Entspannen und Erfahrungen austauschen

Das Weltfest des Pferdesports lockt Jahr für Jahr auch zahlreiche Besucher aus Stolberg an. Touristen zieht es auch in die Kupferstadt.

Foto: A. Müller
Foto: A. Müller

Auf einer Bank am Rande der großen Fahrzeugpräsentation sitzt Josef „Jupp“ Jakobs und verschnauft ein paar Minuten. Es ist heiß in der Aachener Soers. Zur Mittagsstunde ist der Besucherandrang noch nicht so groß wie am Nachmittag, wenn sich die Wege zwischen Ladenzelten und Tribünen mit Menschen stetig füllen – bis zum Sonntag mit sichtlich steigender Tendenz. Während es in der Kupferstadt nicht nur urlaubsbedingt ausgesprochen ruhig ist, trifft man halb Stolberg beim Aachener CHIO. Das Weltfest des Pferdesportes ist jedes Jahr ein Ort der Kommunikation, der Entspannung, des Erfahrungsaustausches und einfach um dabei zu sein.

 

Dabei ist „Jupp“ schon seit zwei Jahrzehnten Gast. Doch diesmal ist der Turnierbesuch für den Gressenicher anderer Art. All die Jahre hat er den früheren Landtagsabgeordneten Axel Wirtz in die Soers gefahren. „Das waren anstrengende Tage“, sagt Jakobs, der die Turniertage oft im Kreise von Chauffeurskollegen verbracht hat. Doch Wirtz ist nun stellvertretender Städteregionsrat und wird von Amtswegen chauffiert. „Jupp“ hat frei. Aber an einem Tag ist er nun doch wieder in der Soers. „Ein Tag reicht dann“, freut sich Jakobs über die Eintrittskarte. Nun kann er in aller Ruhe Turnieratmosphäre schnuppern, die Menschen beobachten und durch das „Village“, das Ladendorf schlendern. „So macht das richtig Spaß“, sagt er und macht sich wieder auf seinen Weg.

 

Politiker scheinen dieser Tage die Strahlen der heiß scheinenden Sonne zu scheuen. Normalerweise sind sie am Mittwoch in Scharen auf dem Turniergelände anzutreffen, schauen ein wenig Reitsport, schlendern über das Gelände und treffen sich letztlich am früheren Warsteiner-Oxer, wo heute Bitburger ausgeschenkt wird – zum Netzwerken. So manches Projekt haben Mitglieder von Städteregionstag, Bürgermeister und Abgeordnete schon in der Soers eingestielt, wenn Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Rande des Springens um den Preis in memoriam Landrat Hermann Josef Pütz einlädt. Doch diesmal sind weniger Politiker zu finden. Ob sie die Hitze gescheut haben oder diesmal den schattigen Sitzplatz auf der Tribüne bevorzugt haben? Jedenfalls darf sich Kunibert Matheis diesmal mehr um den Reitsport und das erforderliche Zubehör konzentrieren. Das Donnerberger Mitglied des Städteregionstages schlendert mit Enkelin Jana über das Turniergelände. Und die ist selbst Reiterin, hat bis vor wenigen Wochen auf Gut Hassenberg die Schulstunden von Hans Flaam mitgeritten. In dieser charmanten Begleitung bekommt der Turnierbesuch für Matheis eine deutlich sportlichere Variante. Aber immer wieder „stolpert“ er natürlich über die Politik. Wenn sich beispielsweise der Weg mit Eschenbergs Referent Cyros Clement und Tim Fürpeil kreuzt. Dann überholt schnell der bevorstehende Wahlkampf das andere Thema Nr. 1, das Wetter. Entsprechend scherzt mittlerweile auch Axel Wirtz mit Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram an der Theke, während der Landtagsabgeordnete und Stolberger Rechtsanwalt Dr. Werner Pfeil mit Ulla Thönnissen aus dem Städteregionstag diskutiert. Und auch für Tim Grüttemeier ist der Abstecher in die Soers – mittlerweile – mehr als ein Pflichtbesuch. Als Kind wurde er von seinen Eltern „mitgeschleppt“ zum Reitturnier, aber Fußball eroberte das sportliche Herz des Stolberger Bürgermeisters. Aber seit einigen Jahren kommt er gerne mit Ehefrau Nina zum CHIO – nicht nur um Kontakte zu pflegen, sondern auch um Reitsport und Atmosphäre zu schnuppern.

 

Das Flair der Soers kann er in wenigen Tagen in der Kupferstadt wieder aufnehmen, wenn der Büsbacher Reiterverein vom 10. bis 12. August zu seinem großen Reitturnier einlädt. Dann werden auf Gut Hassenberg Springen bis zur höchsten Klasse S und Dressurwettbewerbe bis zur Klasse M geboten. Und wie im Großen in der Soers, bemühen sich die Büsbacher im kleineren Rahmen gesellschaftliches Stelldichein mit hochkarätigem Sport zu verbinden.

 

Was das bedeutet, erfahren die Hobbyreiter von Klein auf. Immer zum Turnierdienstag unternimmt die Jugendabteilung einen Ausflug zum CHIO, um ganz nah an den großen Idolen des Reitsports zu sein. Eingefleischte Aktive sind selbstverständlich alljährlich an mehreren Tagen in der Soers anzutreffen. Bei den Prüfungen ihrer Fasson und natürlich im Village. Denn nirgendwo sonst lässt sich ein so breites Angebot unterschiedlicher Hersteller von all dem, was zu diesem Sport dazugehört, wohl finden. Dann wird dringend Benötigtes gekauft und Wünsche werden sondiert. So nehmen diesmal beispielsweise Andrea und Louisa Müller sowie Sandra Lentz ganz intensiv die präsentierte Palette von Reitsätteln in Augenschein. Und die Büsbacherin Ute Schiffer nutzt sogar noch vor der Geburtstagsfeier ihres Sohnes Jan schnell die Gelegenheit, ein wenig Turnieratmosphäre zu schnuppern. Spätestens morgen wird die einst selbst aktive Reiterin wieder auf der Tribüne und im „Village“ anzutreffen sein.

 

Wo die einen shoppen, arbeiten andere Stolberger. Beispielsweise der Atscher Adi Freh. Der Erste Polizeihauptkommissar hat wieder sein Büro als Leiter der Wache Ost im kühlen Polizeipräsidium mit der sonnigen Soers getauscht und sorgt dort mit vielen Kollegen für Sicherheit. Oder Petra Klostermann, die schon seit drei Jahren in dieser Woche das Optikergeschäft in Stolberg mit dem Kaulard-Stand im „Village“. Mit seinem eigenen Stand ist Marcus Quadflieg schon ein Dutzend Jahre anzutreffen. Der einst aktive Reiter bei den Stolberger Pferdefreunden und passionierte Karnevalist bietet im Soerser Winkel unter anderm Hüte an – ein in diesem Jahr besonders gefragter Artikel. Aber auch für den ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennverein sind viele Stolberger aktiv. Beispielsweise seit Jahrzehnten ein Wiederholungstäter im Fahrerlager ist Karl-Heinz „Charly“ Klintworth. Der Breiniger ist dafür verantwortlich, dass in den Stallungen alles seinen rechten Gang nimmt. Andere engagieren sich als Richterassistenten, wenn beispielsweise heute die Kutschen im Gelände unterwegs sind, oder im Kreise der Hostessen, Stewards oder in der Riege all der anderen vielen Helfer, die bei solch einer Großveranstaltung erforderlich sind.

 

Dazu zählte auch zehn Jahre lang der Büsbacher Joachim Schaprian. Mit seiner Pensionierung als stellvertretender Kommandeur der Aachener Truppenschule hat der Oberst a.D. ehrenamtlich die Aufgabe des Sicherheitschefs des CHIO übernommen und in heißen bis regnerischen und stürmischen Jahren den Einsatz von Ordnern, Sanitätern, Feuerwehr und weiteren Helfern geplant und koordiniert. In diesem Jahr hat ein professionelles Unternehmen den Job übernommen, und der 75-Jährige freut sich über die Einladung des ALRV, als Gast das Turnier besuchen zu dürfen. „Völlig neue Einblicke“, bekommt Schaprian, wo er nun in aller Seelenruhe den Sport verfolgen und mit Bekannten plaudern kann. Diese Erfahrung macht auch der Breiniger Hubert Herpers. Der seit Jahresbeginn im Ruhestand befindliche Sparkassen-Chef schaut sich mit unserem zum Monatsende scheidenden Chefredakteur Bernd Mathieu von der Tribüne aus die Springen an, bevor sie gemeinsam über das Gelände schlendern können. Die Zeiten des allgegenwärtigen Termindrucks scheinen vorbei.

 

Nur einer der sonst stets omnipräsenten Dauergäste in der Soers fehlt diesmal. Dabei hätte Adolf Konrads sein 60. Jubiläum als Besucher feiern können. Der CHIO-Termin war bei der Urlaubsplanung dummerweise nicht im Blick. Aber der Mausbacher verschmerzt das in St. Peter Ording, „Dank az-web.de, Vorabendzeitung und Epaper bis ich wie live beim CHIO“, richtet er den Daheimgebliebenen aus.

 

Und die profitieren auch in Stolberg von der Großveranstaltung in der Nachbarstadt. Beispielsweise von der Kollegin der Fachpresse aus Hessen, die immer wieder während des CHIO in einer Büsbacher Pension wohnt und nach dem Turnierbesuch noch im Supermarkt einkaufen geht. Oder auch die Stolberger Hotels, für die das Weltfest des Pferdesports eine feste Größe bei der Auslastung ist.

 

Hotels in Stolberg sind überaus gefragt

  • Der CHIO wirke sich seit Jahren positiv auf die Übernachtungszahlen aus, erklärt Jürgen Gerres, Leiter der Stolberg Touristik: „Die hiesigen Hotels sind gefragt, und unser Service der Stolberg Touristik beinhaltet sowohl Informationen zu Anfahrt und Parken beim CHIO, als auch einen Überblick über das ganzjährige touristische Angebot der Kupferstadt. Schließlich möchten wir die Besucher animieren, auch zu anderen Gelegenheiten nach Stolberg zu kommen.“
  • Den positiven Effekt bestätigt Dirk Stock, Inhaber des Romantik-Parkhotels am Hammerberg: „Während des CHIO sind wir immer sehr gut ausgelastet. Es gibt viele Stammgäste, die schon bei der Abreise Zimmer für das nächste Jahr buchen.“ Auch die Hotelgäste seien international. „Sie kommen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, wir haben auch Gäste, die in Australien oder Südafrika leben. Diese Stammgäste kennen sich, haben sich angefreundet, und die Atmosphäre im Hotel ist toll.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

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