Große Baumarktketten meiden Stolberg

Keine Interessenten für Zincoli-Gelände. Nun soll kleinteiliges Gewerbegebiet entstehen. Neuer Rewe-Markt soll Toom ersetzen.

Foto: Mesa
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Wenn Träume zu Schäumen werden, wenn man „Sahnehäubchen“ zerschlagen muss, weil ihre Konsistenz nicht mehr munden, dann bleibt die Rückbesinnung auf die klassischen Tugenden der Wirtschaftsförderung. Die Pflege und Weiterentwicklung bestehenden sowie die Ansiedlung neuer, kleinerer Gewerbebetriebe. Das ist die Konsequenz, die die Verwaltung für das Zincoli-Areal zieht. Sie schlägt dem Stadtrat nun vor, die verbliebenen 30 000 Quadratmeter kleinteilig für Gewerbebetriebe so zu parzellieren, dass eine flexible Vermarktung möglich wird. Feste Eckpunkte dabei sind neben den bereits an ein Autohaus verkauften 5000 Quadratmeter an der Ecke von Cockerill- und Mauerstraße und neben dem Dienstleistungszentrum 2000 Quadratmeter für dessen Erweiterung mit Werkhallen – dazwischen verbleibt alternativ für beide die Option zur Erweiterung auf 1100 Quadratmetern – und der Erhalt des alten Industriekamins. Den möchte die Stadt auf eigene Kosten sanieren und zukünftig als Landmarke des neuen Gewerbegebietes erhalten, was in das städtebauliche Konzept integriert werden soll. Während der nächsten Tage werden sich die Fachausschüsse mit der Aufstellung des Bebauungsplans beschäftigen, die der Stadtrat auf seiner Sitzung am 10. Juli beschließen soll.

 

Im Rahmen des Verfahrens soll dann geklärt werden, ob der derzeit bestehende Wall zwischen DLZ und Brache städtebaulich und wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden oder erhalten bleiben soll. Offen ist, ob der Fußweg zum Schellerweg für den Fahrzeugverkehr als untergeordnete Erschließung ausgebaut werden kann, und ob es Ertüchtigungen der Anbindung zur Mauer- (K 13) bzw. Cockerillstraße (L 221) bei der nun angepeilten Nutzung geben muss.

 

Jedenfalls soll die Politik die Verwaltung mit entsprechenden Untersuchungen befassen. Die städtische Wirtschaftsförderung geht jedenfalls von einer zügigen Vermarktung des Areals aus, da im Camp Astrid „lediglich noch zehn Hektar verwertbare Fläche vorzuweisen“ sind, wie Bürgermeister Tim Grüttemeier und der Technische Beigeordnete Tobias Röhm in ihrer Vorlage betonen. Davon sind aber bereits mindestens vier Hektar für den Euregio-Railport und weitere vier Hektar für ansiedlungseilige Unternehmen bereits reserviert. „Darüber hinaus verfügt die Stadt kaum über vermarktbare Gewerbeflächen im eigenen Besitz“, sagt Grüttemeier.

 

Angefangen hatte die Entwicklung mit dem Abzug der Zincoli aus Stolberg und dem gescheiterten Versuch, kurz nach der Jahrtausendwende eine DLZ-Erweiterung zu realisieren. Aus einer von der damaligen Technischen Beigeordneten Simone Kaes-Torchiani inszenierte Investorenausschreibung ging 2007 als strahlender Sieger die Strabag-Tochter Züblin herrvor, die einen großflächigen Bau- und Gartenmarkt mit dem Schornstein als illuminierte und weithin sichtbare Landmarke sowie Nutzungen aus Gastronomie und Freizeitbranche realisieren wollte … das „Sahnehäubchen“, mit einem Invest von 20 Millionen Euro. Angesichts der Altlasten und Verkehrsproblematik zog sich die Realisierung hin. 2013 war nur noch von einem kleineren Baumarkt nebst Verbrauchermarkt und Drogeriediscounter mit ihren innenstadtrelevanten Sortiment. Regierungspräsidentin Gisela Walsken setze 2014 der Stadt die Pistole auf die Brust: eine Entwicklung in Monsterbusch oder eine Förderung der Innenstadtsanierung. Der Rat entschied sich für die Tallage und stieg 2015 ganz aus dem Projekt aus.

 

Verhandlungen mit Projektentwicklern, die an dem Baumarkt-Gedanken festhalten wollten und sollten mündeten 2017 in einer Ausschreibung des Areals und einem Optionsvertrag. Aber eine monatelanger Suche – auch unter Möbelketten – führte nicht zu einem Interessenten für eine Nutzung. Derweil machte die Idee eines Freizeitzentrums mit SoccerHalle und Kino ebenso die Runde wie die Forderung der Grünen nach einer Nutzung als Kletterpark mit Freilichtbühne. Eine neuerliche Ausschreibung des Areals – sogar mit verbesserten Konditionen für Investoren – führte zu keinerlei Resonanz.

 

Mittlerweile war es in 100 Meter Luftlinie auf der anderen Seite der Mauerstraße zu einer anderen Entwicklung gekommen. Dort betrieb die Rewe-Tochter Toom – einst auch als Mieter auf dem Zincoli-Gelände im Rennen – einen Baumarkt, von dem sich der Konzern eigenen Angaben zufolge nicht trennen wollte. Aber der Eigentümer verkaufte sein Grundstück an den Discounter Aldi, der dort am 2. Juli seine vierte Filiale in Stolberg eröffnet; einige Tage später folgt dort Drogeriediscounter dm mit seinem zweiten Angebot in der Kupferstadt. Eigenen Angaben zufolge wollte Toom sich auch nicht von seinem Markt in Breinig trennen, aber der blickt de facto seiner Schließung entgegen. Die Verwaltung bescheinigt, das Toom die Filiale wegen ihrer „geringen und somit wenig attraktiven Verkaufsfläche“ von 1200 Quadratmetern aufgeben wolle.

 

Alternativ möchte der Betreiber des benachbarten Rewe-Marktes, dem mit 1100 Quadratmeter laut Verwaltung ebenfalls die Zukunftsfähigkeit fehle, dort einen neuen Markt mit deutlich vergrößerter Verkaufsfläche errichten. In dem jetzigen Gebäude des Verbrauchermarktes sollen dann nahversorgungsrelevante Einzelhandelssortimente wie Drogerie und Getränke untergebracht werden. Auch dazu soll der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen, um diese Entwicklung planungsrechtlich abzusichern. Zwar befinde sich das städtische Einzelhandelskonzept in der Novellierung, aber „die Funktion des hier betroffenen Marktes für die Nahversorgung von Breinig, Breinigerberg, Dorff, Venwegen, Vicht und Zweifall“ wird laut Röhm in dem zukünftigen Zentrenkonzept nicht infrage gestellt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

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