Stolberg und die Geschichte des Penicillins

Ausstellung in der Villa des Zinkhütter Hofs beschäftigt sich mit dem bedeutsamen Medikament von seiner Entdeckung bis in die heutige Zeit.

Foto: R. Hohl
Foto: R. Hohl

Als der schottische Bakteriologe Alexander Flemming 1928 aus seinem Sommerurlaub zurückkehrte, erwartete ihn eine unerfreuliche Überraschung: Eine seiner Petrischalen, in denen er vor seiner Abreise Bakterien zur Zucht angelegt hatte, war offenbar nicht sauber gereinigt worden, und es hatte sich ein Schimmelpilz darin gebildet. Dieser tötete sämtliche Bakterien in seiner Umgebung ab und sollte deshalb später unter der lateinischen Bezeichnung Penicillin als bedeutende pharmazeutische Entdeckung in die Geschichte eingehen.

 

Es ist eine Geschichte, die zu wichtigen Teilen auch in Stolberg fortgeschrieben wurde. Dort begann bei der Firma Grünenthal vor 70 Jahren die erste industrielle Produktion des Antibiotikums in Deutschland. Dem bemerkenswerten Werdegang des lebensrettenden Medikaments widmet sich daher nun eine Ausstellung in der Villa des Museums Zinkhütter Hof, die jetzt eröffnet worden ist.

 

In einem Festvortrag machte dabei der Stolberger Arzt Prof. Dr. Roland Fuchs die medizinische Bedeutung der Entdeckung von Penicillin deutlich. So habe es noch einmal zehn Jahre gedauert, bis überhaupt mit der klinischen Forschung begonnen wurde und erste Tierversuche mit dem Medikament stattgefunden hätten, erklärte er. „Erst während des Zweiten Weltkriegs wurde schließlich auf der Seite der Alliierten mit der großtechnischen Produktion begonnen. Das war ein entscheidender Durchbruch, da die Soldaten jetzt nicht mehr an einfachen Verletzungen starben, die sich entzündet hatten“, so Fuchs.

 

Erst 1948 bekam Grünenthal von der britischen Besatzungsmacht die Erlaubnis zur industriellen Produktion von Penicillin in Stolberg. „Für uns war das Grund genug, das Thema in einer eigenen Ausstellung aufzugreifen und zusammen mit einigen Mitarbeitern der Firma Grünenthal zu bearbeiten“, erklärte Hartmut Kleis vom Arbeitskreis „Rheinisches Medizin- und Pharmaziemuseum“.

 

Unter wissenschaftlicher Begleitung des Medizinforschers Rainer Schmid ist so in der Villa des Zinkhütter Hofs eine kleine Schau entstanden, die den Besuchern Einblicke in die humanmedizinische Forschung im Allgemeinen und die Entwicklung des Penicillins im Besondern gibt.

 

Dessen Werdegang zum meistverschriebenen Medikament ist aber keineswegs nur eine Erfolgsgeschichte, wie Roland Fuchs anmerkte. Durch die extrem häufige Verabreichung hätten viele Bakterien längst Resistenzen gegen einzelne oder sogar mehrere Penicillin-Präparate gebildet, womit diese wirkungslos geworden seien.

 

Auch deshalb werde andauernd und intensiv an neuen Antibiotika geforscht, um auch diesen multiresistenten Keimen Einhalt zu gebieten, was aber nur begrenzt funktioniere. Im Kampf gegen resistente Bakterien gibt Roland Fuchs daher einen simplen Rat: Medikamente sollten immer maßvoll eingesetzt werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.