Etliche Messerstiche keine Notwehr

Das Aachener Landgericht schickt einen Stolberger Shisha-Bar-Betreiber für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Der am Ende blutige Streit um eine flüchtige Sex-Beziehung brachte dem Shisha-Betreiber Abdullah T. (22) gestern eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

 

Die Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht kam in ihrem am Montagnachmittag gefällten Urteil zu der Überzeugung, dass die als versuchter Totschlag in drei Fällen angeklagte Tat vom Abend des 1. März dieses Jahres auf der Stolberger Rathausstraße letztendlich juristisch als eine gefährliche Körperverletzung zu werten sei und verurteilte den Angeklagten zu der oben genannte Strafe.

 

Begonnen hatte der Streit, als an jenem frühen Abend Anfang März plötzlich vier Männer im Rahmen der Eingangstüre der Shisha-Bar erschienen. Einer von ihnen habe, so das Gericht gestern, Abdullah T. zur Rede stellen wollen. Als Hintergrund sei es dabei um eine flüchtige Sex-Beziehung gegangen, die der Betreiber Tage vorher eher zufällig eingegangen war.

 

Bei einem weiteren Treffen mit dem Mädchen, so hieß es während des Prozesses, habe es Streit gegeben, auch deswegen, weil die junge Frau vor dem Verlassen der Bar in die Kasse gegriffen habe, gab der Angeklagte an. Sie habe ihm 90 Euro geklaut und das Geld dann wutschnaubend zurückgegeben.

 

Die vier Männer aus Köln nun hätten den Stolberger wegen dieses unglücklichen Ausgangs zur Rede stellen wollen, hatten sie im Prozess angegeben. Abdullah T. dagegen behauptete später, er habe sich gleichsam in Notwehr gegen massive Angriffe von drei der vier jungen Männer aus Köln wehren müssen, da habe er das Messer ergriffen, das einer der drei zum Teil schwer verletzten Männer verloren habe.

 

„Hier haben beide Seiten gelogen“, stellte der Vorsitzende des Schwurgerichts, Roland Klösgen, bedauernd fest. Unbestritten auch nach der Auffassung von Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel ist der Beginn der Gewaltspirale an diesem Abend den späteren Opfern zuzuschreiben.

 

Danach trat einer der vier aus Köln angereisten jungen Männer, die quasi die Ehre des verschmähten Mädchens rächen wollten, auf Abdullah T. zu mit den Worten, man solle de Sache unter sich vor der Türe austragen. Als T. das nicht wollte, fielen drei der vier angereisten Männer über den Shisha-Betreiber her und schlugen auf ihn ein. Erst als dieser einen Besenstiel ergriff und sich seinerseits massiv wehrte, gingen die Eindringlinge hinaus auf die Rathausstraße und trollten sich.

 

Anscheinend wollte nun Abdullah T. seinerseits die Sache nicht auf sich sitzen lassen und stürzte hinterher. Er habe das Faustmesser gefunden oder einem seiner Gegner entwunden, folgte das Gericht dem Plädoyer von Staatsanwalt Muckel, der im Übrigen eine höhere Strafe, nämlich viereinhalb Jahre Haft, für den Angeklagten beantragt hatte.

 

Als T. dann das Messer in der Hand hatte, wurde es blutig. Er stach einem ersten der drei Gegner in den Oberschenkel, versetzte einem weiteren einen Stich in den Rücken und holte letztlich das Hauptopfer ein, dem er fünf Stiche in den Brustkorb beibrachte. Die Verletzungen waren so schwer, dass der Mann stationär in der Klinik behandelt werden musste.

 

„Jetzt bin ich dran“, hatten Zeugen den Zeitpunkt beschrieben, als Abdullah T., der außerdem einschlägig vorbestraft ist, mit dem Messer auf die Kölner los ging.

 

Also könne von Notwehr denn auch keine Rede sein, wertete das Gericht die Tat. Verteidiger Peter Schäfer hatte demgegenüber eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten gefordert, sein Mandant habe sich einfach wehren müssen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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