Sauberkeit: Zug ist noch nicht abgefahren

Im Stationsbericht des Nahverkehrs Rheinland schneiden Bahnhöfe besser ab. Trotzdem gibt es eine Menge zu tun.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Die Bahnhöfe in Stolberg entwickeln sich – und zwar in eine positive Richtung. Dieser Meinung ist zumindest der Nahverkehr Rheinland (NVR) in seinem Stationsbericht, den er nun veröffentlichte. Die Experten bescheinigten den Haltepunkten in Stolberg bessere Noten als noch im vergangenen Jahr. Ein Grund, um den Hauptbahnhof sowie die Haltestellen Schneidmühle, Mühle, Rathaus und Altstadt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Fazit fiel überraschend aus.

 

Bereits zum fünften Mal hat der NVR die Bahnhöfe im gesamten Verbundgebiet genauer unter die Lupe genommen. In Stolberg wurden die Haltestellen Altstadt, Mühlener Bahnhof, Rathaus und Schneidmühle nach den Kriterien Barrierefreiheit, Information, Komfort, Sauberkeit, Sicherheit, Vertrieb und dem Zustand des Bodens bewertet. Aus dem Stationsbericht geht hervor, dass sich die Stolberger Haltestellen durchaus sehen lassen können. Das bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen. Zwischen 89,22 und 97,34 Prozent erreichten die Bahnhöfe in der Kupferstadt. Verbessert werden kann dennoch eine Menge, wie ein Besuch der Stationen gestern Morgen zeigt.

 

Besonders gut abgeschnitten hat in diesem Jahr die Station Schneidmühle. Sie erreichte 97,34 Prozent. Auch beim Besuch gestern Morgen machte der Bahnsteig einen sauberen Eindruck. Einziges Manko: die Notrufsäule. Die scheint ihre besten Zeiten bereits hinter sich zu haben und rostet vor sich hin. Und auch das Unkraut im Gleisbett könnte noch einmal beseitigt werden. Im Vergleich zum Vorjahr – damals erreichte die Station 88,09 Prozent – konnte sich die Haltestelle enorm steigern. Diesmal wurde im Stationsbericht lediglich der Zustand des Wetterschutzes bemängelt.

 

Platz zwei ging in Stolberg in diesem Jahr an den Hauptbahnhof (96,13 Prozent). Im vergangenen Jahr wurde dieser aufgrund von Bauarbeiten nicht erfasst. Der Zustand von Wetterschutz und Sitzgelegenheiten wurde diesmal kritisiert. Ein absolutes No-Go sei allerdings die fehlende Rampe, die die Station einige Prozentpunkte kostete. Das soll sich ändern. Die Arbeiten laufen, gestern Morgen geschah dort allerdings nichts. Apropos Barrierefreiheit: Wie schwierig die Gleise am Hauptbahnhof eigentlich zu erreichen sind, wissen nicht nur Eltern mit Kinderwagen, sondern auch Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr. Feuerwehr-Chef Andreas Dovern sieht die momentane Situation allerdings gelassen. Natürlich sei es eine Entlastung, wenn man die Bahnsteige 2 und 1 über Fahrstuhl und „Skywalk“ erreichen können. Jedoch sei das Treppensteigen und Tragen von Patienten an der Tagesordnung und gehöre zum normalen Geschäft des Rettungsdienstes dazu – auch außerhalb des Hauptbahnhofes. Bei besonderen Lagen – darunter fallen beispielsweise enge Treppenräume oder lange Laufwege – könne der Rettungsdienst zudem jederzeit eine Tragehilfe anfordern, zu der eines der Löschfahrzeuge mit einer vier Mann starken Besatzung zur Unterstützung nachrückte. Seit gut einem Jahr werde dieses bei allen Reanimationen automatisch von Anfang an mitgeschickt, so Andreas Dovern weiter.

 

Dafür hat sich jedoch rund um die Bahnsteige eine ganze Menge getan. Das Parkhaus erfreute sich trotz Sommerferien großer Beliebtheit und ist in einem guten Zustand. Müll oder Schmierereien? Fehlanzeige! Der Grund dafür: Das Parkhaus wird halbjährlich gereinigt. Diese Grundreinigung beinhaltet, dass die Beläge gesäubert, auf Schäden kontrolliert und diese auch wieder Instand gesetzt werden. Im Zwei-Wochen-Rhythmus kümmern sich ein Reinigungsdienst und das Technische Betriebsamt darum, dass auch die Zuwege und das Treppenhaus von Müll und Dreck befreit werden, sagt Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Auch Behindertenparkplätze sind im Parkhaus vorhanden, fehlen nur noch Exemplare für Frauen. Auch die könnte es in Zukunft geben. Allerdings nicht bevor der „Skywalk“ fertiggestellt wird. Dann wolle man die Laufwege der Passagiere beobachten und Frauenparkplätze an sinnvollen Stellen anordnen, so Röhm weiter.

 

Nur knapp hinter dem Hauptbahnhof landete diesmal die Haltestelle Rathaus (95,12 Prozent). Zwar verbesserte sie sich im knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr belegte sie dafür in Stolberg jedoch den ersten Platz. Der Zustand von Wetterschutz, Gleisbett und Aufzug wurden im aktuellen Stationsbericht als unzureichend eingestuft. Gestern Morgen funktionierte der Aufzug einwandfrei und das Gleisbett war zumindest von Unkraut befreit. Dafür konnte man allerdings jede Menge Müll finden. Leere Flaschen und benutzte Taschentücher sind nur zwei von zahlreichen Beispielen. Im Großen und Ganzen machte die Station einen eher versifften Eindruck – auch im Gleisbett. Dort waren gestern Morgen nämlich jede Menge Scherben zu finden.

 

War der Mühlener Bahnhof im Stationsbericht 2016 noch mit 86,61 Prozent das Schlusslicht in der Kupferstadt, so konnte die Haltestelle nun einen Platz gut machen und erreichte sogar 93 Prozent. Dennoch wurden der Zustand von Wetterschutz, Sitzgelegenheiten sowie von Gleisbett und Boden bemängelt. Auch beim Besuch gestern Morgen wurde deutlich, dass es sich bei dieser Haltestellen nicht um eine der schönsten in der Stadt handelt. Verschmierte und verkratzte Scheiben waren eigentlich nur das i-Tüpfelchen. Zigarettenkippen waren im gesamten Bereich verstreut, die Notrufanlage war verschmiert und auch das Gleisbett zugemüllt. Kein schönes Erscheinungsbild.

 

Doch es ging noch schlechter – zumindest laut Stationsbericht des NVR. Das Schlusslicht war in diesem Jahr die Haltestelle Altstadt. Sie erreichte 89,22 Prozent und verschlechterte sich sogar minimal im Vergleich zum Vorjahr, in dem sie 89,24 Prozent erreichte. In die Kritik gerieten diesmal Uhren, Wetterschutz, Gleisbett und Fahrausweisautomat. Der funktionierte gestern Morgen allerdings – wie an allen anderen Haltestellen auch – einwandfrei. Abgesehen von Essensresten unter den Bänken gab die Haltestelle auch ein ordentliches Bild ab.

 

In Stadt und Städteregion Aachen schnitten übrigens noch zwei Bahnhöfe schlechter ab: die Haltestelle Aachen West (86,18 Prozent) und der Eschweiler Hauptbahnhof. Dieser erreichte in der Bewertung des NVR 86,19 Prozent. Auch dort ist also noch eine ganze Menge Luft nach oben.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.