Die Welt der Schmiede ist zu Gast in Stolberg

80 Teilnehmer aus elf Nationen. Im Oktober trifft sich der Ring der europäischen Schmiedestädte zu seiner Tagung in der Kupferstadt. Metallgestalter auf dem Kaiserplatz. Neues Gemeinschaftsprojekt.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Es war einmal ... So fangen Märchen an, und dieses Stolberger Märchen ist untrennbar mit dem 2007 im Alter von 60 Jahren viel zu früh verstorbenen Matthias Peters verbunden. Der Kunstschmied war ein echter Europäer. Aus Erfahrung, und weil in diesem Handwerk das Reisen als fahrender Geselle zur Aus- und Weiterbildung einfach dazugehört. Jedenfalls strickte Peters schon früh an einem Netzwerk mit, das sich den Namen „Internationaler Fachverband Gestaltender Schmiede“ gab. Die IFGS war und ist noch immer das fachliche Standbein der renommierten Handwerkskunst in Europa und darüber hinaus. Mit einem zweiten Standbein, sollten Brücken über das Fachliche hinaus zu den Menschen über die Grenzen hinweg aufgebaut werden.

 

Um mit dem Schmiedehandwerk die Verständigung und die touristische Entwicklung der Schmiedestädte zu fördern, entstand der Ring der europäischen Schmiedestädte. Im Jahr 2001 war Stolberg eines der Gründungsmitglieder. Heute zählt der Ring 19 Mitgliedskommunen in elf Ländern Europas. Zur Würdigung des Stolberger Stadtjubiläums hält der Ring seine Jahreshauptversammlung in Verbindung mit dem IFGS und einem großen Schmiedefest vom 3. bis 7. Oktober in der Kupferstadt ab.

 

Ein erstes großes Schmiedefest des IFGS in Stolberg gab es bereits Pfingsten 2001 auf dem Burggelände. Sichtbares Zeugnis des Schaffens der Metallgestalter ist heute noch das Tor im Eingang zum Kräutergarten der Burg. Ein Dutzend Schmiede hat daran Hand angelegt, und mit ihren Hammerschlägen quasi die Politik weich geklopft für den Beitritt in den Ring der Schmiedestädte.

 

Daraus entwickelte sich 2004 das erste Kupfermeistertreffen auf dem Gelände des Zinkhütter Hofs, bei dem das Betreiben von Rennöfen ein Schwerpunkt bildete. 2006 folgte das zweite Kupfermeistertreffen auf der Burg, in dessen Rahmen der Harlekin, der heute neben dem Eingang zum Palas auf dem kleinen Felsen thront, vor Ort von Mies-van-der-Rohe-Schülern aus Metall getrieben und zusammengeschweißt wurde. In späteren Jahren bespielten die Kupfermeister abwechselnd mit den Burgrittern das Stadtfest, und das Weihnachtsschmieden wurde geboren, das bis heute ein Ankerpunkt der Kupferstädter Weihnachtstage ist.

 

Heute informiert der städtische Tourismus- und Event-Chef Jürgen Gerres im Fachausschuss über das Programm, das er zusammen mit den beiden Stolberger „Oberschmieden“ Adi Radermacher und Lars Potente für Oktober organisiert hat.

 

Das besteht aus Beratungen, Workshops und kommunikativen Veranstaltungen für die Schmiede auf der einen Seite ebenso wie für publikumswirksame Auftritte, die ein große Besucherzahl an dem Freitag und Samstag auf den Kaiserplatz locken soll. Dort findet das Schmiedetreffen statt, das spektakuläre Bilder bieten wird. Denn beginnend um 12 Uhr ist für den Freitag ein Nachtschmieden bis 23 Uhr angesetzt. Da bietet die Dunkelheit dem Funkenflug beim Schmieden eine kontrastvolle Kulisse.

 

Ohnehin steht die Präsentation und Demonstration des gestaltenden Kunsthandwerks im Mittelpunkt und wird quasi hautnah zu verfolgen sein.

 

Und ebenso wie vor Jahren wollen die Schmiede aus dem Ring erneut ein bleibendes Zeichen in Stolberg setzen. Diesmal soll von allen teilnehmenden Schmieden jeweils ein Exponat geschaffen werden, die zukünftig gemeinsam das schmiedeeiserne Gitter am Offermann-Platz zur Vicht hin zieren werden. Er bietet im Anschluss an die Jahreshauptversammlung am Samstagnachmittag für die Schmiede zudem einen Anlaufpunkt für den Besuch der Altstadt. Am Morgen werden die einzelnen Kunstwerke vorbearbeitet für die Montage vor Ort in der Hammmühle. Die Werkstatt von Radermacher und Potente wird für den Fachverband der Schmiede ein Dreh- und Angelpunkt von Beratungen, Arbeiten, Fachexkursionen und Geselligem sein. Ein offizieller Empfang wird für den Donnerstagabend im Kupferpavillon vorbereitet.

 

Der Kommunalrat mit Bürgermeistern und weiteren Vertretern der Gemeinden beginnt seine Fachtagung am Freitagmorgen im Rittersaal. Exkursionen führen ins Bethlehem Gesundheitszentrum und ins Museum Zinkhütter Hof, wo eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kunst und Kultur in Europa“ angesetzt ist. Und wie bei großen diplomatischen Veranstaltungen üblich, wartet auch Stolberg mit einem Programm für die Partner der Tagungsteilnehmer auf mit Besuchen von Rursee und Vogelsang IP, Aachen und natürlich Stolberg selbst.

 

Altstadtführungen und ein Ritteressen auf der Burg leiten über zum geselligen Teil, der vergleichbar mit den „Vogelsängern“ auch bei den Metallgestaltern dem Motto folgt: „Schmiede schmieden lang ...“.

 

Gleichwohl wollen Kommunalbeirat und Schmiede ihre Beratungen und Arbeiten zeitig am Samstag beginnen und auf den Punkt bringen. Bis 13 Uhr soll die gemeinsame Generalversammlung abgeschlossen sein, für 14 bis 16 Uhr ist die Präsentation der Ergebnisse und des Schmiedeprojektes auf dem Offermann-Platz angesetzt.

 

Bevor am Sonntag die offiziellen Veranstaltungen des Rings privat ausklingen und die Abreise näher rückt, bietet der Samstagabend noch einmal vollen offizielles und inoffizielles Programm. Bevor im Rittersaal der Burg ein Gala-Dinner aufgetischt wird, erfolgt ab 18 Uhr auf dem Kaiserplatz – verbunden mit einem Rahmenprogramm, das Schüler und Kindergartenkinder gestaltet wird – die Siegerehrung des Schmiedetreffens statt. Die beiden Wettbewerbe würdigen dabei auch im Besonderen das Wirken von Matthias Peters.

 

Die Offene Deutsche Meisterschaft „Technik“ richtet sich insbesondere an Lehrlinge und Jugendliche bis zum Alter von 25 Jahren, die sich im freien Wettbewerb miteinander messen wollen. Die Teilnehmer erhalten anhand von Skizzen und aufgeführtem Material eine für alle identische Aufgabe. Zur Fertigstellung stehen drei Stunden zur Verfügung. Die ersten drei Plätze erhalten Pokal, Urkunde sowie einen Geldpreis in Höhe von 150, 100 oder 50 Euro.

 

Der Preise und der Anmeldeschluss 1. September gilt ebenso wie die Besetzung der Jury mit Lars Potente (D), Paul Klaaßen (NL), Fernand Labonté (LUX) und Jozeph Decrane (BE) für den zweiten Wettbewerb: Die Deutsche Meisterschaft „Gestaltung“ richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, die sich im freien Wettbewerb miteinander messen wollen. Das Thema lautet „900 Jahre Kupferstadt Stolberg“. Die Teilnehmer erhalten ein identisches Materialpaket und haben dann drei Stunden Zeit, ihrer Kreativität und ihrem Können freien Lauf zu lassen. Die geschmiedeten Objekte gehen nach der Veranstaltung in das Eigentum der Stadt über.

 

Weitere Informationen unter:

 

 

19 Mitglieder aus elf Nationen in Europa:

  • Acireale (Italien), Arles-sur-Tech (Spanien), Bad Hall (Österreich), Bienno (Italien), Campdevanol (Spanien), Donetsk (Ukraine), Eisenstadt Frisoythe (Deutschland), Halsnaes (Dänemark), Ivano Frankivsk (Ukraine), Kolbermoor (Deutschland), Kupferstadt Stolberg (Deutschland), Lipnik nad Becvou (Polen), Mynämäki (Finnland), Olbernhau (Deutschland), Oude-Ijsselstreek (Niederlande), Ovre Eiker (Norwegen), Patroveccio – Stia (Italien), Ulyanosk (Russland) und Ybbsitz (Österreich)

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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