Würselen: Entbindungsstation bleibt geschlossen

Fünf Hebammen des Rhein-Maas-Klinikums bleiben – vorerst – bis Ende September nach Stolberg entliehen. Dort gibt es einen Rundum-Dienst.

Foto: Beatrix Oprée
Foto: Beatrix Oprée

Die Entbindungsstation am Rhein-Maas-Klinikum (RMK) bleibt bis auf Weiteresgeschlossen, die fünf aus Würselen ins Stolberger Bethlehem-Gesundheitsszentrum „entliehenen“ Hebammen sollen in der Nachbarstadt noch bis Ende September tätig bleiben. Das teilt das Gesundheitszentrum auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Somit können in Stolberg 22 Hebammen einen Rundum-Dienst gewährleisten. Vorerst war dieses Modell bis Ende Juli angedacht gewesen. In der Hoffnung, dass sich die personelle Situation in Würselen bis dahin verbessert hat.

 

Das RMK selbst zeigt sich in Bezug auf Antworten zu diesem Thema indes zurückhaltend. Unter anderem hatte unsere Zeitung wissen wollen, wie viele Bewerbungen es seit Abmeldung der Geburtsstation Anfang Mai gegeben hatte. Wie RMK-Geschäftsführer René A. Bostelaar seinerzeit im Gespräch mit unserer Zeitung darlegte, werbe man intensiv, auch grenzüberschreitend, um neues Personal zu rekrutieren. Ob und wie viele Personen zwischenzeitlich vorstellig geworden sind, ließ sich aber nicht ergründen. „Die Situation der Geburtshilfe am Rhein-Maas Klinikum ist unverändert. Der Kreissaal bleibt weiterhin abgemeldet, so lange keine 24-Stunden-Versorgung von Mutter und Kind gewährleistet werden kann. Leider ist dies aufgrund der Hebammensituation nach wie vor nicht möglich“, so die Auskunft aus dem Hause. Unbeantwortet blieb damit auch diese Frage aus unserem Katalog: „Wie könnte das RMK dies (die immer noch unveränderte, unbefriedigende Situation, Anm. d.R.) im Sinne des erklärtermaßen vorhandenen Willens, die Geburtshilfe in Würselen zu erhalten, positiv beeinflussen?“

 

Offenbar gibt es dazu aber doch schon weitreichendere Überlegungen der Geschäftsführung, wie dann eine Nachfrage unserer Zeitung bei Städteregionsrat Helmut Etschenberg ergeben hat.

 

Die Geschäftsführung des Bethlehem-Krankenhauses indes hat unserer Zeitung erläutert, was man in Stolberg über Stellenanzeigen hinaus unternommen habe, um eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung in der Geburtsthilfe auch weiter gewährleisten zu können: „Dass Hebammen auf dem Arbeitsmarkt rar gesät sind, ist allgemein bekannt, gerade darum sind wir als Arbeitgeber hier sehr aktiv. Zum einen suchen wir permanent Hebammen.

 

Aber das allein ist nicht die Lösung, so haben wir ein Konzept entwickelt, um durch andere Berufsgruppen, etwa medizinische Fachangestellte, unsere Hebammen zu entlasten“, sagt Dirk Offermanns. „Diese übernehmen ausschließlich delegierbare, administrative Aufgaben wie etwa das Bestellwesen oder das Ausfüllen von Formularen, was normalerweise mit zu den Tätigkeiten einer Hebamme dazugehört.“ Die eingesparte Zeit könne effektiver eingesetzt werden, die Hebammen können sich „auf ihre Kernaufgaben konzentrieren“. Ein wesentlicher Aspekt, der aber auch schon im Gespräch mit dem RMK-Geschäftsführer bestätigt worden war, ist ein 24-Stunden-Rundum-Reinigungsservice, um Geburtshelferinnen in diesem Punkt hundertprozentig zu entlasten.

 

Ein weiterer wichtiger Ansatz sei auch, so Offermanns, „frühzeitig auf Nachwuchssuche zu gehen und deutlich zu machen, wie wichtig und wertvoll die Arbeit einer Hebamme für die Gesellschaft ist“. Hier sei die enge Verbindung zur Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum im Fachbereich für Gynäkologie und Geburtshilfe zu erwähnen, „von dort kommen regelmäßig Studenten zu uns in die Geburtsklinik“. Permanent sei man auf der Suche, „um weitere Hebammen für uns zu gewinnen. Für das kommende Jahr haben wir schon eine feste Zusage einer Hebamme, die dann ihre Ausbildung beendet haben wird.“

 

Werdende Mütter haben das Recht, frei zu entscheiden, ob sie in einem Krankenhaus, einer hebammengeleiteten Einrichtung, einer ärztlich geleiteten Einrichtung, einer Hebammenpraxis oder im Zuge einer Hausgeburt entbinden möchten, stellt die AOK Rheinland/Hamburg in einer jetzt veröffentlichten Analyse zur Versorgungssituation in ihrem Gebiet klar. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Über 98 Prozent aller Kinder würden in einer Klinik zur Welt gebracht. Ergänzend heißt es: „Geburtskliniken müssen flächendeckend und wohnortnah erreichbar sein.“

 

Es folgt der Verweis auf einen Bericht des „Runden Tischs Geburtshilfe“ in Nordrhein-Westfalen, der fordert, dass jede Schwangere innerhalb von 20 bis maximal 45 Minuten eine geburtshilfliche Klinik erreichen kann. Noch, so legt die AOK dar, sei die Versorgung im Land ausreichend, um diese Zeitforderungen zu erfüllen. „Eine maßvolle Bündelung“, so die Analyse weiter, „ist möglich, ohne die Erreichbarkeit der Kliniken wesentlich zu verschlechtern.“

 

Auch wenn sich nicht alle Frauen, die ursprünglich in Würselen entbinden wollten, geschlossen für Stolberg entscheiden, heißt es seitens des Bethlehem-Gesundheitszentrums bezüglich der temporären Konzentration der Geburtshilfe: Aber sicher komme es auch in Stolberg zu Belastungsspitzen, „die das Team sehr fordern“, gerade deswegen sei der perspektivische Gedanke bei der Hebammen-Akquise „elementar“.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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