Pioniere auf dem Gebiet der Tierrettung

Zwei Stolberger holen Sauerstoffmasken für Tiere nach Deutschland, um im Notfall die Versorgung zu verbessern.

Foto: Michael Jaspers
Foto: Michael Jaspers

Angefangen hat alles mit einer kurzen Textnachricht: „Ich habe eine neue Idee. Wie wäre es mit Sauerstoffmasken für Tiere?“ schrieb Andreas Dovern seinem Kollegen Daniel Frings. Dieser wiederum schaute irritiert auf sein Smartphone. Die Antwort des freiwilligen Feuerwehrmannes bestand aus einem Wort: einem ungläubigen „Bitte?“. Doch die anfängliche Skepsis war nur von kurzer Dauer. Recherchen ergaben, dass Sauerstoffmasken für Tiere in den USA bereits seit Jahren zur Grundausstattung jedes Einsatzfahrzeuges gehören. Dovern und Frings holten die Masken mit ihrer Idee nach Europa.

 

Wenn sie an Hund Bobby im heimischen Stolberg die Sauerstoffmaske ausprobieren, zeigt sich, wie schnell und einfach die Idee umgesetzt werden kann: Der 14-jährige Mischlingsrüde atmet ruhig, als Daniel Frings ihm die Maske auf die Schnauze setzt. Im Notfall sind nur wenige Handgriffe erforderlich. Ist die Maske erst einmal an den Sauerstoff angeschlossen und dieser aufgedreht, kann es losgehen – theoretisch. Hund Bobby wird natürlich nicht mit Sauerstoff versorgt. Wäre dies jedoch ein Ernstfall, hätte Frings das Leben des Tieres in nur wenigen Minuten retten können.

 

Die Realität sieht in Deutschland allerdings oft ganz anders aus. Mit ihren Sauerstoffmasken für Tiere sind Frings und Dovern Pioniere. Und das, obwohl die Zahl der Haustiere und Tiereinsätze in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Laut dem Online-Portal Statista lebten im vergangenen Jahr 34,3 Millionen Tiere in den deutschen Haushalten. Das sind 2,7 Millionen Tiere mehr als ein Jahr zuvor.

 

Der deutsche Feuerwehrverband verzeichnete 2015 insgesamt 36 372 Tier-Einsätze. 2014 waren es 34 144 Einsätze. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Wie viele Tiere im Rahmen von Bränden oder Unfällen jährlich gerettet werden, ist statistisch nicht erfasst. Durch die richtige Versorgung mit Sauerstoff könnte die Zahl allerdings steigen, da sind Frings und Dovern sicher.

 

„Wir konnten nicht glauben, dass es eine entsprechende Ausstattung der Feuerwehren in Deutschland nicht gibt“, sagt Frings. Denn: „Sauerstoffmasken für Tiere sind wie Feuerlöscher im Bürogebäude. Im Ernstfall können sie Schlimmeres verhindern.“

 

Das Stichwort lautet präklinische Notfallversorgung: die Behandlung vor dem Eintreffen des Tierarztes. „In Deutschland ist diese Versorgung nicht adäquat“, sagt Frings, der als freiwilliger Feuerwehrmann aus eigener Erfahrung schöpft: Werden bei einem Brand Menschen gerettet, werden diese – bei Bedarf – mit Sauerstoff versorgt. Bei Tieren sei das nicht immer der Fall, sagt Frings. Wenn ein Tierfreund unter den Rettungskräften ist, nimmt dieser entweder eine Maske für Menschen oder einen kleinen Schlauch zu Hilfe, um die Versorgung mit dem dringend benötigten Sauerstoff zu gewährleisten. Effektiv sei jedoch keine der beiden Varianten, sagt Frings. Der Grund: Da Maske und Schlauch die Schnauze des Tieres nicht passgenau umfassen, entweicht ein Großteil des Sauerstoffes.

 

Das könne bei den Modellen, die Frings und Dovern vertreiben, nicht geschehen. Diese zeichnen sich durch einen speziellen Maskenaufsatz in Tierschnauzen-Form aus und werden in drei verschiedenen Größen hergestellt. So können nicht nur Hunde oder Katzen, sondern auch Kleintiere bis hin zu Hamstern oder Mäusen im Ernstfall mit Sauerstoff versorgt werden. Und wie funktioniert das in der Praxis? „Man schließt die Maske an den Sauerstoff an, dreht ihn auf, setzt sie dem Tier auf und fertig“, sagt Frings. Anwendbar sei dies auch für Laien.

 

Das Feedback, das Frings und Dovern bekommen, gibt ihnen recht. Nicht nur Feuerwehr-Einheiten in Deutschland statten sie aus. Die Berufsfeuerwehr in Wien zählt ebenfalls zum Kundenstamm. Und auch Tierärzte und -kliniken haben sich schon für die Maske interessiert.

 

Die Stolberger arbeiten nun mit dem amerikanischen Hersteller zusammen. Ihr Ansprechpartner sitzt in Großbritannien. Mit ihm stehen sie in regem Austausch, erst in dieser Woche haben sie sich für Gespräche getroffen. Weitere Modelle sind in Planung. Darunter auch eine Sauerstoffmaske für größere Tiere wie Pferde. Auch in Zoos könne Bedarf vorhanden sein, meinen Frings und Dovern.

 

„Tiere sind ein hochemotionales Thema. Wir glauben, dass eine bessere Versorgung als bisher möglich ist“, sagt Frings. Mit Andreas Dovern arbeitet er daran, dass aus einer simplen Idee ein Standard wird, der aus dem Alltag der Feuerwehren nicht mehr wegzudenken ist. Der erste Schritt dafür ist getan.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.