Ein unvergessliches Erlebnis für Stolberg

Morgen beginnt das mit dem 395. Heimat- auch das Diözesanschützenfest. 1000 Teilnehmer beim Umzug erwartet.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Seit 7 Uhr ist Stefan Doncks auf dem Kaiserplatz. Der Aufbau des Festzeltes ist Chefsache. Seit einen dreiviertel Jahr plant und organisiert der Brudermeister der Stolberger St. Sebastianusschützen das Großereignis dieses Wochenendes: Das 359. Schützenfest seiner Bruderschaft wird zugleich das Diözesanschützenfest sein. Im vergangenen September hatte Doncks mit 30 erzielten Ringen die Königswürde in der Aachener Diözese errungen. Nur knapp verfehlte er den Titel des Bundeskönigs der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Nur dank des besseren Trefferbildes „schnappte“ ihm Hermann-Josef Degen (St. Hubertus Miesenheim) mit ebenfalls 30 Ringen den Titel vor der Nase weg.

 

Kein Grund für Doncks Trübsal zu blasen. Mit Stolz und Engagement füllt er die Diözesankönigswürde aus. „Sie ist für mich der krönende Abschluss meiner Schützenlaufbahn“, sagt der 46-Jährige. „Dieses Amt ist für mich eine große Ehre.“

 

Wohl kaum eine andere Majestät war in den vergangenen Wochen so viel unterwegs wie Stefan Doncks. In der Diözese und darüber hinaus besuchte er mit seiner Königin Sabine und ihrer Schützenfamilie die Feiern anderer Bruderschaften. In dieser Zeit wuchs die persönliche Freundschaft zu den „Herrscher-Kollegen“ der Diözesen Trier, Köln und Essen. Wie nie zuvor lernte er andere Bruderschaften kennen und schätzen, erfuhr Momente, die bewegen und in Erinnerung bleiben. Etwa der Besuch in Kempen: „Da fühlte man sich wie ein wirklicher König“, schmunzelt Stefan Doncks. Und der Besuch in Hoengen traf das Herz. „Als wir gehen wollten, ließ der Brudermeister den Präsentiermarsch spielen, alle Gäste standen Spalier und schüttelten unsere Hände“. Das hat Stefan Doncks tief bewegt. Im Vergleich dazu hält dieser Morgen mehr Aufregung parat für Stefan Doncks, auch wenn er sie sich nicht anmerken lassen will. Immer wieder klingelt das Handy. Letzte Details wollen geregelt werden. Die ersten Schausteller treffen ein und wollen wissen, wo sie ihre Wagen aufstellen können. Der Bierlieferant bringt Kühlwagen und Theke. Wo kann was im noch nicht fertig aufgebauten Zelt deponiert werden? Mit freundlicher Stimme und in aller Ruhe regelt Doncks die Dinge, die zu regeln sind.

 

„Ich soll mein Fest und den großen Festzug genießen“: Das haben die Freunde Stefan Doncks gesagt. „Ich frage mich nur wie?“, lacht er mit Blick auf die getane und noch zu erledigende Arbeit, bis am Freitag mit dem Fassanstich um 15 Uhr und dem Vichttal-Abend mit dem Konzert von „Lagerfeuer“ das Fest seinen Lauf nimmt.

 

„Alles ist finanziert“, sagt Stefan Doncks stolz. Vor allem dank Sponsoring und Spenden können die Sebastianusschützen mit ihren gut 50 aktiven und inaktiven Mitgliedern ein Volumen von rund 20 000 Euro stemmen. Diese großartige Unterstützung ermutigt den Brudermeister. „Es wird ein einmaliges unvergessliches Erlebnis für Stolberg“. Gut 1000 Teilnehmer werden am Sonntag gegen 12.45 Uhr den Festzug bilden, dem sich ein großer Königsball anschließt. Zehn Kapellen haben die Sebastianusschützen verpflichtet; zwei weitere bringen Gäste mit. Lang ist die Liste mit Zusagen der Bruderschaften aus der Diözese und darüber hinaus. Und dabei geht Doncks den starken Verdacht, dass seine Liste gar nicht vollständig ist: „Man munkelt etwas von Überraschungen“. Eine besondere Freude dabei ist ihm, dass drei Priester am Sonntag um 11.30 Uhr die Festmesse in St. Mariä Himmelfahrt zelebrieren werden: Präses Hans-Rolf Funken, Diözesanpräses Monsignore Norbert Glasmacher und Hans Doncks, Pfarrer in Heimbach, langjähriger Dechant in Stolberg und Onkel des Diözesankönigs. Mit gemischten Gefühlen blickt der Diözesankönig der Mühlener Kirche entgegen. Sein 2016 mit 48 Jahren viel zu früh verstorbener Bruder Hans Michael lag dort aufgebahrt. Auch das ist für Stefan Doncks eine bleibende Erinnerung, nicht immer eine einfache. Aber es ist gerade sein Bruder, der langjährige Diözesanjungschützenmeister, dem er eine wichtige Rolle zuschreibt ...

 

Wird der Festzug eine machtvolle Demonstration des katholischen Glaubens in Stolberg? „Pastor Funken würde das vielleicht so formulieren“, sagt Stefan Doncks und zögert ein wenig. „Ja, ich glaube“, sagt er dann. „Und ich glaube auch, dass da oben jemand dran gedreht hat“. Gemeint ist Hans-Michael Doncks. Er hatte immer drei Wünsche, erzählt sein Bruder.

 

Zwei sind in Erfüllung gegangen. Mit Svenja Dobbelstein stellte die Kupferstadt 2017 die Bundesprinzessin, jetzt im Jahr des 900. Stadtjubiläums ist Stefan Doncks Diözesankönig. „Aber sollte der dritte Wunsch wahr werden, werden wir das wohl kaum stemmen können“, meint der Brudermeister. Der Bundesjugendschützentag ist noch größer und aufwendiger als das aktuelle Fest. „Vielleicht aber könnte man in Münsterbusch im Schulzentrum ...“, Stefan Doncks bricht zwar den Satz ab, aber es kann ja noch werden, mit dem Fest der deutschen Schützenjugend in der Kupferstadt.

 

Aber erst einmal gilt die ganze Aufmerksamkeit des Königs „seinem“ Fest. „An der Ecke muss noch die Baustellenabsperrung weg. Da müssen noch Stände hin“, sagt er beim aufmerksamen Blick über den Kaiserplatz – und vertraut auf die Stadt. „Sie hat uns in Allem sehr unterstützt“, lobt Stefan Doncks. Stolberg darf sich in ihrem Jubiläumsjahr auch mit diesem Fest stolz schmücken. „Kommt, erlebt und staunt, wie verführerisch lebendig die Kupferstadt im Jahr ihres 900. Geburtstages ist“, haben Sabine und Stefan Doncks sowie der stellvertretende Brudermeister Christian Bensch in ihrer Einladung geschrieben. Sie sind stolze Botschafter ihrer Heimatstadt.

 

Erster aus Stolberg, der sechste aus dem Bezirk

  • Die Stadt Stolberg stellt zwar zum ersten Mal den Diözesankönig, aber für den Stolberger Bezirksverband der Schützen ist Stefan Doncks der sechste. Die Vorgänger stammen aus den angehörigen beiden Eilendorfer Bruderschaften: Hans Reinart (2014 & 2007), Siggi Walczak (2008), Hans-Jürgen Förster (2002) und Herbert Förster (1977).
  • Es werden kaum alle Bruderschaften aus der Stadt mitfeiern können. St. Peter und Paul Sief richtet zeitgleich das Bezirksfest der Grenzlandschützen Aachen-Land-Süd aus. Dem Verband gehören die Vereine aus Breinig, Dorff und Venwegen an.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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