Das neue Heimatgefühl rund um Mausbach

Dorfinnenentwicklungskonzept: Bürger planen drei Wanderstrecken. Der Panoramaweg ist die Premiumroute. Erste Impressionen.

Foto: L. Flink
Foto: L. Flink

Hier entspringt er: der Mausbach. Aber er hat nicht nur eine Quelle. Sondern ganz viele. Es plätschert so vor sich hin von überall. Im Wald, im Sumpf. Zwischen Steinen und Gras. Ein idyllischer Ort oberhalb der Fleuth. Dies ist einer der Orte, den der Panoramaweg in Mausbach wie Perlen an einer Schnur aufreiht. Es ist einer von drei Wegen, die im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzeptes von engagierten Bürgern der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.

 

Und diese Wege müssen begangen werden. Weiss man, wie lang sie sind? Benötigt man Rucksackverpflegung und Wanderschuhe oder kann man zwischendurch einkehren, in eine der vielen Gaststätten, die der Ort zu bieten hat?

 

Also begibt man sich auf die erste Reise. Andrea Winterscheid bringt die Pläne vorbei, Harry van Emelen und Volkmar Zeugner planen die Begehung und eine an Schächten und Pingen interessierte Dame aus Aachen begleitet die Panoramarunde. Los geht‘s am Froschschacht an der Industriestraße.

 

Wie man sagt, handelt es sich hier um einen Lüftungsschacht. Dieser war lange Zeit von Efeu und Unkraut umwuchert, ist aber nun davon befreit. Ein Gitter befindet sich rundherum mit einem kleinen Einlasstörchen. Noch in diesem Jahr soll mit der Sanierung des industriegeschichtlichen Denkmals begonnen werden.

 

Ein kleines Stückchen geht‘s die Industriestraße lang und dann links ab in den Feldweg Richtung Franzosenkreuz. Und hier versteht man, warum der erste Rundweg „Panoramaweg“ bezeichnet werden soll. Ein großartiger Blick tut sich auf. Linker Hand Weisweiler mit rauchenden Kaminen, rechts davon Haldengelände. In der Nähe Felder mit weidenden Kühen und dann Blick geradeaus: Mausbach und der Wald über Mausbach. Auf dem Weg begegnet man ganz entspannt Hundegassigängern, welche ihre Lieblinge ausführen, Natur und Bewegung genießen.

 

Am Franzosenkreuz angekommen, stellt sich die Frage: Was soll dies bedeuten? War es eventuell ein Friedhof? Dies wird das Organisationsteam noch in Erfahrung bringen. Und für spätere Begeher dieser Route sind dann, so der Plan, Hinweisschilder angebracht. Zum einen, wie der Weg begangen werden kann, zum anderen, welche außergewöhnlichen Stätten besonders hervorgehoben sind. Wie dies auch bereits mit Schildern in Schevenhütte und Langerwehe geschehen ist.

 

Es geht weiter. Kurz die Straße gequert und den Familie-Imhoff-Weg beschritten. Aber nein: Abkürzen gilt nicht. Im zweiten Drittel des Feldweges geht es ab nach links. Es ist trocken. Und daher kann man schön Wandern auf diesem kleinen Feldweg gen Krewinkel. Bei Nässe soll das anders aussehen.

 

Im Ortskern Krewinkel angekommen begibt man sich links vom Kapellchen Richtung Gressenich. Aber Vorsicht: nicht zu weit. Denn nach 100 Metern biegt man ab, diesmal rechts. Ziel sind die Wiesen oberhalb des kleinen Ortes. Vorbei am alten Forsthaus und an abgestellten Traktoren, die in diese Landschaft wie Faust auf Auge hineinpassen, führt der Weg über Pferdewiesen zum Hundesportverein von Krewinkel.

 

Und da ist richtig was los. Frauchen und Herrchen versuchen, ihre Lieblinge dazu zu bringen, Kommandos zu erkennen. Sieht jedenfalls gut aus, ist gesellig und total entspannt und scheint allen Beteiligten Freude zu bereiten. Und nun geht‘s weiter über den kleinen Parkplatz an der Straße nach Süssendell.

 

Dort sollen auch Pingen sein, die kleinen oberirdischen Abraumgebiete, für die sich die Begleiterin aus Aachen sehr interessiert. Kann man aber nicht so richtig erkennen, da sie nicht besonders tief sind. Also auf in den kleinen Pirschweg Richtung Fleuth. Da ist ja mal so richtig Natur angesagt. Alles ist verwachsen. Für die kleine Gruppe kein Problem. Sollten jedoch „außerdörfliche Touristen“ diese Route beschreiten wollen, wäre ein kleiner Freischnitt eventuell von Nöten. Nicht alle sind Eifelkinder und im Umgang mit kleinen Spinnchen in Gras und Gehölz erfahren. An den Wiesen entlang sind Pferde. Grasend. Natur pur.

 

Und dann der Ausgangspunkt der Berichterstattung: Der Mausbach. Ok, eher unscheinbar. Zunächst ein kleines Stückchen oberflächlich sickerndes Gewässer. Bis hin zum Sumpfgebiet der Fleuth. Und dann legt dieser kleine Bachlauf noch einen kleinen Weg voran, bis er in den Tiefen vom Ortsteil Mausbach unterirdisch entschwindet und danach Richtung Nachtigällchen vorgeholt wird. Aber bis zum Nachtigällchen geht die Wanderung des „Panoramaweges“ nicht. Natürlich nicht, wäre viel zu weit für diese Aktion.

 

Die Pioniergruppe bewegt sich von der Fleuth am ehemaligen „Armenhaus“ vorbei über den Pesch in Richtung „Innenort“. Einkehr im Gasthaus bei Kaffee, Wasser und Fachsimpeln. Eine Viertelstunde Rast. Initiator Harry van Emelen: „Wir müssen weiter, bevor es dunkel wird.“ Bei Ortskundigen stellt sich die Frage: Wieso dunkel, ist doch gerade mal halb neun im Sommer. Schnelle Heimkehr Froschschacht dürfte da wohl kein Problem sein.

 

Nicht aber beim Panoramaweg: An der Schroiffstraße entlang schnurgerade geht es in die Felder. Vorbei am sogenannten Zollhaus. Getreide, flinke Hasen, und der Blick zum Sportplatz Vichttal. Hat was. Obstwiesen und „Wimmelsträucher“ säumen den Wegesrand in Richtung Diepenlinchener Gebiet. Dann ruft der Wald. Also nichts ist mit direktem Weg zum Ausgangspunkt! Ein kleiner Umweg möchte beschritten werden.

 

Folglich bewegt man sich von der Rothen Gasse hinweg in Richtung Wald, grobe Richtung Burgholzer Graben. Während die zweiköpfige Vorhut sich über Erlebnisse der Kindheit und Jugendzeit austauscht („Wir sind hier im Wald immer ,Freien jejangen‘“), interessiert sich die Nachhut mehr für Schächte und Pingen, die mittlerweile unter Bodendenkmalschutz stehen. Die gibt es hier in Hülle und Fülle. Und das wissen auch manche Bauherren zu berichten.

 

Kurz an romantisch gelegen Eigenheimen vorbei marschiert bietet den Reisenden der Wald aufgrund seines Bewuchses nicht die Möglichkeiten, allein im Vorbeimarsch bei anbrechender Dunkelheit diese Gegebenheiten des Diepenlinchener Geländes zu erkunden. Dies ist gewiss eine separate Begehung wert.

 

Nach einer scharfen Rechtskurve erblickt man den Wasserturm. Natürlich auch im Wald gelegen. Und leider total umgeben von irgendwelchen Baken zur Absperrung aufgrund von Baumaßnahmen. Sieht nicht richtig schön aus. Und das mitten im Wald.

 

Weiter die Wanderung. Panoramablick ist nun nicht mehr. Es wird ein wenig dunkel im Wald, und es ist richtig still. Auf dem Weg zum Sportplatz wird es noch ‘mal interessant: Die Nachhut hält sich noch am Wasserturm auf. Die Vorhut hört Stimmen. Und aus dem Wald heraus kommt eine kleine Gruppe junger Menschen inklusive Tierbegleitung, im Gespräch verwickelt. Eine Begegnungsstätte mitten im Wald. Man geht forschen Schrittes gemeinsam weiter in Richtung Diepenlinchen. Linker Hand der Sportplatz, der ja nicht länger Sportplatz sein wird. Mitten durchs kleine Wohnbaugebiet, dann kurz links und sofort rechts zum Abbiegen in die Industriestraße. Die Begehungsteilnehmer sind nach zweieinhalbstündiger, ausgesprochen abwechslungsreicher Wanderung am Ausgangspunkt Froschschacht angekommen. Viel Spaß hat es gemacht, die Natur rund um Mausbach zu erkunden. Gespannt sein kann man jetzt schon auf die zwei weiteren Parcours, die die engagierten Mausbacher anbieten möchten: Den Feierabendweg und den historischen Weg durch Mausbach. Diese sollen jedoch eine wesentlich kürzere Wegstrecke aufweisen.

 

Angedacht ist weiterhin eine Kooperation mit den Interessierten aus Werth, die ihren Ortsteil ebenfalls voranbringen wollen. Dort plant man einen Lehrpfad mit dem Thema Gruben und Schächte. Und dieser Lehrpfand soll sich dann irgendwo mit den Mausbacher Drei-Wegen treffen. Vielleicht am Froschschacht? Dem Ausgangspunkt des Panoramaweges.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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