Kreis um die 77 Domfiguren schließt sich

Zahlreiche Original-Gipsmodelle des Bildhauers Götting sind nach einer Odyssee jetzt wieder zurück im Aachener Münster.

Foto: Michael Jaspers
Foto: Michael Jaspers

Sollte die Petrus-Figur in der Chorhalle des Domes irgendwann ihren steinernen Schlüssel verlieren, können die Verantwortlichen des Domkapitels vergleichsweise entspannt an die Rekonstruktion gehen. Denn die Originalvorlage steht ab sofort in direkter Nachbarschaft und befindet sich dort in bester Gesellschaft. Insgesamt 77 Figuren unterschiedlicher Größe haben im Kreuzgang ein neues Zuhause – oder, wenn man so will, wieder nach Hause gefunden. Ein Kreis in der Geschichte der Dombauarchitektur hat sich geschlossen.

 

Der Bildhauer Gottfried Götting hatte zwischen 1865 und 1876 insgesamt 94 Außenstatuen für den Dom aus Kalk- und Sandstein gefertigt. Auch damals musste selbstverständlich das Domkapitel die Entwürfe absegnen. Drei Jahre nach der Vollendung seines Werks starb Götting. Seine Werkstatt wechselte in den Folgejahren mehrfach den Besitzer, durch Vererbung und Verkauf landete sie schließlich im Besitz von Peter Wolks in Waldfeucht im Selfkant. Der stand zum Glück auch in einer familiären Bildhauertradition, so dass die Modellgruppe aus Gips beisammenblieb. So weit die Reise von Aachen in den Selfkant.

 

Dort war viele Jahre Hubertus Peters Grundschulrektor, der aber in Aachen wohnt und im Vorstand des Kulturvereins Aachen-Prag aktiv war. Im Rahmen der Vorbereitung eines Vortrages stieß er auf die kleine Odyssee der Figuren. Aber auch auf deren vorübergehendes Zuhause in Waldfeucht. Nach einer Recherche von durchaus kriminalistischem Kaliber fand er schließlich die Skulpturen in der obersten Etage des Waldfeuchter Heimatmuseums. Und es entstand der Plan, die Gipsfrauen und -männer wieder in den Schatten des Domes zu holen.

 

In dem Moment griff eine Frau ins Geschehen ein, die vor einem Jahr gestorben, aber keineswegs vergessen ist: Caroline Reinartz. Sie war nämlich die Urenkelin jenes Gottfried Götting und wollte die Rückkehr seiner Figuren finanzieren. Dazu sollte es aber nicht mehr kommen.

 

„Ihr Tod hat die Aktion natürlich ins Stocken gebracht“, erzählt Aachens Dombaumeister Helmut Maintz, kann aber zugleich vom Ausweg aus dieser Sackgasse berichten: „Der Karlsverein-Dombauverein sicherte die finanzielle Unterstützung zu, so dass im Februar der Ankauf vollzogen werden konnte.“ In gewisser Weise habe sich so der Kreis geschlossen, denn auch bei der Herstellung im 19. Jahrhundert sei der Verein der größte finanzielle Förderer gewesen.

 

Seit einigen Tagen sind die Heiligen und biblischen Figuren wieder in Aachen. Acht Stück hat man aber in Waldfeucht gelassen, um dem dortigen Heimatmuseum mit diesen Leihgaben die Ehre zu erweisen. Nicht alle der 77 Modelle sind tatsächlich am Dom realisiert worden. Helmut Maintz hat zum Beispiel einen Kaiser Karl entdeckt, der ihn sehr an die Figur über dem Rathausportal erinnert. Aber genau diese Aspekte werden jetzt Gegenstand einer weitreichenden Analyse und Dokumentation sein, bei der das Domkapitel auf die Hilfe des Pius-Gymnasiums zählen kann. Nicht nur um demnächst als Unesco-Schule anerkannt zu werden, wollen die Schülerinnen und Schüler intensiv bei der Klärung der Herkunft der Figuren mitarbeiten.

 

Ihre endgültige Heimat sollen sie in der oberen Matthias- und Annakapelle finden, aber alles andere als nur musealen Charakter bekommen. Sie können stets als Vorlage herangezogen werden, wenn es um die Rekonstruktion von Originalfiguren geht, bei denen zum Beispiel Details zerstört sind.

 

Die meisten sind 50 bis 80 Zentimeter, einige 100 bis 120 Zentimeter, und ein Einzelexemplar misst 160 Zentimeter. Die reelle Größe ist die eine Seite, die ideelle die andere. Weil ab sofort stets der Originalzustand abzulesen ist. Und der Dombaumeister sagt: „Der Karlsverein-Dombauverein hat so wieder einen Teil zur Erhaltung des Domes beigetragen.“

 

Dauerleihgaben versprochen

  • Die Transaktion der Figuren hat noch einen positiven Nebeneffekt. Die Verwandten von Caroline Reinartz aus dem Zweig von Gottfried Götting haben Dauerleihgaben versprochen.
  • In Kürze kann Helmut Maintz Zeichnungen und Gemälde in Empfang nehmen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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