Landwirten macht Wetter zu schaffen

Auch Stolberger Milchbauern leiden unter Trockenperiode und Hitze. Steigende Kosten und geringere Erträge.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Den Bauern in Stolberg macht das Wetter besonders zu schaffen. Betroffen von der Hitze und vor allem der lang anhaltenden Trockenheit sind dabei nicht nur die Landwirte, die zum Beispiel Getreide anbauen, sondern auch Stolberger Milchbauern wie Johannes Simons. Zwischen Atsch und dem Würselener Wald bewirtschaftet er Gut Steinbachshochwald in der vierten Generation. „Wir sind ein Grünland-Betrieb mit Nachzucht, das heißt, wir kaufen keine Rinder zu, sondern züchten selbst vom Kälbchen bis zur Milchkuh“, erklärt Simons.

 

Derzeit weiden 50 Jungtiere und 60 Milchkühe auf circa 40 Hektar Wiesen. Und weil der Regen so lange ausbleibt, wächst das Gras nicht nach. „Die Wiesen sind aber die Futtergrundlage für unsere Tiere. Wir müssen also jetzt schon mit dem Zufüttern anfangen und greifen dafür die Futtervorräte an, die eigentlich für den Winter gedacht sind“, beschreibt der Landwirt.

 

Die Folge sei, dass mehr Futter gekauft werden müsse und somit die Kosten für die Milchproduktion steigen würden, was der Trockenheit geschuldet ist. Zudem ist auch die Hitze ein Problem. „Kühe fühlen sich bei 15 bis 20 Grad Celsius richtig wohl. Höhere Temperaturen machen ihnen zwar nichts aus, aber bei großer Hitze geben sie weniger Milch“, sagt Simons. Also komme zu steigenden Kosten dann auch noch der geringere Ertrag hinzu.

 

Und wie sieht es bei den anbauenden Kollegen aus? „Die Weizenernte beginnt jetzt, und es bleibt abzuwarten, wie der Ertrag ausfällt. Sorgen macht uns momentan der Mais, denn die Kolbenbildung steht an, und die Pflanzen brauchen dringend Regen“, führt Simons aus, der auch stellvertretender Ortsvorsitzender für den Bezirk Stolberg der Kreisbauernschaft ist.

 

Schwere Zeiten also für die Stolberger Landwirte, die ohnehin schon immer weniger werden. Simons erläutert, warum die Zahl der Bauern in Stolberg immer weiter geschrumpft ist: „Um von der Landwirtschaft leben zu können, sind immer wieder hohe Investitionen nötig, die sich erst langfristig rechnen. Ab einem gewissen Alter scheuen die Bauern das finanzielle Risiko, wenn ihre Nachfolge nicht geregelt ist.“

 

Anders verhält es sich allerdings auf Gut Steinbachshochwald, wo Johannes Simons mit seiner Ehefrau Christina, Tochter Anna und Sohn David lebt. Und mit Tochter Eva, die gerade eine Ausbildung zur Landwirtin macht.

 

Die fünfte Generation steht quasi in den Startlöchern – Grund genug für Simons, einen neuen modernen und größeren Stall auf der Rückseite des Gutes zu bauen.

 

Von Innen werden die Kühe den Stall die meiste Zeit allerdings nur einmal täglich sehen. „Wir arbeiten mit ganztägiger Wiesenhaltung. Die Tiere sind nur zum Füttern und zum Melken im Stall“, beschreibt Simons. Von Januar bis März aber sei der Stall das Winter-Domizil der Kühe. In Anbetracht der angehenden Jungbäuerin Eva Simons soll der neue Stall zukunftsweisend werden.

 

Und auch doppelt so groß wie der alte, der dann auch nicht mehr genutzt werde. Der Grund dafür: „Von einem Berufskollegen übernehmen wir bald noch 60 zusätzliche Milchkühe mit dazu passender Weidefläche“, sagt Landwirt Johannes Simons.

 

Der Strukturwandel geht langsam weiter

  • Laut dem deutschen Bauernverband (DBV) nahm die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2007 und 2016 in Deutschland um insgesamt 46 200 auf 275 400 Betriebe ab.
  • Das sind 14,4 Prozent weniger. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von 1,7 Prozent.
  • Damit scheint sich der landwirtschaftliche Strukturwandel etwas verlangsamt zu haben, schlussfolgert der Bauernverband.
  • Denn: In den Jahrzehnten zuvor lag die durchschnittliche jährliche Abnahmerate der Betriebe bei etwa drei Prozent, was statistisch etwa alle 20 Jahre eine Halbierung der Zahl der Betriebe entspricht.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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