Urlaub zwischen Gleisbett und Burg?

An der Brauereistraße könnten neue Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Anwohner schlagen jedoch Alarm.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Es ist ein leidiges Thema, das über die Jahre wohl so manchen Bürger und auch Mitarbeiter der Stolberger Verwaltung zur Verzweiflung gebracht haben dürfte: Gemeint sind die Wohnmobil-Stellplätze. Seit über zehn Jahren ist die Stadt vergeblich auf der Suche nach einem Standort für Touristen, die mit dem Wohnmobil anreisen und übernachten wollen. Erst im vergangenen Jahr schied Vicht aus, weil der angedachte Standort zu nahe an der Wohnbebauung lag und sich zudem Widerstand im Dorf regte. Daraus wollte die Stolberger Verwaltung lernen und beim nächsten möglichen Standort die Anwohner von Beginn an in die Planungen einbeziehen.

 

In Sachen Widerstand könnte Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger nun jedoch ein Déjà-vu erleben. Dabei hatte alles eigentlich ganz gut angefangen. Die Verwaltung schien ihrem Ziel ein Stück näher gekommen zu sein und einen – ihrer Meinung nach – idealen Standort gefunden zu haben: an der Brauereistraße. Erste Beteiligungsgespräche mit Anwohnern gab es Ende Juni. „Ich habe den Austausch als sehr konstruktiv empfunden. Es gab positive Rückmeldungen, aber auch Bedenken“, sagt Robert Voigtsberger.

 

Zu den Kritikern des Vorhabens gehören Walter Krott und weitere Bewohner der Brauereistraße. Sie sind der Meinung, dass dies nicht der geeignete Standort für Touristen sei und führen dafür verschiedene Gründe an. Einer davon: Müll. Krott und seine Mitstreiter haben die Erfahrung gemacht, dass etliche parkende Autos den hinteren Bereich der Straße als „Müllabladeplatz“ nutzen. Auch auf dem bereits vorhandenen Wohnmobilparkplatz werde öfter Müll entsorgt. Die Anwohner fürchten nun, dass sich die Situation mit weiteren Wohnmobil-Stellplätzen noch verschlimmern könnte. Das Erscheinungsbild der vergangenen Woche kann sich definitiv nicht sehen lassen: Plastikabfälle, Unkraut und einen abgestellten Kinderwagen findet man dort vor. Und selbst wenn der Platz neu hergerichtet sei, würden sich potenzielle Touristen an der Lautstärke stören, meint Krott. Schließlich soll der neue Stellplatz direkt am Gleisbett entstehen. „Ein Übernachten ist hier nahezu unmöglich, da auch nachts Güterverkehr stattfindet, dessen Lärm ein Schlafen so nahe an den Gleisen nicht zulässt“, sagt Krott. Das sei auch ein Problem der Anwohner, die ihre Schlafzimmer zum Gleisbett hin ausgerichtet haben. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Gleise betreten werden, um den gegenüberliegenden Supermarkt zu erreichen. Dies würde immer wieder vorkommen, so Krott.

 

Nicht nur die Themen Müll und Lärm sind laut Krott problematisch. Auch die sanitäre Ent- und Versorgung, die dort vorgesehen ist, sieht er kritisch. „Die sanitäre Entsorgung ist eine willkommene Möglichkeit für Anwohner oder in der Nähe wohnende Wohnmobil- oder Wohnwagenbesitzer, ihre WC-Fäkalien zu entsorgen“, meint Krott. Als ehemaliger Busunternehmer wisse er, dass die Entsorgung bei Chemietoiletten problematisch und teuer sei. Zudem sei eine Geruchsbelästigung bei hohen Temperaturen nicht auszuschließen.

 

Die Stolberger Verwaltung ist da anderer Meinung. Die sanitäre Ent- und Versorgung als geschlossenes System verursache keine Geruchsbelästigung und könne als Haltespur am Zaun vor den Gleiskörpern angelegt werden. Diese Haltespur wäre dann von beiden Seiten anfahrbar. Platz zum Wenden sei ebenfalls vorhanden, ist in dem Schreiben an die Bewohner der Brauereistraße zu lesen.

 

Schaden möchte Krott der Stolberger Verwaltung mit seiner Kritik keineswegs. „Ich möchte die Stadt und deren Touristikbestreben vor Unannehmlichkeiten bewahren, da ich weiß, welche Voraussetzungen in anderen Tourismusstädten gegeben sein müssen, um solche Planungen durchzuführen. Diese Voraussetzung ist hier absolut nicht gegeben“, meint er.

 

Von Seiten der Stolberger Verwaltung erfülle der Standort übrigens alle, von Experten und Interessenverbänden formulierten Anforderungen an einen geeigneten Wohnmobil-Stellplatz. Bedeutet: Er liege in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, der Gastronomie und zum öffentlichen Nahverkehr. Durch das Burg-Center und den gegenüberliegenden Supermarkt bestünde zudem die Möglichkeit, den täglichen Bedarf zu decken und auch die Stolberg-Touristik sei gut zu erreichen und könne bei aufkommenden Fragen weiterhelfen.

 

Und wie geht es nun weiter? Gibt es in der Brauereistraße bald Stellplätze, oder nicht? Für Robert Voigtsberger steht fest, dass eine Lösung für alle Seiten gefunden werden muss. Nur so könne ein tragfähiges Konzept entstehen. Wer sich am Standort Brauereistraße letztlich durchsetzt, wird die Zukunft zeigen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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