Wenn die Musik als Farbe aufs Bild fließt

Das Projekt „Friday Nights with Yuri Revich“ wird in Stolberg begeistert angenommen. Klassik, Malerei und Tanz.

Foto: M.-L- Otten
Foto: M.-L- Otten

Die Freitagabende in Wien sind seit 2016 um einen bedeutenden Konzertzyklus reicher. Die sogenannten „Friday Nights“ wurden von dem international renommierten Violinisten Yury Revich ins Leben gerufen. Sein Konzept beruht auf einer synergetischen und dialogischen Zusammenarbeit zwischen Kunst, angewandter Kunst, Mode, Theater und Musik mit dem Ziel, neue Perspektiven zu eröffnen, um Kunst hör- und Musik sichtbar zu machen.

 

„Friday Nights with Yuri Revich“ sind jetzt nicht nur in Wien bekannt, auch in Stolberg wurde dieses neue Projekt frenetisch aufgenommen dank Patricia Buzari, die diese Idee aufgriff und den Künstler ins Museum Zinkhütter Hof holte. Mit im Boot beim Klassik-Festival neben Yuri Revich und Patricia Buzari saßen Monika Jonas, eine Malerin aus Eschweiler, und Eugenia Casanova, Tänzerin der Ballettschule Carla Brettschneider.

 

Der Abend begann mit Wolfgang Amadeus Mozart und der farbigen und fantasievollen Violinsonate „G-Dur KV 301“, die der 25-jährige Yuri Revich und Patricia Buzari mit großer Spielfreude darboten. In der folgenden Sonate für Violine & Piano „G-Dur“ von Maurice Ravel versah Monika Jonas im 1. Satz (Allegretto) aus dem Augenblick heraus und entsprechend ihrer Empfindung die grundierte Leinwand mit Farben, so wie es die Musik vorgab. Für leidenschaftliche Momente nahm sie die Farbe rot, für dezentere Töne mehr helle Farben wie gelb oder weiß und wurde es ganz schräg, dann musste etwas Dunkles her.

 

Das in Bewegung befindliche, das Momentane als Impression eines augenblicklichen, flüchtig, vorübergehenden Geschehens brach nicht nur in die Musik ein, sondern inspirierte auch die Malerin. Im „Blues“ und im schnellen „Perpetuum mobile“ lieferten sich Patricia Buzari und Yuri Revich lebhafte extravagante Dialoge, die vor Virtuosität sprühten. Yuri Revich meisterte die schwierigen Violinparts mit großem Können in einer fantasievollen, klangschönen Wiedergabe und Patricia Buzari machte ihr seelenvolles Spiel und die warme intensive Tongebung zu einem eindringlichen Hörerlebnis.

 

Hochromantisch erklang die Sonate für Violine und Klavier in A-Dur von César Franck. Zum schwebenden Klangbild des Allegretto ben moderato bewegte sich die in apartem schwarzen Outfit gekleidete Tänzerin Eugenia Casanova – Choreographie: Kathrin Liedke – und wirkte wie eine Lichtgestalt aus einer anderen Welt. Engeln gleich breitete sie die Arme wie Flügel aus, drehte sich im Kreis und schwebte durch den Raum. Francks Violinsonate zeichnete sich in den weiteren drei Sätzen durch mannigfaltige Klangfarben aus.

 

Yuri Revich, der auf einer Stradivari aus dem Jahre 1709 spielte, die ihm großzügig von der Familie Goh verliehen wurde, brachte den Reichtum an Farben, Schattierungen und Zwischentönen eindrucksvoll zum Ausdruck. Nicht umsonst ist der energiegeladene Revich Gewinner eines Echo Klassik 2016 „Newcomer of the Year“, „Young Artist of the Year 2015“ bei den International Classic Music Awards und „Young Musician of the Year“ vom Beethoven Center in Wien. Dem stand Patricia Buzari allerdings in nichts nach, so dass im Anschluss an das Konzert der Organisator der „Friday Nights“, Yuri Revich bekannt gab, dass das Klassik Festival Momentum Stolberg stolzer Partner seiner neuen Konzertreihe in Wien sei.

 

Der tosende Beifall war berechtigt und zeigte einmal mehr, dass das Klassik-Festival-Stolberg auf einem guten Weg ist.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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