Aus Dornröschenschlaf erwachen...

...soll der ehemalige Jugendtreff in Münsterbusch. SKM will die Jugendarbeit vor Ort wieder aufbauen.

Fotos: Sonja Essers
Fotos: Sonja Essers

Von außen wirkt das rote Backsteingebäude nicht gerade einladend. Die Jalousien sind heruntergelassen und die Tore, von hoch wachsenden Pflanzen umrankt, verschlossen. Bis vor zehn Jahren war der Raum neben dem Jugendheim einer der Treffpunkte für die jungen Menschen aus dem Viertel. Mit und mit ist die Jugendarbeit in Münsterbusch allerdings eingeschlafen und liegt mittlerweile auf Eis. Das soll sich allerdings bald schon ändern. Der Sozialdienst Katholischer Männer will die Jugendarbeit in Münsterbusch wieder aufbauen und dazu auch den einstigen Jugendtreff aus dem Dornröschenschlaf erwecken.

 

„Der Bedarf ist da, aber es gibt in Münsterbusch keine adäquaten Angebote“, sagt Jörg Manfred Lang vom Sozialdienst Katholischer Männer. Der Jugendtreff in der Prämienstraße sei nur einmal in der Woche für Kinder geöffnet. Das bedeute im Umkehrschluss, dass es in Münsterbusch keine öffentliche Treffpunkte für Jugendliche gebe.

 

Oft würden sich die jungen Erwachsenen vor dem Pfarrheim, auf Spiel- oder Bolzplätzen treffen und das komme bei den Anwohnern nicht immer gut an. Um die Jugendarbeit im Viertel wieder nach vorne zu bringen, entwickelte Lang ein Konzept, das er der Stolberger Verwaltung vorlegte. „Hier können wir einen Rückzugsraum schaffen, in dem die Jugendlichen auch für sich sein können“, sagt er.

 

Ausgangslage für diese Idee sei der Sozialreport der Stolberger Verwaltung gewesen. In diesem wurde für die Sozialräume Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg ein integriertes Handlungskonzept entwickelt (siehe Infobox). Das Angebot des SKM soll sich an Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahre richten und aus zwei verschiedenen Bausteinen bestehen. Zum einen aus einem offenen Treff als festen Anlaufpunkt, zum anderen aus der mobilen Jugendarbeit, bei der die Jugendlichen aktiv von einem Sozialpädagogen aufgesucht werden.

 

Der offene Treff soll in erster Linie eine Anlaufstelle für die jungen Erwachsenen sein – ein Raum, in den sie sich zurückziehen und unter sich sein können. Neben einer Spielekonsole soll es dort auch Gesellschafts- und Kartenspiele geben. Ein Kicker und eine Musikanlage sind bereits vorhanden. Auch eine Reihe von Gruppenangeboten und Events, wie beispielsweise Kino- und Diskoabende, Kreativ- und Sportangebote sollen in Zukunft dort stattfinden. Das Angebot richte sich nach den Interessen der Jugendlichen und lebe davon, dass diese ihre Ideen und Wünsche mit einbringen, sind sich Jörg Manfred Lang und seine Kollegen Alina Penners und Johann Leonbacher sicher. Im Rahmen der mobilen Jugendarbeit soll zudem Kontakt zu den Jugendlichen aufgenommen werden.

 

Der Jugendtreff soll jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 21 Uhr geöffnet sein. Mittwochs sind die Öffnungszeiten von 18 bis 21 Uhr. Dienstags und donnerstags soll die mobile Jugendarbeit von 15 bis 20 Uhr stattfinden. An Samstagen sollen regelmäßig Projekttage oder Ausflüge angeboten werden.

 

Für den offenen Treff und die mobile Jugendarbeit soll ein Sozialpädagoge eingestellt werden. Unterstützt wird dieser durch eine Ergänzungskraft. Momentan ist Alina Penners für diese Stelle vorgesehen. Sie will zum Wintersemester mit dem Studium der sozialen Arbeit beginnen. Findet sie einen Studienplatz in der Nähe wird sie im Jugendtreff arbeiten. Die Vollzeitstelle soll ausgeschrieben werden.

 

Finanziert werden soll das Projekt übrigens von mehreren Seiten. Der SKM würde 5300 Euro aus eigenen Mitteln tragen sowie 8250 Euro aus Kirchsteuermitteln. Unter der Berücksichtigung der Verteilung der Landesmittel in Höhe von

11 722,65 Euro verbleibt ein kommunaler Anteil in Höhe von 5300 Euro. Zudem wurde ein Förderantrag bei der Organisation „Aktion Mensch“ eingereicht. Die Umsetzung des Konzepts ist abhängig von der Bewilligung des Antrags. Schließlich umfasst dieser eine Fördersumme in Höhe von 35 400 Euro. Ob die Stadt die erforderlichen Mittel für die Haushaltsjahre 2019 bis 2022 einstellen wird, entscheidet der Rat in seiner heutigen Sitzung. Eine Vorberatung fand bereits im Kinder- und Jugendausschuss (KJA) statt. Dort zeigten sich die Ausschussmitglieder positiv gestimmt. Der Ausschuss-Vorsitzende und Europaabgeordnete Arndt Kohn (SPD) sprach von einem „sehr guten Konzept, das in Münsterbusch eine sehr große Hilfe sein wird“. Er und SPD-Chef Patrick Haas schauten sich vor der Sitzung des KJA im zukünftigen Jugendtreff um. „Wir als Stadt können froh sein, dass sich jemand findet, der das Thema in die Hand nimmt“, so Haas.

 

Wann das Projekt startet, steht noch nicht fest. „Wenn alles gut läuft, könnte es im Oktober und November losgehen. Das wäre unser Traumziel“, sagt Lang. So hätten die Jugendlichen in Münsterbusch passend zum Beginn der dunklen Jahreszeit eine Anlaufstelle.

 

Zum Hintergrund

  • Im Sozialreport 2017 wurde für die Sozialräume Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg ein integriertes Handlungskonzept der Sozial- und Stadtentwicklung erarbeitet.
  • Dieses macht deutlich, dass besonders in diesen drei Quartieren ein erhöhtes Maß an Armut herrscht. Diese drückt damit auch eine besonders hohe quartiersbezogene Ausprägung sozialer Ungleichheit aus.
  • Münsterbusch zeigt beispielsweise in allen Bereichen eine überdurchschnittliche Quote im Vergleich zum Stadtvergleich.
  • Direkt nach Unterstolberg weist der Stadtteil Münsterbusch die größte Zahl an Bedarfsgemeinschaften mit Kindern auf, die auf Grundsicherungsniveau ihr Leben bestreiten.
  • Zudem teilt sich Münsterbusch den ersten Platz mit Unterstolberg in der Gruppe der alleinerziehenden und hilfsbedürftigen Bedarfsgemeinschaften.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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