Auf den Spuren der alten Römer in Stolberg

Peter Sieprath erläutert die Funde in Atsch, Breinig und Gressenich. Villa, Tempel und eine Siedlung. Messingeimer produziert.

Foto: LVR
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Mit den Spuren der Römer im Stolberger Raum machte jetzt Peter Sieprath im Museum Zinkhütter Hof eine Besuchergruppe vertraut. Schwerpunkte seines Vortrages, der im Auftrage der Stolberg-Touristik stattfand, waren die römische Bergarbeitersiedlung bei Gressenich, die gallorömische Tempelanlage bei Kornelimünster, die Atscher Villa am Stolberger Hauptbahnhof und der so genannte Hemmoorer Eimer, für dessen Herstellungsort vermutlich Gressenich in Frage kommt.

 

Sieprath, der als Gästeführer für die Stolberg-Touristik tätig ist und der viele Jahre lang eine Lehrtätigkeit im Fach Geschichte am Ritzefeld-Gymnasium ausübte, hatte seinen Vortrag spannend und abwechslungsreich gestaltet. Als Darstellungsmittel nutzte er neben seinen eigenen Worten auch eine kleine Power-Point-Präsentation, die er mit Karten und Bildern angereichert hatte. Zusätzlich bediente sich der 67-jährige Gästeführer und Römerexperte zahlreicher Exponate, die er seiner eigenen Sammlung und dem Sortiment des Hobby-Archäologen Walter Gülpen entnommen hatte.

 

So waren unter anderem auf Tischen ausgebreitet Bruchstücke aus Hypokaustenheizungen, Grabbeigaben sowie römische Dach- und Mauerziegel zu sehen. Blickfang der kleinen Ausstellung war eine Nachbildung des Hemmoorer-Eimers aus dem Museum Zinkhütter Hof. Dieses einst über ganz Europa verbreitete Messinggefäß und seine Geschichte – als einer der Herstellungsorte gilt das römische Gressenich – hatte Sieprath am Ende seines Vortrages gesetzt. Zuvor hatte er anhand von Kartenmaterial die von dem römischen Feldherren und späteren Alleinherrschers Gaius Julius Cäsar im Gallischen Krieg (58 bis 51 vor Christus) eroberten Gebiete dargestellt. Zu diesem links des Rheines gelegenen riesigen Territoriums hatte auch unsere Region gehört, wie der frühere Lehrer versicherte. Demnach kann man heute noch in der Umgebung von Gressenich auf den Spuren der Römer treffen.

 

So liegt zwischen Gressenich und Mausbach ein großer Fundort, der der Entstehung der Sagen rund um die angeblich vorhandene und später untergegangene Stadt Gression Vorschub leistete. Realität war aber die als Vicus Gressenich bezeichnete Bergarbeitersiedlung. Das äußere Bild dieser Ansiedlung stellte der frühere Lehrer anhand von farbigen Rekonstruktionszeichnungen vor.

 

Oberhalb von Kornelimünster hat es einst eine als Varnenum bezeichnete Tempelanlage mit Nebengebäuden gegeben, deren Fundamente man 1989 bis zu einer Höhe von rund einem Meter wieder aufgemauert hatte. Sie stellte Sieprath vor, indem er das Foto eines Rekonstruktionsmodells präsentierte. Im späten 19. Jahrhundert hatte ein Aachener Archäologe oberhalb des Stolberger Hauptbahnhofes die Grundmauern eines römischen Gutshofes freigelegt. Die Funktion und Verwendung sowie die Lage der einzelnen Räumlichkeiten beleuchtete der Römerexperte anhand eines damals erstellten Grundrisses. Auch spielte ein im Bereich der Atsch liegender römischer Straßenverlauf eine Rolle. Der in der Nähe des landwirtschaftlich genutzten Gutes Steinbachshochwald liegende Hohlweg, ist immer wieder gut für die Entdeckung und Zutageförderung des ursprünglichen Straßenbelages wie der Experte versicherte. Die Besucher belohnten den spannenden Vortrag mit Applaus, der für die Gäste der Vortragsveranstaltung aufschlussreiche Details und neue Erkenntnisse bereit hielt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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