Junge Frauen entwickeln Erziehungskompetenzen

Elf Schülerinnen der Kupferstädter Gesamtschule nehmen an dem Projekt „Vor dem Anfang starten“ teil und werden Mütter auf Zeit.

Foto: Annika Thee
Foto: Annika Thee

Die elf Schülerinnen der Kupferstädter Gesamtschule sind beinahe am Ende ihrer Geduld angekommen. Aus dem Klassenraum im Erdgeschoss ertönt nicht enden wollendes Babygeschrei, die Schülerinnen sind müde und sichtlich gestresst.

 

Seit drei Tagen und drei Nächten kümmern sie sich um speziell programmierte Baby-Simulationspuppen, die vom Helene-Weber-Haus in Stolberg für sie bereit gestellt wurden. Es ist der Höhepunkt eines einjährigen Kurses, den Christina Sobotta vom Helene-Weber-Haus in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt unter dem Programmtitel „Vor dem Anfang Starten – Junge Erwachsene entwickeln Erziehungskompetenz“ für die Schülerinnen der Jahrgangsstufe neun geleitet hat.

 

In diesem Schuljahr haben die Teilnehmerinnen unter anderem über die Themen Verhütung und frühkindliche Entwicklung gesprochen. Ein wichtiger Aspekt war auch die Auswirkung von Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft auf die Entwicklung des Fötus. „Wir haben drei Puppen, die so programmiert sind, wie sich Babys von Alkohol- oder drogenabhängigen Müttern in der Regel verhalten“, erklärt Sobotta. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit Geld wird von der Leiterin angesprochen. „Viele Jugendliche sind schon pleite bevor sie überhaupt richtig Geld verdienen gehen“, sagt sie. Der Kurs soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen einen Überblick über ihre Finanzen behalten.

 

Während der Praxiswoche wird Sobotta von Alina Klöcker aus dem Kollegium der Kupferstädter Gesamtschule unterstützt. Die Puppen sind so programmiert, dass sie rund um die Uhr gefüttert, gewickelt und gehalten werden müssen – auch nachts. Das zehrt an den Kräften der Probe-Mütter. „Die Schülerinnen sind schon ziemlich angespannt und geschlaucht“, sagt Klöcker. Dabei ist es nicht das Ziel, die Schülerinnen im Alter zwischen 14 bis 17 Jahren abzuschrecken. „Wir wollen keine kinderlose Gesellschaft. Die Jugendlichen sollen erfahren, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich Kinder wünschen“, stellt Sobotta klar.

 

Zur Praxiswoche gehören auch ausführliche Gesprächsrunden, in denen die Schülerinnen über ihre eigene Kindheit und ihre Vorstellungen von der Zukunft sprechen können. „Die Woche soll dazu dienen, die Vorstellungen der Schülerinnen mit den Gegebenheiten der Realität abzugleichen“, sagt Sobotta. Das sei allen Teilnehmerinnen sehr gut gelungen. Christina Sobotta ist von den Schülerinnen begeistert: „Es ist erstaunlich, wie gut die Mädchen mit dem Stress umgehen können. Sie kümmern sich sehr gut um die Puppen“, sagt sie. Das Projekt „Vor dem Anfang starten“ hat zum ersten Mal in der neuen Kupferstädter Gesamtschule stattgefunden. Seit sieben Jahren bieten Sobotta und ihre Kolleginnen den Kurs für weiterführende Stolberger Schule an.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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