Welche Rolle spielt die „Geschichte der E.“ ?

Schwurgerichtskammer verhandelt Messerstecherei in Shisha-Bar und auf Rathausstraße. Heute weitere Zeugenvernehmungen.

Welche Rolle spielt das Mädel E. bei der Messerstecherei am frühen Abend des 1. März auf der Rathausstraße und in der Shisha-Bar Mister Orient? Sie soll heute als Zeugin vor der 1. Schwurgerichtskammer aussagen (Az.: 52 Ks 9/18). Beim Auftakt des Verfahrens gegen Abdullah T. wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und illegalen Waffenbesitz – in Form von Führen und Einsetzen eines Faustmessers – verstrickte sich der Angeklagte in widersprüchliche und unklare Aussagen und blieb Antworten schuldig bei seinen Einlassungen zu den Vorhalten. Die drei Opfer sind Nebenkläger, blieben gestern aber auf Anraten ihres Anwalts der Verhandlung fern.

 

Geboren wurde Abdullah T. am 23. September 1995 in Damaskus. Im Alter von eineinhalb Jahren kam er mit seinen Eltern und sechs Geschwistern nach Deutschland. Während die Mutter Hausfrau war, arbeitete der Vater zunächst als Autoverkäufer, eröffnete später eine Shisha-Bar in Wuppertal. Dort hat der Sohn mit geholfen. Eigentlich wollte er nach Haupt- und Berufsschule nach einem Praktikum in der Altenpflege dort eine Ausbildung antreten. Aber er wählte einen anderen Weg. Der Eigentümer des Hauses in Wuppertal habe ein weiteres Haus in Stolberg gehabt. Hier habe er dann die Shisha-Bar in der Rathausstraße 58 angemietet und betrieben, wo er zunächst auch gewohnt habe.

 

Vor Gericht vorgeführt wird der 23-Jährige aus der Untersuchungshaft, die er gleich nach seiner Festnahme am Abend des 1. März antreten musste.

 

Der Anfang der Geschichte der späteren Messerstecherei gründet in einem Verhältnis mit besagter jungen Frau E., die mit ihrer Freundin A. gelegentlich zu Gast war in der Shisha-Bar. Als er ihren Namen noch nicht einmal kannte, so der Angeklagte, habe er eines Morgens – das soll so vor drei bis vier Monaten gewesen sein – E. auf der Straße getroffen. Anstelle zur Schule zu gehen, sei diese dann mit ihm in die Wohnung gegangen und man habe Sex gehabt und sie sei wieder wortlos gegangen. Adullah T., der eine Freundin gehabt habe, will zu diesem Zeitpunk nichts davon gewusst haben, das die E. ebenfalls einen Freund habe. Dies sei ihm erst gedämmert, als sie später in männlicher Begleitung in seiner Bar war. Über die Freundin A. habe er den Kontakt zu E. gesucht. Diese habe ihn angerufen, und man habe in Folge mehrfach locker per WhatsApp geplaudert.

 

Doch drei bis vier Tage vor der Tat sei E. in seiner neuen Wohnung erschienen, die er an der Eichsfeldstraße offiziell zum 1. März habe beziehen wollen. Kurz habe man geplaudert, dann sei er Duschen gegangen. Als er zurückkehrte war nicht nur E. weg, sondern auch 90 Euro seiner zuvor gezählten Einnahmen. Nach einem Anruf sei E. zurückgekommen und habe ihm das Geld plus zehn Euro Trinkgeld vor die Füße geworfen. Dann sei sie verschwunden. Gegenseitig habe man die Telefon-Accounts gesperrt. Deren Chatverläufe aber nicht mehr nachvollziehbar sind, „weil sie nicht wiederherstellbar gelöscht wurden“, wie der Vorsitzende Richter Roland Klösgen anmerkte.

 

Am folgenden Donnerstag kam es zu den folgenschweren Ereignissen. Gegen 16 Uhr habe er seinen Laden aufgemacht. Erste Gäste kamen und gingen, berichtet der Angeklagte, der dann gemeinsam mit dem Zeugen A. in einer privaten Ecke hinter der Theke gesessen habe und „Transponder 3“ auf den Handys angeschaut habe.

 

Dann sei die Türe aufgegangen, vier Männer – aus Köln, darunter auch der Freund – und die E. hätten die Bar betreten. Einer sei vor ihn getreten, hätte ihn angesprochen, und wollte die Sache „eins zu eins auf der Straße klären“. Das habe er nicht gewollt. Daraufhin hätten die Vier ihn mit Schlägen und Tritten malträtiert. Er habe in einer Ecke gestanden und versucht, sich zu wehren. Zunächst mit einem Alu-Besenstiel, der zu Bruch ging, dann mit einem Holzbesen, mit dem er so zuschlug, dass er zerbarst. Aber mit der Spitze habe er sich so wehren können, dass die Angreifer – drei wurden später zu Opfern – abzogen.

 

Dann ist er gefolgt. Aus Sorge um seinen Zubehörverkauf im Eingangsbereich, so schildert es der Angeklagte. Nach einem kurzen Wortwechsel setzte sich die handfeste Auseinandersetzung zuerst noch innerhalb der Bar fort. Dabei soll ein Messer gefallen sein.

 

Der Angeklagte habe es ergriffen und einem Opfer ins Bein gerammt. Sie zogen ab. Er hinterher. Angeblich weil der dem Verletzten helfen wollte. Aber die blutige Auseinandersetzung, bei der mittlerweile ein zweites Messer im Spiel ist, geht etwa in Höhe des Döner-Imbisses weiter. Abdullah T. sticht mehrfach zu.

 

Erst Zeuge A. kann ihn von Weiterem abhalten. Dass sich die Opfer in den Kodi-Markt flüchteten, um in Sicherheit zu sein, kommt in den Schilderungen des Beschuldigten an diesem Morgen gar nicht vor.

 

Wie genau sich das alles abgespielt hat, da plagen den Angeklagten im Laufe seiner ganzen Schilderungen Widersprüche und Erinnerungslücken, so dass der Vorsitzende Richter Abdullah T. mehrfach mit seinen Aussagen vorangegangener Vernehmungen durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht konfrontiert und ganz deutlich sagt, dass es für die vorgebrachten Gedächtnislücken weder medizinische Gründe noch die Aufregung aufgrund der Ereignisse geben könne. Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel schildert in seiner Anklage die Verletzungen detailliert, spricht von Stichverletzungen in Oberkörper und Arm, von einer vier Zentimeter tiefen Wunde im Oberschenkel des Anderen und den lebensbedrohenden inneren Verletzungen durch Stiche zwischen der 6. und 7. Rippe.

 

Den eintreffenden Polizeibeamten gegenüber, so schilderten sie es vor Gericht, gab der Angeklagte sich als Opfer und präsentierte die beiden blutbedeckten Messer. Erst als die zweite, bei Kodi eingesetzte Streifenwagenbesetzung die Fahndung nach dem Messerstecher über Funk durchgab, fällt den Beamten in der Shisha-Bar auf, dass Abdullah T. der gesuchte Täter sein muss. Und der habe bei weiteren Befragungen Wert darauf gelegt, dass die „Geschichte der E.“ bei den Ereignissen keine Rolle spiele. Aber welche sie für die Tat gespielt haben mag, darüber dürfte die Schwurgerichtskammer bei der Vernehmung am heutigen Freitag mehr erfahren.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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