Bewohner mit Leitern vor Rauch gerettet

Zehn Verletzte bei zwei schweren Bränden. In der Velau ermittelt die Kripo wegen Brandstiftung. Ursache in Atsch noch ungeklärt.

Fotos: Roeger, Lange
Fotos: Roeger, Lange

Der Sonntag soll kein alltäglicher WM-Abend für die Stolberger Feuerwehr werden. Das liegt nicht nur an der deutschen Niederlage gegen Mexiko. Viel Zeit zur taktischen Nachbereitung des Desasters bleibt den Helfern auf der Hauptwache und in den Ortsteilen nicht. Gegen 20 Uhr schrillen die Alarmglocken. Es soll ein langer Abend für viele Feuerwehrleute werden. Bei insgesamt zwei Einsätzen werden zwei Personen gerettet, aber es kommen auch zehn Verletzte zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser.

 

Die genauen Schilderungen des Notrufes vom Velauer Berg lassen die Disponenten in der Einsatzleitzentrale schon aufhorchen. Aus dem Keller eines Mehrfamilienhauses dringe dichter Rauch; die Bewohner stünden schon auf der Straße. Der Löschzug der Hauptwache, die Löschgruppen Atsch, Donnerberg und Mitte, Rettungswagen und Notarzt machen sich auf den Weg. „Als die ersten der 50 Helfer eintreffen, bestätigen sich die Schilderungen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Konrads.

 

Die unter Atemschutz vorgehenden Einsatzkräfte können sich auf die Löscharbeiten konzentrieren. Ein Trupp geht im Keller gegen den Brand vor, zwei weitere bekämpfen ihn von außen. Derweil sichtet der mit dem Hubschrauber eingetroffene Notarzt noch vor Ort alle Hausbewohner. Eine Frau wird mit einem Rettungswagen zum Krankenhaus transportiert: Aufgrund eines allgemeinen Unwohlseins; sie hat das Geschehen offensichtlich zu sehr aufgeregt.

 

Innerhalb einer halben Stunde ist der Kellerbrand zwar unter Kontrolle, aber die Nachlöscharbeiten sollen sich noch lange hinziehen. „Der Brandschutt muss komplett aus dem Keller geholt und noch einmal abgelöscht werden“, sagt Konrads. Sicherheitshalber werden Strom-, Gas- und Wasserversorgung des Hauses abgestellt. Aufgrund der starken Rauchentwicklung ist es nicht mehr bewohnbar. Zehn Personen und ein Hund werden noch am Abend durch die Feuerwehr anderweitig untergebracht. Erst gegen 0.30 Uhr kann die Feuerwehr am Velauer Berg ihre Arbeit einstellen.

 

Ebenfalls mit starken Kräften vor Ort ist die Polizei. Einerseits um Schaulustige unter Kontrolle zu halten, andererseits weil es zu Streitigkeiten unter den Anwesenden mit einer Person kommt, die in Verdacht gerät, den Brand gelegt zu haben. Sie wird zunächst vorläufig festgenommen. „Nach jetzigem Stand der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht jedoch nicht“, berichtet Polizeisprecherin Petra Wienen.

 

Die Person wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen. Die Ermittlungen der Kripo „wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung laufen weiter“, so Wienen. Auf rund 10 000 Euro schätzt die Polizei den Sachschaden am Velauer Berg. Über die Höhe des Schadens bei dem zweiten schweren Brand in Atsch können noch keine Angaben gemacht werden. „Die Ermittlungen zur noch ungewissen Brandursache laufen“, sagt Petra Wienen am Tag danach.

 

Am Abend zuvor schrillen noch während die Feuerwehr in der Velau alle Hände voll zu tun hat, ein zweites Mal die Alarmglocken. Nicht minder drastisch klingt gegen 21.25 Uhr der Notruf von der unteren Sebastianusstraße: Ebenfalls brennt es in einem Mehrfamilienhaus, aber in diesem Fall sind noch nicht alle Bewohner aus dem Gebäude oder werden zumindest noch vermisst. Sofort wird der erste Löschzug vom Velauer Berg aus und eine Freischicht von der Wache aus in Marsch gesetzt sowie die Löschgruppen aus Büsbach, Münsterbusch, Mausbach, Vicht und Zweifall. Dazu stoßen Notarzt und Rettungswagen, die auch aus Aachen kommen.

 

Als die Kräfte eintreffen, werden sie von Bewohnern gleich durch den Flur in den Garten geführt. Dort sind Nachbarn bereits dabei, zwei an den Fenstern hängende Personen mit Gartenleitern zu retten, während dichter Qualm aus dem Keller hochsteigt, berichtet Konrads weiter. Eine Frau und ein Mann werden so in Sicherheit gebracht, die unverzüglich vom Rettungsdienst untersucht und behandelt werden.

 

Derweil kontrollieren Feuerwehrleute unter Atemschutz nochmals alle Wohnungen, die aber bereits geräumt sind, während ein weiterer Trupp im Innenangriff gegen den Brand im Keller vorgeht. Dort qualmt großflächig Unrat, aber innerhalb von 20 Minuten wird das Feuer unter Kontrolle gebracht. Auch in diesem Fall sollen sich die Nachlöscharbeiten bis nach Mitternacht hinziehen.

 

Aber noch während des Einsatzes melden sich zehn Bewohner und Nachbarn, die die Rettung durchgeführt haben, mit Atemwegsbeschwerden; acht Patienten werden zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser eingeliefert.

 

Der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst sind wegen der hohen Anzahl der Verletzten ebenfalls eingesetzt. Und auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands macht sich vor Ort ein Bild der Lage.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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