Modehaus Kohler setzt aufs Burg-Center

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Emotionen spielen bei dieser Entscheidung keine Rolle. Das hat auch der Senior der Stolberger Bekleidungshaus-Dynastie gesagt. Das Modehaus Kohler verlässt zwar den Steinweg, bleibt Stolberg aber treu am neuen Standort im Burg-Center. Am 4. Oktober wird dort auf 420 Quadratmetern Verkaufsfläche die Neueröffnung der beiden fusionierten Geschäftslokale in der Kupferstadt sein. „Wir überlegen seit zwei Jahren, wie wir uns weiter zukunftsfähig aufstellen“, sagen Barbara und Andreas Kohler. Es ist zwölf Jahre her, dass die Inhaber ihr Geschäft komplett neu gestaltet haben. „Man muss regelmäßig investieren, um mit der Zeit gehen zu können“, sagt der 48-Jährige.

 

Das hat die Familie immer gemacht. Seit 120 Jahren. 1898 eröffnete sie ihre Schneiderei auf der Mühle. Um die Jahrhundertwende folgte der Umzug an den Steinweg. Seitdem ist das Geschäft gewachsen, erstreckt sich mittlerweile über vier Gebäude.

 

In den 80er Jahren erhält es sein heutiges äußeres Erscheinungsbild – mit der Eingangspassage. „So etwas ist heute völlig überholt“, sagt Andreas Kohler. Passagen gelten mittlerweile eher als Hemmnis denn als Einladung zum Einkaufen.

 

Das Wachsen des Bekleidungshauses über viele Jahre im Bestand hinterlässt Spuren, die heute ein Tabu sind: Treppen! Sie verbinden unterschiedliche Verkaufsebenen im Altbestand. „Zeitgemäße Geschäfte sind barrierefrei“, betont Barbara Kohler. Energiesparende Beleuchtung, aktualisierter Brandschutz, frisches Erscheinungsbild: Kohler hätten erheblich in den Familienbesitz investieren müssen, um allein schon den Laden für die nächsten Jahre machen zu können, sagt die 44-Jährige.

 

Lohnt das an diesem Standort? „Auch darüber haben wir lange nachgedacht und alle möglichen Varianten durchgespielt“, sagen Barbara und Andreas Kohler. Das Ergebnis: Nein. „Die Frequenz unseres Geschäftes im Burg-Center ist dreimal größer als im Steinweg“, sagt Barbara Kohler. „Die Zeiten wandeln sich, die Zentren ändern sich, und das wachsende Internetgeschäft tut sein Übriges“, sagt Ehemann Andreas. „Das ist eine völlig normale Entwicklung, der man sich als Einzelhändler aber stellen muss.“ Fachmarktzentren und „Hochglanz-Tempel“ wird heute eine höhere Kundenfrequenz als den altehrwürdigen Einkaufsstraßen bescheinigt.

 

Abends und samstagnachmittags empfindet es der Kaufmann so manches Mal als frustrierend, in eine menschenleere Fußgängerzone blicken zu müssen. Dem Steinweg bescheinigen die Kohlers eine gute Zukunft als Adresse zum Wohnen, für Gastronomie und auch kleinere Einkäufe. „Die Eröffnung von ,Action‘ hat zwar für mehr Besucher im Steinweg gesorgt“, gesteht Andreas Kohler ein, aber sie zählen eher nicht zur Laufkundschaft des Bekleidungshauses.

 

„Zu uns kommen die meisten Kunden ganz gezielt“, sagen die beiden Einzelhändler, die zudem seit 2016 mit Geschäften in Köln-Marsdorf und Frechen präsent sind. Zum Besuch bietet das Burg-Center am Rande der Innenstadt beste Voraussetzungen mit mehr als 500 kostenfreien Parkplätzen, einem großen Nahversorger und weiteren Geschäften in direkter Nachbarschaft.

 

Dort, wo bis Ende vergangenen Jahres der Jeansladen „Mister Lady“ in der Passage residierte, investiert das traditionsreiche Bekleidungshaus „einen sechsstelligen Betrag“ in ein barrierefreies Ladenlokal, das ein zeitgemäßes LED-Beleuchtungskonzept und eine neue Ausstattung erhält. Dort werden beide Kohler-Adressen in Stolberg vereint und das Sortiment auf Casual und Sportswear ausgerichtet. Der Business Suit für den gesetzteren Herrn hat ausgedient; weil er immer seltener nachgefragt wird.

 

Noch nicht ganz ausgedient haben soll das Ladenlokal mit rund 500 Quadratmeter Verkaufsfläche am Steinweg. Für eine kleinere Einheit wird ein interessierter Mieter gesucht. Der Abverkauf der noch vorhandenen Ware ist bereits angelaufen. Dort, wo heute die Hosen zu finden sind, ist wie in früheren Zeiten wieder ein Innenhof angedacht. Hochwertiger Büro- und Wohnraum soll im übrigen Ladenbereich und den genutzten Räumen im Obergeschoss entstehen. Saniert werden sollen auch Fassade und die Front des Ladenlokals – voraussichtlich wieder im historischen Stil.

 

Die Zukunft des Bekleidungshauses Kohler liegt im Burg-Center. „Wir haben einen Vertrag über zehn Jahre und zweimal die Option, um weitere drei Jahre zu verlängern“, so der 48-Jährige. Damit besteht erst einmal Planungssicherheit für die nächsten 16 Jahre.

 

Und dann? Man wird sehen. „Wir wissen nicht, was unsere Kinder später wirklich machen wollen“, sagen Barbara und Andreas Kohler. Lea (18) beginnt jetzt ihr Studium, Michel ist 14 und Nina 12 Jahre. Die Zeit wird zeigen, was kommt. „Jetzt freuen wir und unsere Mitarbeiter uns sehr auf die neue Ära im Burg-Center“, berichten die Kohlers: Und die erste Resonanz der vielen treuen Stammkunden „hat uns in unserer Entscheidung nur bestätigt“.

 

Die Filialisten sind auf Expansionskurs

 

Im neunten Jahr nach der Eröffnung expandieren die Geschäfte im Burg-Center. Die Discounter „Kik“ und „Tedi“um 174 auf knapp 700 Quadratmeter bzw. um 213 auf 553 Quadratmeter. „Ernsting‘s family“ zieht auf rund 300 Quadratmeter in die Passage und wird neuer Nachbar von Kohler, berichtet Olaf Kamper von der Dahlke Immobilien AG, die das Center managt. Die Entscheidung über ein deutlich ausgeweitetes Engagement des Drogeriediscounters Rossmann wird für kommende Woche erwartet. Anfang des Jahres hatte sich die IG Metall für 180 Quadratmeter an diesem Standort entschieden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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