Das süße Hobby mit den stacheligen Tieren

Freizeit-Imker Lutz Kogel hält in Büsbach 160 000 Bienen. Doch bevor der Honig geerntet werden kann, gibt es vieles zu beachten.

Foto: at
Foto: at

Auf der ehemaligen Pferdewiese im Büsbacher Wohnviertel summt es gewaltig. Mitte 2016 sind dort circa 3000 Bienen unter der Obhut von Freizeit-Imker Lutz Kogel eingezogen. Inzwischen sind es 160 000 Tiere, die in vier Bienenstöcken leben.

 

Die Insekten tun genau das, was sie sollen: sie produzieren jede Menge Honig. „Dieses Jahr sind die Bedingungen super“, sagt Kogel. In 17 Tagen haben die Bienen 20 Kilogramm Honig produziert. Am 27. Mai hat der Freizeit-Imker zuletzt geerntet und schon steht er wieder mit seinen Messgeräten neben dem Bienenstock, um die Qualität des Honigs zu überprüfen. Die Waben sind schon wieder gefüllt.

 

„Vergangenes Jahr war die Ernte schlecht“, sagt der 41-jährige Familienvater. Dadurch, dass es im April noch Frost gab, fanden seine Bienen wenig Nektar. Gerade einmal 40 Kilogramm Honig ist während der gesamten Erntezeit zwischen Mai und Ende Juli zusammengekommen.

 

Bei den Bienen herrscht eine strikte Aufgabentrennung. „Männliche Bienen sind faul“, sagt Kogel. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung. Nur selten schwärmen sie aus, denn meistens lassen sie sich von den Arbeiterinnen füttern.

 

Die Weibchen der Sommerbienen, die im Frühjahr schlüpfen, haben dagegen ein sehr stressiges und kurzes Leben. Nach dem Schlüpfen putzen sie zunächst den Stock, dann haben sie die Aufgabe, die Larven zu füttern. Dann werden sie zu Wächterbienen, die den Stock verteidigen und zuletzt dann Flugbienen, die ausschwärmen und den Nektar einsammeln, den sie dann zurück zum Bienenstock bringen.

 

Die Lebensspanne einer Sommerbiene ist nur sechs Wochen lang. Darin schafft sie es, etwa einen halben Teelöffel Honig zu produzieren.

 

Spätestens im Oktober sterben die sogenannten Sommerbienen und die Winterbienen schlüpfen. Die verlassen nur selten den Bienenstock und Kogel muss sie mit 15 bis 30 Kilogramm Zuckerwasser, gemischt mit ihrem eigenen Honig, versorgen. Das verarbeiten die Bienen und lagern es in ihre Waben ein.

 

Wenn es draußen kalt wird und friert, bilden die Bienen in ihrem Stock eine sogenannte Wintertraube um die Königin herum. Im Kern ist es dann immer etwa 20 Grad warm. Sobald die Temperaturen nach dem Winter wieder steigen, geht die Königin in Brut und die Arbeiterbienen müssen viel Futter für die Larven beschaffen.

 

Ist der Frühling wie in diesem Jahr warm, finden die Bienen von Lutz Kogel reichlich Nahrung. „Danach suchen sie in einem Umkreis von etwa drei Kilometern“, erklärt Kogel. Seine Bienen finden vor allem in dem nahe gelegenen Naturschutzgebiet Nektar, aber auch in den umliegenden Gärten sowie an Obst- und Lindenbäumen. Da in der Nähe auch keine landwirtschaftlich bestellten Felder sind, leiden die Bienen auch nicht unter den für sie sehr gefährlichen Pestiziden.

 

Von den Nachbarn gibt es keine Beschwerden. „Alle finden es super. Das hat mich gewundert, denn die Bienen stehen ja mitten im Wohngebiet“, sagt der Hobby-Imker. Stattdessen schauen Nachbarn gerne vorbei, wenn sie ihn auf der Wiese sehen. Auch Kindergartengruppen und Grundschulklassen hat Kogel schon vor Ort von seiner Arbeit mit den fleißigen Insekten erzählt.

 

Hauptberufliche Imker besitzen etwa 250 Bienenvölker. Freizeit-Imker Kogel möchte trotz seiner großen Begeisterung für die Tiere sein Hobby nicht zum Beruf machen. „Es soll ja auch Spaß machen“, sagt er.

 

Einmal die Woche schaut Kogel nach seinen Bienen. Dazu gehört je nach Jahreszeit die regelmäßige Schwarmkontrolle, die Ernte des Honigs und auch die nötigen Vorsorgemaßnahmen, damit die Bienen nicht von der Varroamilbe befallen werden. „Heute können die Schwärme alleine ohne Imker nicht mehr überleben“, sagt Kogel. Die Milbe wurde in den 70er Jahren aus Asien eingeschleppt und macht seitdem Bienen und Imkern das Leben schwer, denn die Bekämpfung ist aufwendig.

 

Insgesamt ist Kogel pro Woche ungefähr zwei Stunden bei seinen Bienen. „Ich brauche etwa eine halbe Stunde, um mich um ein Volk zu kümmern. Profis können das in zehn Minuten, aber ich schaue mir dabei ja immer gerne alles in Ruhe an“, sagt Kogel. Die Arbeit mit den Bienen findet er nach wie vor „wahnsinnig faszinierend.“

 

Normalerweise trägt Kogel bei der Arbeit einen Schutzanzug und Handschuhe. „Ich wurde bisher nur fünf oder sechs Mal gestochen“, sagt er. „Weil die Stiche so stark anschwellen, bin ich lieber vorsichtig“, fügt er hinzu. Seine Bienen gehören zu der beliebtesten Rasse in Deutschland. „Die Carnica-Bienen gelten als sehr sanftmütig und ertragsreich“, weiß Kogel.

 

Entscheidend für die Qualität ist der Wassergehalt des Honigs. Dieser sollte maximal bei 20 Prozent liegen, bestenfalls bei 16 bis 17 Prozent. Kogel entfernt vorsichtig den Deckel eines Bienenstocks, in dem 40 000 Bienen leben.

 

Der Freizeit-Imker entnimmt einen Rahmen, in den die Bienen ihre Waben bauen. Mit viel Fingerspitzengefühl und einem Holzstäbchen entnimmt der Freizeit-Imker etwas Honig und streicht ihn auf eine Messplatte. „Der Wassergehalt liegt gerade bei 18,5 Prozent“, sagt Kogel. Er steckt den Rahmen mit Bedacht zurück in den Bienenstock. Dort werden die Tiere den Honig weiter trocknen, indem sie mit den Flügeln schlagen.

 

In ein bis zwei Wochen kann Kogel erneut ernten. Die Nachfrage für den Honig „ist riesig“, sagt Kogel. Hauptberuflich arbeitet er in der Direktion einer Versicherung in Aachen. Dort verteilt er den Honig an seine Arbeitskollegen.

 

Zehnmonatige Ausbildung mit Prüfung

  • Bereits in der Schule hat sich Lutz Kogel für Bienen interessiert, aber nie die Gelegenheit gehabt, einem Imker über die Schulter zu schauen.
  • 2015 kam er auf einem Dorfflohmarkt mit einem Hobbyimker ins Gespräch. Kogel war begeistert und begann sich mit Fachliteratur genauer zu informieren.
  • Bevor sich der Familienvater die Bienen zugelegt hat, absolvierte einen zehnmonatigen Imkerkurs inklusive Abschlussprüfung. Im Imkerverein tauscht er sich mit gleichgesinnten aus.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.