Missbrauch: Angeklagter bei Ergreifung teilnahmslos

Zwei Zeugen und der Einsatzleiter der Polizei sagen vor Gericht aus. Zwei Mädchen, sieben und acht Jahre alt, die Opfer.

Lorenz S. (57) aus Stolberg, der wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs seiner beiden bei der Tat erst sieben und acht Jahre alten Nichten angeklagt ist, sei nach seinem Aufgriff auf einem Parkplatz in der Innenstadt „merkwürdig unbeteiligt“ gewesen, berichtete der polizeiliche Einsatzleiter gestern vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht.

 

Zwei Bürger, die dort zufällig parkten, waren aufmerksam geworden und hatten die Polizei gerufen, als sie in dem nahen Wäldchen aus der Ferne die Silhouetten des erwachsenen Mannes und des kleinen Mädchens in einer auffälligen Haltung sahen. Einer der beiden näherte sich sodann unbemerkt dem ungleichen Paar und fand bei näherem Hinsehen seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

 

„Ich wollte das erst gar nicht glauben“, sagte der 27-jährige Zeuge gestern vor Richter Florian Handke, dem Vorsitzenden der 5. Große Strafkammer. Er sei dann näher dorthin gegangen. So aus „zehn bis 15 Metern“ habe er gesehen, wie der Täter das kleine Mädchen unter der Kleidung anfasste. Er habe sofort begriffen, was da stattfand und habe seinen Kumpel vom Parkplatz dazu geholt. Beide unterbanden abrupt die Handlungen in dem Wäldchen.

 

Man habe den späteren Angeklagten festgehalten und die Polizei gerufen. Der mutmaßliche Täter hatte zuvor versucht, die beiden zu beeinflussen. Er habe gesagt, das könne man „doch ohne Polizei“ regeln. Sie hätten dies aber überhaupt nicht gewollt und riefen den Notruf.

 

Der Zeuge berichtete gestern der Kammer, dass er genau beobachten konnte, dass es sich eindeutig um sexuelle Handlungen des erwachsenen Mannes an dem Kind gehandelt habe. Auch dieser Zeuge berichtete von einer gewissen Lethargie des aufgeflogenen Sexualstraftäters. Die beiden Kumpels hatten den Mann und das Kind bereits vor der Tat über den Parkplatz gehen sehen, da habe die Kleine noch „Inliner“ an den Füßen gehabt. „Sie machten auf mich den Eindruck von Vater und Kind, die einfach nur spazieren gehen“, wunderte er sich rückblickend noch über die Dreistigkeit des Mannes, der ganz nahe an ihnen vorbei gegangen sei. „Das sah ganz normal aus, deswegen machten wir uns zunächst auch überhaupt keine Gedanken“, erinnerte sich der Zeuge.

 

Der Einsatzleiter der Polizei schilderte, wie er zuerst das kleine Mädchen befragt habe. Sie sei ganz ruhig gewesen und habe zuerst gar nichts sagen wollen. Dann aber sei sie „aufgetaut“. Das an jenem 25. November 2017 in dem Wäldchen missbrauchte Kind ist das ältere der beiden Mädchen. Sie sagt bereits vor der Kammer aus, die jüngere schwieg bislang zu den Ereignissen.

 

Der Angeklagte hatte sich bislang nur zu seinen persönlichen Daten geäußert, zur Aufklärung der Tatvorwürfe trug er bisher nichts bei. Lorenz S. wohnte seit einigen Monaten bei der Familie seiner Schwester und deren Ehemann in Stolberg. Der nächste Verhandlungstag ist der 13. Juli, hier sollen vor allem Gutachten gehört werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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