Randzeiten: Bedarf weiterhin vorhanden

Aus diesem Grund soll die Kita in Gressenich weiter flexible Öffnungszeiten anbieten – auch ohne Fördermittel.

Die Randzeitenbetreuung in der Kita Parkstraße in Gressenich soll sichergestellt werden – und das über den ursprünglichen Förderzeitraum hinaus. Dieser endet nämlich zum 31. Dezember dieses Jahres und wurde zu 100 Prozent vom Bund refinanziert. Ob die Förderung, die über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren insgesamt 195 000 Euro betrug, weitergeführt wird, steht derzeit allerdings noch nicht fest.

 

Auf eine entsprechende Anfrage der Stolberger Verwaltung habe es von Seiten des Bundes weder eine Zu- noch eine Absage gegeben, erklärt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger nun im Kinder- und Jugendausschuss. Dennoch gab es ein positives Feedback. „Das Bundesfamilienministerium hat sich über unsere Anfrage gefreut. Wir waren bisher die einzige Kommune, die nachgefragt hat.“ Da das Thema Randzeitenbetreuung auch ein Teil des Koalitionsvertrags auf Bundesebene ist, hofft die Stolberger Verwaltung darauf, dass auch in Zukunft weitere Fördermittel fließen werden. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, muss ein Plan B her.

 

Kinder- und Jugend-, Personal- sowie Haupt- und Finanzausschuss sollen in ihren Sitzungen deshalb über eine Sicherstellung beraten. Die Entscheidung, ob das etablierte Modell auch über das Kita-Jahr 2018/2019 hinaus sichergestellt wird, trifft der Rat in seiner Sitzung Mitte September. Die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses sprachen sich in ihrer Sitzung am Donnerstag für eine Weiterführung aus. „Je besser die Öffnungszeiten gestaltet werden, umso besser ist das auch für die Familien“, meinte Hanne Zakowski (SPD). Unterstützung gab es auch von Seiten der CDU. „Wir finden das Gressenicher Modell toll“, sagte Ausschussmitglied Marc Delzepich.

 

Gründe dafür, dass Konzept weiterzuführen, gebe es viele, sind sich auch Robert Voigtsberger und Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des Jugendamts, im Gespräch mit unserer Zeitung sicher. „Die Randzeitenbetreuung in Gressenich ist ein absolutes Erfolgsmodell“, sagt Voigtsberger. Die Zahlen sprechen für sich. Inzwischen wird das Angebot von den Eltern intensiv genutzt. Die 25 vorhandenen Plätze sind voll belegt. Um für die Eltern auch im Kindergartenjahr 2018/2019 Planungssicherheit zu gewährleisten, wurde mit ihnen auf der Grundlage der abgeschlossenen Betreuungsverträge vereinbart, dass auch die Randzeiten das gesamte Kita-Jahr über gelten. Würde es vom Bund keine weitere Finanzierung geben, müsste das Konzept ohne Bezuschussung bis Sommer 2019 aufrecht erhalten werden.

 

Und damit nicht genug. Die Stolberger Politik soll zudem darüber entscheiden, ob die Randzeitenbetreuung in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Der Bedarf sei da, sagt Voigtsberger und bezieht sich damit auf eine aktuelle Bedarfsabfrage, die zwischen Oktober und April stattfand. „Wenn junge Familien ihren Wunsch nach Kindern mit dem Beruf vereinbaren können, sind flexible und bedarfsgerechte Betreuungsangebote mit einer guten Qualität erforderlich“, so Voigtsberger weiter.

 

Die Bedarfsumfrage, die von der Netzwerkstelle „Kita Plus“ erhoben wurde, umfasste 1939 Befragungen in 32 Kindertageseinrichtungen, 104 Befragungen bei 55 Tagespflegepersonen sowie eine parallel laufende Befragung über das Jobcenter und über den kommunalen Babybesuchsdienst, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Fragebögen wurden zudem in neun Sprachen übersetzt. Aus den Kitas gab es 704 Rückläufe, aus der Tagespflege kamen 63 Fragebögen zurück.

 

Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass sich 67 Prozent der Eltern in den Kitas für flexible Öffnungszeiten aussprechen. Von den Befragten, die derzeit noch eine Tagespflege in Anspruch nehmen, gaben 78 Prozent an, flexible Öffnungszeiten zu bevorzugen. Besonders hoch ist der Bedarf in den Sozialräumen Süd-Ost (Mausbach, Gressenich, Werth, Schevenhütte) – dort ist die Randzeitenbetreuung bereits verankert – sowie in Süd-West (Breinig, Venwegen, Vicht und Zweifall), in Unterstolberg und in der Atsch, in West (Büsbach, Liester und Münsterbusch) sowie in Oberstolberg und auf dem Donnerberg. Stimmt die Stolberger Politik zu, will die Verwaltung die Randzeitenbetreuung in den kommenden Jahren mit und mit umsetzen.

 

Doch nicht nur in den Kitas und in der Tagespflege spielt das Thema Randzeitenbetreuung eine wichtige Rolle. Auch bei den Grundschulen ist es langsam angekommen. Vier Stolberger Schulen haben sich deshalb eigenständig auf den Weg gemacht und bieten von sich aus ausgeweitete Betreuungszeiten an, wie Schulamtsleiterin Petra Jansen berichtet. In der Regel wird zwischen 8 und 16 Uhr betreut. In Zweifall können Eltern ihre Kinder schon ab 7 Uhr in den Offenen Ganztag bringen, der an einigen Tagen bis 17 Uhr geht. In Mausbach und Breinig beginnt der Tag in der OGS um 7.30 Uhr. In der Grundschule Bischofstraße können berufstätige Eltern ihre Kinder um 7.15 Uhr zur Schule bringen.

 

Dass sich diesbezüglich noch jede Menge tun muss, weiß auch Vicky Rogas, Leiterin der Gressenicher Kita. „Dieses Thema muss auf jeden Fall weitergedacht werden“, sagt sie. Rogas, ihre Kollegen sowie Eltern und Kinder waren froh, dass die Politik ihnen Unterstützung zusicherte. Sie waren zahlreich im Ratssaal erschienen und applaudierten lautstark.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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