Nichtschwimmer: Gründe sind vielfältig

Deshalb will die Stadt in den Sommerferien kostenlose Schwimmkurse für Grundschulkinder anbieten

Jedes Kind soll am Ende der Grundschulzeit schwimmen können und zwar angstfrei und ohne fremde Hilfe. Das sieht zumindest der Lehrplan in Nordrhein-Westfalen vor. Die Realität sieht allerdings oft anders aus – auch in Stolberg. Von den insgesamt 2148 Grundschülern konnten (Stand Februar 2018) 648 Mädchen und Jungen nicht schwimmen. Das will die Stolberger Verwaltung nun ändern und zwar mit kostenlosen Nichtschwimmerkursen, die in den Sommerferien im Hallenbad Glashütter Weiher angeboten werden sollen. Die Entscheidung darüber trifft der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus in seiner Sitzung am morgigen Mittwoch.

 

In den Schuleingangsuntersuchungen wurde deutlich, dass nur gut ein Drittel aller Kinder, die in der Städteregion eingeschult werden, schwimmen kann. Die Stolberger Verwaltung nahm dies zum Anlass, um bei den Schulen in der Kupferstadt einmal genauer nachzufragen. Die Zahlen sprechen für sich. Spitzenreiter in Sachen Nichtschwimmer ist die Grüntalschule. 153 der insgesamt 198 Schüler können nicht schwimmen. Und auch an den anderen Grundschulen ist es ein Thema, das im Unterricht präsent ist.

 

Wie wichtig die sichere Fortbewegung im Wasser allerdings ist, wissen Manfred Beißel, Leiter des Hallenbades Glashütter Weiher, und sein Team. „Schwimmen und auch Radfahren sind grundlegende Dinge, die essenziell zum Leben dazugehören“, meint Beißel. Aber: „Die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, wird immer größer“, sagt Kollegin Kirsten Luft. Woran das liegt? Beißel und Luft sind der Meinung, dass diese Entwicklung verschiedene Gründe hat. „Die Kapazitäten sind oft ausgeschöpft“, sagt Beißel und verweist auf lange Wartelisten für Schwimmkurse. „Manchmal dauert es zwischen einem dreiviertel und anderthalb Jahren bis ein Platz frei wird“, sagt Beißel.

 

Und auch das Geld spiele oft eine wichtige Rolle. „Je nachdem, wie teuer ein Schwimmkurs ist, kann das für Familien schon ein Problem sein“, sagt er. Eine These, die auch in den Zahlen der Stolberger Grundschulen zu erkennen ist. Die größte Quote der Nichtschwimmerkinder sei an den Grundschulen zu verzeichnen, die in einem sozial schwachen Umfeld liegen. „Es besteht somit dringender Handlungsbedarf, um die Schwimmerquote im Grundschulalter spürbar zu erhöhen“, meint Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. Dies soll gemäß der Lehrplanvorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen geschehen. Und was sehen diese vor? Dort heißt es, dass ein Kind dann schwimmen kann, sobald es sich angstfrei und ohne Hilfe „in schwimmtiefem Wasser zielgerichtet fortbewegen kann“.

 

Das Ziel des Schwimmunterrichts: Techniken vermitteln und über Gefahren und Risiken aufklären. Aufgrund der eingeschränkten Hallenzeiten des Hallenbads könne diese Aufgabe allerdings nicht nur von den Grundschullehrern aufgefangen werden, heißt es von Seiten der Verwaltung. Dieser Meinung sind auch Manfred Beißel und Kirsten Luft. „Wenn man sich im Unterricht nur mit den Kindern beschäftigt, die nicht schwimmen können, wird es für die anderen schnell langweilig“, so Beißel. Aber: „Lernt man das Schwimmen in der Grundschule nicht, ist in der weiterführenden Schule meistens keine Zeit mehr dafür.“

 

Bereits seit 2016 gibt es das Förderprogramm des Landes „NRW kann Schwimmen“. Dabei werden Schwimmkurse in den Ferien angeboten. Betreut werden diese durch den Stolberger Schwimmverein. Bisher nahmen daran 138 Kinder teil. Gemeinsam mit der Leitung des Hallenbads stellte die Stolberger Verwaltung Überlegungen an, wie Nichtschwimmer zudem unterstützt werden können und welche Maßnahmen mit dem vorhandenen Personal und während des regulären Schwimm- und Badebetriebs möglich seien. Ein erster Schritt sollen zusätzliche kostenlose Schwimmkurse sein, die sich an die Kinder der vierten Klassen richten und in der ersten Hälfte der Sommerferien stattfinden sollen. Von montags bis freitags werden Kirsten Luft und ihre Kollegin Grit Keiming den Schülern das Schwimmen beibringen. Geübt wird in Kleingruppen mit bis zu sechs Kindern.

 

Am Ende sollen die Schüler nicht nur angstfrei und selbstständig schwimmen, sondern – im Idealfall – auch die Prüfung für das Abzeichen Seepferdchen ablegen. Das Tauchen nach einem Ring, der Sprung vom Beckenrand und 25 Meter Schwimmen müssen absolviert werden.

 

Nach den Sommerferien soll dann entschieden werden, ob das Angebot in Stolberg etabliert wird. Manfred Beißel und seine Kollegen wären jedenfalls dafür. „Könnten mehr Menschen schwimmen, wäre das für uns alle besser und sicherer“, sagt er.

 

Nichtschwimmer an den Stolberger Grundschulen

  • An der Atscher Grundschule können 72 der 188 Schüler nicht schwimmen. In der Bischofstraße liegt die Zahl bei 100 von insgesamt 260 Schülern.
  • In Breinig sind 62 der insgesamt 264 Schüler Nichtschwimmer. In Gressenich trifft dies auf 45 der 167 Kinder zu. In der Grundschule Hermannstraße können von 218 Schülern 46 Kinder nicht schwimmen.
  • In der Grundschule Donnerberg sind es 15 von 250 Schülern. In Mausbach können sich 41 von 107 Schülern nicht im Wasser fortbewegen, in der Grundschule Prämienstraße trifft dies auf 66 der 211 Kinder zu.
  • In der Zweifaller Grundschule gibt es unter den insgesamt 153 Schülern 39 Nichtschwimmer. In der
  • Willi-Fährmann-Schule können neun der insgesamt 132 Schüler nicht schwimmen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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