Eine Ermahnung, nicht zu vergessen

Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde und Gruppe Z zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht

Fotos: A. Buchbinder
Fotos: A. Buchbinder

Eine besondere kulturelle Veranstaltungsreihe widmet die Evangelische Kirchengemeinde Stolberg zusammen mit der Gruppe Z dem diesjährigen 80. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Diese Nacht, in der „das Leben für die jüdische Bevölkerung auch in Stolberg beendet war“, so Karen Lange-Rehberg von der Gruppe Z, symbolisiert wie keine andere die Verfolgung jüdischer Mitbürger durch die Nationalsozialisten. Das Programm wurde jetzt in der Finkenbergkirche der Öffentlichkeit vorgestellt und steht für die Ermahnung nicht zu vergessen, was aus Hass erwachsen kann.

 

Die vielfältigen Veranstaltungen finden am Wochenende vom 9. bis zum 11. November statt. Den Einstieg bildet ein „literarisches Konzert“ am Freitag, 9. November, um 19.30 Uhr in der Finkenbergkirche, in dem der Bergheimer Lyriker Manfred Bohn Texte jüdischer und nationalsozialistisch verfolgter Autoren vortragen wird. Eingerahmt werden diese von musikalischen Orgeldarbietungen durch Gunther Antensteiner, Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Stolberg und Hauptinitiator des Programms sowie Sascha Schwarzbart aus Mönchengladbach an Piano und Percussion.

 

In Zusammenhang mit den Textvorträgen werden auch jeweils biografische Notizen der Autoren und Autorinnen präsentiert werden, „um das Erinnern zu bestärken“. Dieser Programmpunkt soll vorwiegend nichtjüdisches Publikum ansprechen, da er zu einer Zeit stattfindet, zu der strenggläubige Juden bereits den Sabbat feiern.

 

Am Samstag, 10. November, wird um 18 Uhr die Ausstellung des „Holocaust Zyklus – Mein Herze schwimmt im Blut“ des Malers Rafael Ramírez Máro offiziell eröffnet. Zur festlichen Gestaltung wird hier der Vortrag einiger Teile aus der gleichnamigen Bach Kantate beitragen. Der Künstler selber widmet diese Ausstellung ausdrücklich dem KZ Auschwitz- und Buchenwald-Überlebenden Arzt und Psychologen Dr. Max Hamburger (verstorben 2012).

 

Auf einer Fotografie von Hamburger und einigen Mitinhaftierten bei ihrer Befreiung durch die Amerikaner beruht der präsentierte Zyklus. Hamburger selber sagte über sich „Ich habe Gott in Auschwitz gefunden“ und unter dem Motto „Was tut den Opfern gut“ hat auch seine Arbeit mit Überleben und Angehörigen von Opfern des Holocaust lebenslang gestanden. Brigitte Mildner-Hamburger, Witwe von Max Hamburger, wird aus Anlass der Eröffnung ebenfalls anwesend sein und „Teile eines Briefes ihres verstorbenen Ehemannes vortragen“ freut sich der Maler.

 

Die Ausstellung wird außer zur Eröffnung auch am Freitag, 9. November, von 19 bis 22 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr in der Finkenbergkirche zu sehen sein.

 

Der letzte Veranstaltungstag wird eingeleitet durch eine „normale“ Sonntagsmesse, die auch Bezug nehmen wird auf die Ausstellungseröffnung.

 

Für 14 Uhr lädt die Gruppe Z dann auf dem jüdischen Friedhof, Am Turmblick, zu einer Gedenkveranstaltung an die jüdischen Opfer mit anschließender Friedhofsführung ein. Die „Gruppe Z – Zukunft ohne Fremdenhass, Faschismus und Krieg; gegen das Vergessen“, die Anfang der 90er Jahre aus der Friedensinitiative hervorgegangen ist, begeht bereits seit zehn Jahren regelmäßige Gedenkveranstaltungen, jedoch bisher, laut eigener Aussage noch nie auf „so hohem Niveau“, und möchte aus aktuellem Anlass, diese Veranstaltung nutzen, um erneut ansteigende antisemitische Tendenzen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

 

Das Konzert, das dieses Wochenende abrunden wird, beginnt um 17 Uhr in der Finkenbergkirche mit dem Vortrag jüdisch-deutscher Orgelmusik durch Gunther Anten—steiner. Diese Form der Orgelmusik, die von Komponisten wie unter anderem Louis Lewandowski (1821-1894) oder Hugo Chaim Adler (1894-1955) geschaffen wurde, entstand ursprünglich dadurch, dass reformierte jüdische Gemeinden die Gottesdienste in den Synagogen denen der evangelischen Gemeinden anpassten.

 

Weitere Programmpunkte, die das Programm bereichern, sind die Auftritte der Klezmer-Gruppe „Odessalvie“ (Damenduo), die mit Klarinette und Akkordeon jüdische Musik im wohlbekannten Stil vorstellen werden, sowie einer Swing/Jazz-Gruppe, die Musikstücke des in diesem Jahr verstorbenen Ghetto-Swingers Coco Schumann zum Besten geben. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, wobei ein freiwilliger Beitrag gerne entgegengenommen wird.

 

Die Idee zu diesem Gedenkwochenende beruht auf der Initiative von Kantor Gunther Antensteiner, und das umfangreiche Programm entstand letztlich durch eine eigene Dynamik, da sich die Gruppe Z, Manfred Bohn, Pfarrer Axel Neudorf mit Band, „Odessalvie“ und der Künstler Rafael Ramírez Máro schnell für die Idee begeistern konnten.

 

Das Portfolio der mitwirkenden Konfessionen und Künstler macht die Veranstalter stolz und schafft durch diese gewachsene Gruppe Gemeinsamkeiten auch über die Grenzen von Stolberg hinaus, die helfen sollen, Verständnis füreinander zu schaffen und jüdisch-gläubige Mitmenschen mit einzubeziehen.

 

Das Programm vom 9. bis 11. November

  • Die Gedenkveranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde Stolberg und der Gruppe Z zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht findet statt am 9., 10. und 11. November. Veranstaltungsort ist die Finkenbergkirche.
  • Am Freitag, 9. November, finden um 19.30 Uhr Lesungen aus den Werken jüdischer und anderer vom NS-Regime verfolgter Autoren statt.
  • Am Samstag, 10. November, um 18 Uhr eröffnet die Ausstellung „Holocaust-Zyklus – Mein Herze schwimmt im Blut“ von Rafael Ramírez Máro. Weitere Öffnungszeiten: Freitag von 19 bis 22 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 12 und 16 bis 19 Uhr.
  • Am Sonntag, 11. November, findet um 14 Uhr die Gedenkveranstaltung „Erinnern an eine Nacht, die alles veränderte. Novemberpogrom 1938 – Solidarität mit jüdischen Menschen“ auf dem jüdischen Friedhof, Turmblick mit anschließender Führung statt. Um 17 Uhr gibt es ein Konzert mit Orgel-, Jazz- und Klezmer Musik jüdischer Komponisten.
  • Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, wobei ein freiwilliger Kostenbeitrag gerne entgegengenommen wird.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen


Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: info@cdu-aachen-land.de

Verlinkungen:

http://cdu-staedteregion-aachen.de/cdu-kreisverbaende/informationen
http://cdu-staedteregion-aachen.de/cdu-kreisverbaende/informationen

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.