Pfarrkirche St. Barbara vor 150 Jahren geweiht

Katholische Kirchengemeinde in Breinig feiert das runde Jubiläum mit einem besonderen Hochamt und einem bunten Fest.

Foto: C. Hahn
Foto: C. Hahn

Nach der Messe wird’s beim Auftritt der Böllerschützen so richtig laut. Eine lange Predigt gibt es ebenso wenig. Statt dessen laben sich nach dem Hochamt die Mitglieder der Breiniger Kirchengemeinde St. Barbara auf Einladung ihres Pfarrers Ulrich Lühring an den Leckereien des mobilen Teams vom Grill aus Straß an Fritten, Zwiebelfleisch, Currywurst und Bratrolle. Denn tendenziell geht es rund um den Kirchturm an der Ecke Alt-Breinig/Neustraße eher volkstümlich und deftig zu. Und darin sind sich der Pastor und seine Mitchristen auch bei der Feier des 150-jährigen Kirchweihjubiläums absolut treu geblieben.

 

Das Gotteshaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Obwohl die alte Kapelle immer mehr verfiel und die Pfarre 1839 sogar dem Landrat melden musste, dass der Kirchturm einzustürzen drohe, dauerte es noch bis 1846, ehe neue Überlegungen zur Sanierung begannen. Dieses Mal wurde Johann Peter Cremer (Landbauinspektor des Regierungsbezirkes Aachen) mit dieser Aufgabe betraut. Cremer konnte nur noch feststellen, dass die alte Kapelle inzwischen derart baufällig geworden war, dass Anbauten oder Umbauten nicht mehr möglich waren, sondern nur ein völliger Neubau in Frage kam. Johann Peter Cremer begann mit der Ausarbeitung eines Neubauprojektes, das damals auf 1050 Pfarrangehörige ausgelegt war. Schon bald stellte sich aber heraus, dass dieser Entwurf für den Standort der alten Kapelle viel zu groß war, vor allem, wenn man die traditionelle Ausrichtung des Chores nach Osten beibehalten wollte.

 

Ein Vorschlag war, einen ganz anderen Bauplatz an einer anderen Stelle des Ortes zu wählen, andererseits wollte man aber doch den alten Standort in der Mitte des damaligen Ortes beibehalten. Die Lösung kam unverhofft im Jahr 1851, als neben der alten Kapelle zwei große Grundstücke zu kaufen waren.

 

Am 11. August 1852 wurde der Neubau an den Unternehmer Peter Jerusalem aus Eupen vergeben. Bereits 14 Tage später erteilte das Bistum die Genehmigung zur Einsegnung des ersten Steins. Leider ging der Bau aber nicht in diesem Tempo weiter.

 

Mit dem Hochziehen der Außenmauern, der Aufbringung der Dachstühle und der Eindeckung, dann der Aufrichtung der Säulen ging es zunächst zügig weiter. Ende 1853 verzögerte sich dann aber der Baufortgang. Der Unternehmer Jerusalem war in der Errichtung massiver Gewölbe unerfahren. Nachdem er durch einen Gerichtsvollzieher an seine Verbindlichkeiten erinnert worden war und Architekt Cremer selbst das entsprechende Material (einen Schwemmstein) besorgt hatte, begann 1854 das Einwölben. Aber kurz nach ihrem Einbau stürzte 1855 das Chorgewölbe ein.

 

Es stellte sich heraus, dass eine ständige Bauaufsicht nötig war, die weder vom Architekten Cremer noch vom Baukomitee der Gemeinde zu leisten war. Spezielle Bauleiter wurden eingestellt, zuerst ein Bauaufseher Eschweiler, später dann Franz Reinckens. Damit hatten die Verantwortlichen aber offenbar den Bock zum Gärtner gemacht, denn Reinckens konnte sich nicht nur überhaupt nicht durchsetzen, er ließ seine Bauunterlagen im Wirtshaus liegen und ließ sich die Fassadenzeichnungen stehlen. So übernahm schließlich Architekt Cremer wieder selbst die Bauleitung und führte den Bau zur Vollendung.

 

Als der Kölner Erzbischof Paulus Melchers im Sommer 1868 zur Tat schritt, wurde die neue, die jetzige Breiniger Kirche schon seit 13 Jahren für fromme Zwecke benutzt. Vermutlich gab der Terminkalender des hohen Herrn mit dem damals noch größeren Erzbistum vorher kein brauchbares Datum her.

 

Dessen gedachten Pfarrer Lühring und die Seinen bei der Festmesse mit dem gebührenden Ernst, aber auch mit der gebührenden Fröhlichkeit, übrigens mit wohlklingender Unterstützung des Kirchenchors unter Leitung von Franz Körfer. Seine überaus kurze (Manche würden sagen: knackige Predigt) würzte der Seelsorger mit einer witzigen Anekdote über ein Brautpaar, in der er auch fröhlich eine Weinflasche präsentierte. In Breinig klingt Katholizismus halt unverwechselbar rheinisch, und der Geistliche gibt in der Kirche bei passender Gelegenheit gerne mal kölsche Lieder zum Besten.

 

Gefeiert wurde im Übrigen nicht nur die Weihe der Kirche: Der Sonntag war zugleich „Tag des Ehrenamtes“. Alle, die der Kirche vor Ort ihr Gesicht geben, und das für Gottes Lohn: Sie alle durften sich beim geselligen Beisammensein in und um das Pfarrheim „Goldener Stern“ gehörig selbst feiern und den sonnenverwöhnten Tag genießen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.