Die Herausforderung: Baulücken finden

In Sachen sozialer Wohnungsbau tut sich etwas in Stolberg. Zwei neue Wohnungen entstehen in Breinig.

Foto: S. Essers
Foto: S. Essers

Die Suche nach Grundstücken kann durchaus schwierig sein – auch im sozialen Wohnungsbau. In Breinig hat die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für die Städteregion (GWG) nun eine Lösung gefunden. An der Hubertusstraße entstehen derzeit zwei Wohnungen für fünfköpfige Familien. Und auch die anderen Projekte in Stolberg schreiten voran. Doch von vorne.

 

Steigende Mieten und immer weniger Wohnungen sind keine Neuheit. Vor allem Menschen, die auf günstige Mieten angewiesen sind, haben es immer schwerer, einen solchen Wohnraum zu finden. Das weiß auch Professor Axel Thomas, Geschäftsführer der GWG. „Die Grundstücksrecherchen sind sehr schwierig“, sagt er. Eine Lösung: Baulücken finden und auf die sogenannte Nachverdichtung setzen. Was das bedeutet? Eine Nachverdichtung ist eine einfache Möglichkeit, um den Innenbereich von Siedlungen besser zu nutzen und so zu verhindern, dass weitere Flächen in Anspruch genommen werden. In der Praxis bedeutet es, dass Häuser um zusätzliche Stockwerke, einen Dachbodenausbau oder um Anbauten erweitert werden. Letzteres ist auch in Breinig der Fall. Durch einen Abstellraum werden das bereits vorhandene Haus an der Straße und der Neubau miteinander verbunden. Dennoch gibt es für die beiden neu entstehenden Wohnungen separate Erschließungen – also eigene Eingänge. Neben einem Eingang im Erdgeschoss, wird eine Außentreppe zum Eingang der Wohnung im ersten Stock führen. Ein Treppenhaus im Inneren des Hauses ist damit unnötig.

 

Zudem bestünde die Möglichkeit, bei Bedarf einen Aufzug zum Erreichen des ersten Obergeschosses einzubauen – eine Voraussetzung für den Bau, erklärt Ursula Bauer vom Amt für Bauaufsicht und Wohnraumförderung der Städteregion. Das Thema Barrierefreiheit spiele auch im sozialen Wohnungsbau eine wichtige Rolle. Nur, wenn der Investor die Mietpreis- und Belegungsbindungen akzeptiert und die bautechnischen Vorgaben erfüllt, kann er mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungsnachlässen rechnen. „Bauplanungs- und ordnungsrechtlich werden hier die höchsten Qualitätsansprüche erfüllt“, sagt Ursula Bauer.

 

Bevor es an den Bau gehen kann, müssen erst einmal Kommunen gefunden werden, die das Thema Nachverdichtung unterstützen. An dieser Stelle kommt die Stadt Stolberg ins Spiel. Bürgermeister Tim Grüttemeier, der gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung der GWG ist, meint, dass dies ein „gelungenes Projekt“ sei. „Wir legen großen Wert darauf, dass es in der gesamten Stadt eine gesunde Durchmischung gibt“, sagt er. Neben Breinig ist der soziale Wohnungsbau in Stolberg auch in Münsterbusch, auf der Rotsch und auf dem Donnerberg ein wichtiges Thema (siehe Infobox). Im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit wurde zudem entschieden, dass die Verwaltung ein Handlungskonzept „Wohnen in Stolberg“ erstellen soll. Der ursprüngliche Antrag der SPD-Fraktion aus dem vergangenen Jahr erntete große Zustimmung.

 

Mitte Juni fand ein erstes Treffen einer Projektgruppe statt, die aus Mitgliedern der Verwaltung und externen Vertretern – aus den Bereichen Finanzen, der Wohnungswirtschaft oder des Mieterschutzvereins – besteht. Es sollten Eckdaten entwickelt werden, die in ein Leistungsverzeichnis einfließen, erklärt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. Auf dieser Grundlage soll ein Institut beauftragt werden, das eine Wohnungsmarktanalyse und entsprechende Handlungsempfehlungen auf den Weg bringt. Das soll voraussichtlich noch im Herbst dieses Jahres geschehen.

 

Doch zurück zum Neubau an der Hubertusstraße. Ein Sonderbudget in Höhe von zwei Millionen Euro gab es von der Städteregion für den sozialen Wohnungsbau. In Breinig wurden rund 500 000 Euro investiert. Die gesamte Wohnfläche dort beträgt 212 Quadratmeter. Heißt: Jede Wohnung ist 106 Quadratmeter groß und somit für eine fünfköpfige Familie ausgelegt. Im Juni dieses Jahres gingen die Bauarbeiten los. Sie sollen voraussichtlich bis Februar 2019 dauern. Im März sollen die Mieter dann einziehen können. Bis dahin gibt es noch allerhand zu tun. Schließlich müssen die beiden Wohnungen bezugsfertig übergeben werden – eine weitere Voraussetzung für den Bau. Momentan steht der Rohbau des Erdgeschosses. Einziehen dürfen übrigens nur Familien, die einen Wohnberechtigungsschein besitzen. Das wird auch an den Mieten deutlich, die für Breinig eher ungewöhnlich niedrig seien. Eine der Wohnungen ist für Empfänger der niedrigsten Einkommensstufe (A) vorgesehen. In dieser beträgt der Preis 5,25 Euro pro Quadratmeter. In der Wohnung, die für Empfänger der Einkommensstufe B vorgesehen ist, sind es 6,10 Euro pro Quadratmeter.

 

Um den sozialen Wohnungsbau voran zu bringen, hat das Land Nordrhein-Westfalen ein neues Wohnraumförderprogramm erstellt. Zwischen 2018 und 2022 stehen pro Jahr 800 Millionen Euro zur Verfügung, die an 53 Bewillligungsbehörden gehen. Im vergangenen Jahr erhielt die Städteregion – allein für das Segment Mietwohnungsneubau – 42,1 Millionen Euro Förderung.

 

Gerade in Stolberg sei der Bedarf – laut den Ermittlungen des Landes – sehr hoch, sagt Ursula Bauer. Zum 31. Dezember 2016 gab es dort 1055 Wohnungen im Bereich sozialer Wohnungsbau. Man geht davon aus, dass die Zahlen bis 2030 auf 670 Wohnungen sinken werden. 2007 betrug der Bestand öffentlich geförderter Wohnungen in Stolberg noch 2441 Stück. Lange war es für Investoren wirtschaftlicher, freifinanziert zu bauen. Im Rahmen von Umschuldungen gab es die Tendenz, die bestehenden öffentlichen Wohnungsbaumittel zurückzuzahlen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Zweckbindung durch die Rückzahlung der Mittel bereits nach zehn Jahren endet. Danach sind die Wohnungen auf dem freien Markt verfügbar und können zu höheren Preisen vermietet werden.

 

Die Stadt Stolberg sei in Sachen sozialer Wohnungsbau auf einem „sehr guten Weg“, so Bauer und verweist auf die weiteren laufenden Projekte. Das Ziel der Städteregion sei es, Anträge auch bewilligungsfähig zu machen. Aus diesem Grund spiele auch die Beratung eine wichtige Rolle. Jedoch sei man vor allem auf Investoren sowie die Städte und Gemeinden angewiesen. Bei der GWG und der Stadt Stolberg hat das bestens funktioniert.

 

Die einzige Zusammenarbeit zwischen der Stolberger Verwaltung und der GWG ist das Projekt in Breinig übrigens nicht. Bereits in Mausbach hat die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für die Städteregion in eine Fassadensanierung investiert. Durch die beschlossene Fusion des SV Grün-Weiß Mausbach und dem VFL Vichttal könnte in Zukunft auch der Mausbacher Sportplatz für den sozialen Wohnungsbau noch eine besondere Rolle spielen – jedenfalls dann, wenn das Gelände zu Bauland werden sollte. Aber das ist Zukunftsmusik.

 

Weitere Projekte in Stolberg

  • Anfang 2017 wurde ein Objekt mit 14 Wohneinheiten in Münsterbusch bezugsfertig. Ein weiteres Objekt mit 22 Wohnungen soll bis Ende des Jahres in Büsbach bezugsfertig sein.
  • Das Projekt auf der Rotsch soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Ein Antrag über 54 neue Wohneinheiten auf der Liester liegt der Städteregion vor.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen


Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: info@cdu-aachen-land.de

Verlinkungen:

http://cdu-staedteregion-aachen.de/cdu-kreisverbaende/informationen
http://cdu-staedteregion-aachen.de/cdu-kreisverbaende/informationen

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.