Damit die Opfer nie vergessen werden

Stolberger gedenken der von Nazideutschland ermordeten Sinti und Roma. Mahnmal am Hauptbahnhof fertiggestellt.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Die Gräueltaten Nazideutschlands haben auch in Stolberg Spuren hinterlassen. Im März 1943 wurden 37 Stolberger von den Nazis verschleppt, zum Hauptbahnhof gebracht und von dort aus mit dem Zug in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Alle 37 Menschen, die der Ethnie der Roma angehörten, wurden in dem Lager ermordet. 17 von ihnen waren Kinder. Gustav Wassilkowitsch, dessen Namen der Platz vor dem Stolberger Hauptbahnhof trägt, war zwei Jahre alt, als er von den Nazis ermordet wurde.

 

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten 3000 in Auschwitz-Birkenau lebenden Roma umgebracht. An diese unmenschlichen Verbrechen erinnerten jetzt die Stolberger Gruppe Z (Zukunft ohne Faschismus, Fremdenhass und Krieg; gegen das Vergessen) und die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) und weihten dabei die nun fertiggestellte Gesamtanlage des Roma-Mahnmals am Hauptbahnhof ein. Die ursprüngliche Gedenkstätte – ein Wagenrad aus Holz auf einer Bahnschwelle – hatte die Gruppe Z bereits 1995 errichtet. Das in die Jahre gekommene Mahnmal wurde 2013 durch eine haltbarere Stele aus belgischem Granit ersetzt, und inzwischen ist auch die Außenanlage komplettiert. So wird am Fuße der Stele das Symbol des Wagenrads stilisiert aufgenommen.

 

Die Gedenkstunde unter dem Motto „Ma Bistar! Vergiss nicht!“ hatten Gruppe Z und VVN-BdA mit einer Mischung aus Redebeiträgen und Musikeinspielungen würdig gestaltet. Und trotz enormer Hitze setzten viele Menschen am Hauptbahnhof ein Zeichen gegen das Vergessen, wobei die meisten Anwesenden jenseits des Mahnmals Plätze im Schatten suchten.

 

„Es ist sehr wichtig, die Erinnerung an das Schicksal der Opfer und die Verbrechen der Täter lebendig zu halten, und dass diese Erinnerung auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird“, sagte Bürgermeister Tim Grüttemeier. Karen Lange-Rehberg, Thomas Jülicher und Ralf Dallmann von der Gruppe Z veranschaulichten in ihren Wortbeiträgen die menschlichen Schicksale, die aus den unmenschlichen Taten in Nazideutschland resultierten.

 

Dallmann etwa erklärte, dass ab Februar 1943 fast 23 000 Sinti und Roma – circa ein Drittel von ihnen war jünger als 14 Jahre – nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Doch mehr als 13 000 Sinti und Roma befanden sich damals bereits in Konzentrationslagern oder waren in den besetzten Gebieten Opfer von Massenerschießungen geworden. Insgesamt fielen 500 000 Sinti und Roma den Nazis zum Opfer.

 

Bei der Gedenkveranstaltung am Stolberger Hauptbahnhof sprachen auch Vertreter der belgischen Vereinigung „Territoires de la Mémoire“ Grußworte, und zwei Redner schlugen die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart, in der auch heute noch Sinti und Roma diskriminiert und verfolgt werden.

 

Pjer Alievski beleuchtete die derzeitige Situation in Mazedonien, wo Rassismus gegenüber Sinti und Roma an der Tagesordnung sei, und Iris Biesewinkel trug einen ernüchternden bis erschreckenden Bericht über den Umgang mit Roma in Aachen vor.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
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