine Mitarbeiter das Ereignis allerdings noch nicht. Denn auch heute – über ein Jahr später – sind die Sanierungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen.

 

Das habe gleich mehrere Gründe, erklärt Offermann. Bevor ein Schaden behoben werden könne, müsse dieser erst durch die Versicherung geprüft und freigegeben werden. Diese Prozesse könnten länger dauern, meint Offermann. Zudem sei es derzeit schwierig Handwerkerfirmen zu finden, und manche Schäden würden erst im Laufe der Zeit auffallen, sagt Offermann und nennt dafür den Tresen der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Eingangsbereich. Auf den ersten Blick scheint dieser intakt zu sein. Mittlerweile habe man allerdings festgestellt, dass auch er sich mit Wasser vollgesogen habe. Ende Oktober sollen allerdings auch die letzten Arbeiten erledigt sein. Dann erst stehe auch die genaue Höhe des Schadens fest.

 

Tritt im Bethlehem-Gesundheitszentrum ein unvorhergesehener Notfall ein, greift ein Alarm. So sei die Einrichtung auf ein Feuer oder auch für den Ausbruch des Atomreaktors in Thiange bestens vorbereitet. „Über alles denkt man nach, aber nicht über einen Wasserschaden in diesem Ausmaß“, sagt Dirk Offermann.

 

Nachdem das Rohr geplatzt war und die Wassermassen sich ihren Weg in die Einrichtung bahnten, verhinderten die Mitarbeiter bis zum Eintreffen der Feuerwehr Schlimmeres. Deren Engagement lobt auch Stolbergs Feuerwehr-Chef Andreas Dovern. Dennoch: Geplant war die Hilfe durch die Mitarbeiter so nicht. Und auch wenn dies im Ernstfall bestens funktioniert hat, war dies für Offermann ein Anlass, um den Alarmplan noch einmal zu überdenken. „Wir haben uns überlegt, wie wir es zukünftig noch besser machen könnten“, sagt Dirk Offermann und klopft dabei drei Mal auf den vor ihm stehenden Holztisch, in der Hoffnung, dass ein derartiges Erlebnis in der Geschichte des Bethlehems ein einmaliges Erlebnis bleibt.

 

Bis in die späten Abendstunden wurde damals fleißig geschrubbt. Die Feuerwehr sorgte dafür, dass der Betrieb im Krankenhaus fortgeführt werden konnte – wenn auch mit einigen Einschränkungen. Die Aufzüge, die entweder repariert oder komplett ausgetauscht werden mussten, konnten an diesem Tag nicht mehr genutzt werden. Für Patienten, die verlegt werden mussten, standen die Feuerwehrleute bereit, um sie zu tragen. Allerdings habe es nur eine Verlegung gegeben.

 

Aus Sicherheitsgründen wurden an diesem Tag dann auch die Operationen eingestellt. Lediglich die, die bereits begonnen hatten, wurden zu Ende gebracht, so Dirk Offermann. Außerdem wurde das Bethlehem in dieser Zeit nicht angefahren und nahm auch keine neuen Patienten auf. Das Essen wurde damals zu Fuß und mit einer Mitarbeiterkette auf die einzelnen Stationen gebracht.

 

Eine besondere Herausforderung waren jedoch die Wochen danach. Alleine in der Caféteria wurden 15 Trockengeräte aufgestellt. Baulärm, Dreck und versperrte Wege gehörten lange Zeit zur Tagesordnung der Mitarbeiter dazu. Die Besuchertoilette im Erdgeschoss war beispielsweise für drei Monate gesperrt. Besonders stark betroffen waren Aufnahmebüro und Außenstelle des Standesamtes im Erdgeschoss – dort mussten unter anderem neue Möbel angeschafft werden – und die Umkleiden im Keller des Gebäudes. Auch die Lüftungstechnik hinter der Baustelle stand komplett unter Wasser, berichtet Offermann.

 

Neben zahlreichen helfenden Händen gab es jedoch auch einige unerfreuliche Besuche. Während der Aufräumarbeiten kamen Gaffer ins Haus. Sie fotografierten und filmten das Unglück. Sollte es noch einmal zu einer derartigen Katastrophe kommen, wäre man nun auch darauf vorbereitet, ist sich Offermann sicher.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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