„Spürbare Verbesserung für Menschen“

Mit 22 Millionen Euro. Die Ziele: 33 Prozent in Arbeit bringen. Lebensumfeld aufwerten. Soziale Kontakte vertiefen.

Fotos: J. Lange (3)/Sonja Essers (3)
Fotos: J. Lange (3)/Sonja Essers (3)

Natürlich kann auch ein Integriertes Handlungskonzept in Unter-, Oberstolberg und Münsterbusch nicht alle Sorgen und Probleme lösen. Das ist auch Tim Grüttemeier, Robert Voigtsberger und Tobias Röhm bewusst. „Aber alle Menschen in den Quartieren sind eingeladen mitzumachen“, sagt Voigtsberger. Es gehe sicherlich auch darum, die sozialen Kennzahlen zu verbessern, so der Erste Beigeordnete. Vor allem aber ist es das Ziel, „den Menschen wieder Perspektiven zu geben“, betont der Sozialdezernent bei der Vorstellung des 235 Seiten starken Maßnahmenkatalogs, über den der Stadtrat am 11. September befindet, so dass die Verwaltung den offiziellen Förderantrag ans Land schicken kann.

 

Das hat bereits im Juni die grundsätzliche Förderfähigkeit aus dem Programm „Soziale Stadt“ bescheinigt. Nun geht es um die Rahmenförderung mit einem Volumen von knapp 22 Millionen Euro, die dann schrittweise jährlich mit Einzelprojekten abgerufen werden kann. „Wie beim Entwicklungskonzept Talachse“, erklärt der Technische Beigeordnete. „2018 endet dafür der letzte Step, abgearbeitet werden darf das Programm bis 2022“, so Röhm. Dieses bereits bei Beginn absehbare Ende hat Stolberg frühzeitig genutzt, sich für ein Nachfolgeprogramm zu qualifizieren. „Seit drei Jahren arbeiten wir auf die ‚Soziale Stadt‘ hin“, betont Tim Grüttemeier, dass mit Umbaumaßnahmen allein die strukturellen Probleme Stolbergs nicht bewältigt werden können. Deshalb greifen in dem neuen Programm soziale und bauliche Maßnahmen ineinander. „Es ist eine Querschnittsaufgabe durch alle Ämter“, sagt der Verwaltungschef und dankt Bezirks- wie Landesregierung für die gute Zusammenarbeit in der Qualifizierungsphase. Im ersten Schritt (2019-23) werden zudem Projekte der Talachse fortgesetzt. Die zweite Phase wird aus Sicht Grüttemeiers mindestens das gleiche Volumen erreichen.

 

Ziel sind vor allem die Menschen, verdeutlicht Voigstberger: „Wenn wir 300 Arbeitslose in dem Gebiet in Arbeit erreichen, ist das schon eine Nummer – mit zweistelligen Prozentzahlen“. Ziel sei es, 33 Prozent der Menschen in den Quartieren in sozialversichungspflichtige Beschäftigung zu bringen. „Das ist dann eine spürbare Verbesserung für die Menschen und ihre Lebensgemeinschaften“, sagt der Sozialdezernent zur Intention. Hinzu komme eine Aufwertung des Wohnumfeldes und eine Verbesserung der sozialen Kontakte.

 

Das Quartier stärken und Perspektiven schaffen

Das soll in den kommenden Jahren mit etlichen Projekten erreicht werden. Starter- und Schlüsselmaßnahmen im Überblick.

Wohnen, Städtebau und Mobilität

 

1) Rahmenplanung und Umgestaltung Quartierszentrum Liester: Im Fokus steht der Geschwister-Scholl-Platz. Gemeinsam mit Anwohnern, Kirchengemeinde und Seniorenzentrum soll ein städtebaulicher Rahmenplan entstehen. Losgehen soll es im kommenden Jahr. Das Projekt gehört zu den Starter- und Schlüsselmaßnahmen.

 

2) Erstellung Sanierungskonzept: Ziel dieses Projekts ist, das städtebauliche Erscheinungsbild aufzuwerten. Eine Erarbeitung konkreter Sanierungsvarianten einschließlich Kostenschätzung und Finanzierungs- bzw. Fördermöglichkeiten soll dazu beitragen, Eigentümer für eine Gebäudesanierung zu begeistern. Das Projekt zählt zu den Startermaßnahmen.

 

3) Modernisierung und Instandsetzung privater Gebäude: Diese Schlüsselmaßnahme soll ab 2020 umgesetzt werden. Die Modernisierung und Instandsetzung privater Gebäude richtet sich an Immobilien, bei denen die Gefahr droht, dass sich daraus eine verwahrloste Immobilie oder eine Problemimmobilie entwickelt.

 

4) Hausmodernisierung: Starten soll diese Schlüsselmaßnahme ab 2020. Aus zwei Bestandsimmobilien sollen Musterhäuser für eine erfolgreiche Sanierung werden.

 

5) Zugriff auf Problemimmobilien: Mit dieser Schlüsselmaßnahme soll eine weitere Negativentwicklung verhindert werden.

 

6) Konzept und Leitfaden Gestaltung Rückansichten Vicht (siehe Foto): Es soll ein Konzept erstellt werden, das unter anderem Empfehlungen zu möglichen Fördermöglichkeiten enthält.

 

 

Freiraum und Grünflächen

 

1) Grüne Trittsteine: Freiräume und Grünflächen sollen im Rahmen dieser Startermaßnahme ökologisch aufgewertet werden. Über ein Trittsteinkonzept sollen einzelne Grünflächen miteinander in Bezug gebracht und vernetzt werden. Im kommenden Jahr soll das Projekt starten. Am 6. September ist eine weitere Bürgerbeteiligung (siehe auch Seite 16) geplant.

 

2) Obstwiesen-Patenschaft (siehe Foto): Diese Startermaßnahme soll in enger Zusammenarbeit mit der Biologischen Station der Städteregion erfolgen. Das Ziel: die ökologische Bildungsarbeit ausbauen, stärken und in den Schulalltag integrieren. Wichtig sei jedoch auch, dass das Projekt in das Viertel hineinwirke. Schließlich gehe damit nicht nur die Pflege, sondern auch die Bewirtschaftung einher.

 

 

3) Naturnahe Schulhöfe: Die Startermaßnahme ist bereits angelaufen. Die Grundschule Münsterbusch, die Grundschule Grüntalstraße und die Willi-Fährmann-Schule sind daran beteiligt. Nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Öffnung der Schulhöfe steht in Vordergrund. So können sich Schüler, Lehrer und auch die Bewohner des Viertels gemeinsam um die neu gestalteten Flächen kümmern. Außerdem werden so mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

 

4) Masterplan Grünflächen: Dieses Projekt gehört zu den Schlüsselmaßnahmen des IHKo. Es soll eine Erweiterung bereits bestehender und darüber hinaus auch eine Schaffung neuer Freiraumangebote geschaffen werden.

Bildung, Qualifizierung und Arbeit

 

1) Quartiershausmeister: Dieses Projekt zählt zu den Startermaßnahmen. Beginn ist 2019. Mit dem Projekt will man eine sinnvolle Beschäftigung für Menschen aus dem Viertel anbieten. So sollen sie sich wieder mit ihrer Quartier identifizieren können. Wie viele Quartiershausmeister es einmal geben soll, steht derzeit noch nicht fest.

 

2) Viertel-Lab Sto52: Im Rahmen des Viertel-Labs sollen 300 Langzeitarbeitslose durch Jobcoaching und Schulungen im handwerklichen und digitalen Bereich qualifiziert werden. Dieses Projekt gehört zu den Starter- und Schlüsselmaßnahmen.

 

 

3) Jugendliche im Quartier: In der Jugendwerkstatt (siehe Foto) sollen weitere außerschulische Bildungsangebote für junge Erwachsene geschaffen werden. Die Jugendlichen aus den Ortsteilen, die im IHKo aufgeführt sind, suchen diese nämlich kaum auf.

 

4) Standortfrage und Erhalt Kita Zauberkiste: Die Kita ist nicht nur baulich in die Jahre gekommen. Vor Ort ist beispielsweise auch keine U-3-Betreuung möglich. Dennoch ist die Einrichtung für den Stadtteil – und auch für die Sicherung des Rechtsanspruches durch die Stadt – unentbehrlich. Nun muss jedoch entschieden werden, ob ein Neubau oder ein vielleicht sogar ein neuer Standort als Lösung in Frage kommen. Das Projekt gehört in jedem Fall zu den Schlüsselmaßnahmen.


Soziale Infrastruktur und Teilhabe

 

1) Begegnungshaus Grüntalstraße Fünf: Das Projekt gehört zu den Starter- und Schlüsselmaßnahmen. Es soll als zentrale Anlaufstelle für die Menschen im Viertel sein. Ein ähnliches Angebot gibt es bisher nicht im Viertel.

 

2) Familie macht Schule: Die Stärkung der Eltern und die Bewältigung von Kinderarmut stehen bei diesem Projekt im Mittelpunkt. Familien sollen auf die Angebote, bei denen jeder mitmachen kann, aufmerksam gemacht werden. Auch dieses Projekt gehört zu den Starter- und Schlüsselmaßnahmen des IHKo.

 

3) Aufwertung und Erweiterung der Jugendwerkstatt: Dabei handelt es sich vor allem um eine bauliche Maßnahme. Geplant ist eine Weiterentwicklung der Räume zu einem kombinierten Werkbereich Garten und Kochen. Eine Erweiterung des Küchenbereichs soll folgen. Denkbar wären auch zusätzliche Büro- und Lernräume. Dieses Projekt ist zwar eine Startermaßnahmen. Losgehen soll es allerdings erst ab 2021.

 

4) Multifunktionale Neu- oder Umgestaltung des Areals St. Hermann-Josef auf der Liester: Wie soll die Kirche (siehe Foto) nach der Aufgabe durch die Gemeinde fortgeführt werden? Verwaltung und Kirchengemeinde wollen diesbezüglich gemeinsam ein Nutzungskonzept in Auftrag geben. Auch dieses Projekt gehört zu den Starter- und Schlüsselmaßnahmen. In einer zweiten Stufe steht dann die Umsetzung an. Damit kann allerdings erst ab 2020 gerechnet werden.

Zusammenleben, Kultur und Beteiligung

 

1) Innenstadtfonds: Da noch immer ein großer Handlungsbedarf in der Innenstadt besteht, soll der Innenstadtfonds als Fortführung des bisherigen Verfügungsfonds im Stadtbaugebiet Talachse Innenstadt dienen. Das Ziel ist eine weitere Aufwertung und Aktivitätssteigerung der Stolberger Innenstadt. Dieses Projekt gehört zu den Startermaßnahmen des IHKo in der Fortführung des Entwicklungskonzeptes. Los geht’s allerdings erst 2021.

 

2) Bürgerfonds: Mit diesem Projekt, das ebenfalls zu den Startermaßnahmen gehört, soll das bürgerschaftliche Engagement unterstützt werden. Gefördert werden kleine Projekte. Zu Beginn müssen jedoch eine Bewohnerjury gegründet und Vergaberichtlinien erarbeitet werden. Förderfähig sind maximal fünf Euro je Einwohner und Jahr. Das Projekt soll bereits im kommenden Jahr an den Start gehen.

 

3) Jugendarbeit im Quartier Münsterbusch: Bereits der Stadtrat sprach sich vor den Sommerferien für das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), angestrebt wird, aus. Ein offener Jugendtreff (siehe Bild) soll in Münsterbusch entstehen und auch die mobile Jugendarbeit soll in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Im Jahr 2019 soll das Projekt durch die Stadt, Mittel des Landschaftsverbandes Rheinland, den SKM, das Bistum und Aktion Mensch gefördert werden. Eine Rückmeldung durch Aktion Mensch steht derzeit allerdings noch aus.

 


Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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