Stadtvillen – so unterschiedlich wie ihre Besitzer

Referent Toni Dörflinger stellt im Kulturzentrum ein rundes Dutzend architektonisch bedeutsame Prachtbauten aus früheren Stolberger Jahren vor.

Kürzlich nahm Toni Dörflinger zahlreiche Besucher im Saal des Kulturzentrums mit auf eine virtuelle Geschichtsreise zu neun legendären Gaststätten Stolbergs, wo sich die Kupferstädter vor Jahren trafen, feierten und amüsierten. Nun referierte Dörflinger vor einem interessierten Publikum, worunter sich einige Stammgäste befanden, über ein weitaus ‚gehobeneres‘ Thema. Er stellte ein Dutzend historisch und architektonisch bedeutsame Villen vor, die in Stolberg vor etwa hundert Jahren errichtet worden waren.

 

Der Referent, der Stolbergs Stadtbild wie seine Westentasche kennt und sich seit vielen Jahren mit Stolberger Bauwerken beschäftigt, führte ein in historische Prachtarchitektur. Wohlhabende Bürger und vermögende Industrielle hatten sich in bevorzugter Lage zur Kaiserzeit Wohnbauten errichten lassen, die bis heute Bauherrenstolz verkünden und in der Auswahl alle unter Denkmalschutz stehen.

 

Mit Ausnahme der Büsbacher Bürgermeistervilla, wie Dörflinger darstellte, die 1961 abgerissen wurde und als Dienstwohnung in Gemeindebesitz war. Die Villen sind in ihrer Gestaltung so unterschiedlich wie ihre Besitzer. Dörflinger stellte die Doppelvilla des Unternehmers Julius Peltzer von 1903 an der Aachener Straße ebenso vor wie die nicht freistehenden Stadtvillen von Felix Peltzer im Steinweg, die später in Besitz von Heinrich Brückmann, Inhaber der Ketschenburg-Brauerei, überging, wie das Schleichersche Anwesen in der Rathausstraße. Für viele zeichnete Architekt Carl Peltzer verantwortlich, für andere Wilhelm Schleicher.

 

Stilistisch völlig unterschiedlich, wie eindrücklich durch Fotos und Original-Baupläne ersichtlich war, liegen noch heute mit der Schleichervilla und der Villa Lynen zwei bemerkenswerte Bauwerke vis-à-vis gegenüber in der Rathausstraße. In exponierter Lage an der von-Werner-Straße wurden kurz nach 1900, als diese Straße neu angelegt wurde, mehrere repräsentative Wohnhäuser in Reihe errichtet. Jedes für sich mit einer spannenden Geschichte, die der Lokalhistoriker anschaulich machte.

 

Ein historistischer Blickfang war Villa Willms beziehungsweise ursprünglich Cremer, die voreilig, wie Dörflinger erklärte, 1980 für die vierstreifig geplante L238n, heute Europastraße, abgerissen wurde. Daneben innen wie außen geschmackvoll hergerichtete Häuser von Eduard von Asten und Adolf Welter, beide Industrielle in Diensten der Firma von Asten & Lynen beziehungsweise der Ketschenburg-Brauerei.

 

Die Industriellendynastien erbauten sich ‚standesgemäße‘ Wohnsitze, die in vergleichbarer Prachtentfaltung heute eher selten zu finden sind. Die Bauepoche, die verkürzt mit ‚Historismus‘, ‚Gründerzeit‘ et cetera wiedergegeben wird, war soviel vielfältiger und abwechslungsreicher, als die Begriffe darstellen können.

 

Dörflinger zeigte die prächtige Vielfalt an Architektur in Stolberg, die zwar als Privathäuser meist Privatsache sind, aber den städtebaulichen Charme und historischen Wert widerspiegeln. Die Villa Rodewald an der Sonnentalstraße zeigt sich rustikal mit Rückgriffen auf die typischen Bauformen der regionalen ‚Maasländischen Renaissance‘, während die Villa Schleicher wie ein italienischer Renaissancepalast erscheint und vornehme antikisierende Elemente in seiner Fassade zur Schau trägt.

 

Einige wiesen die typisch historistischen Bauformen des Neobarock auf, während andere durch Jugendstilelemente, die englische Neogotik oder auch die strenge Formensprache des Neoklassizismus geprägt sind.Für Architekturfreunde war Dörflingers ‚Ausflug‘ im Kulturzentrum anlässlich des 900-jährigen Stadtjubiläums ein aufschlussreicher Abend, um verstreut liegende und teils nicht mehr existierende Bauwerke und vor allem ihre Bauherren, die Architekten, spannende Details der Inneneinrichtung und kuriose Anekdoten kennenzulernen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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