Muslimisches Wohnheim sorgt für Gesprächsstoff

Der Integrations- und Bildungsverein Stolberg lädt zu Informationsgesprächen über das geplante Projekt in die Moschee ein. Wenige Besucher.

Foto: Christoph Hahn
Foto: Christoph Hahn

Der Zweifel war zu spüren, der Argwohn auch und die Distanz: Das Studentenheim, das die im Integrations- und Bildungsverein (IBV) Stolberg zusammengeschlossenen Muslime an der Jordanstraße im Stadtteil Mühle einrichten wollen, hat für – um es sachte zu sagen – Gesprächsstoff gesorgt. Grund genug für Sprecher und Imam Aslan Özden sowie die anderen Mitglieder, im Fastenmonat Ramadan Mitglieder einer breiten Öffentlichkeit zum traditionellen Iftaressen in die IBV-Moschee an der Schneidmühle in Atsch einzuladen.

 

„Wir haben 242 Einladungen verschickt. Aber nur 14 Antworten sind zurückgekommen.“ Über das Echo der Einladung war Aslan Özden, der in Hückelhoven lebt und acht Gemeinden zwischen dort und Düren geistlich betreut, deutlich enttäuscht.

 

Dass im öffentlichen Dialog über das Studentenheim nicht alles nach Wunsch gelaufen ist, führte der Imam selbstkritisch auf das Kommunikationsverhalten des Vereins, der nichts mit den dem türkischen Staat verbundenen Ditib-Moscheen zu tun hat, zurück: „Vielleicht hätten wir diese Information früher durchführen sollen.“

 

Von einem Streit um das Heim in einem Altbau, der unter anderem ein chinesisches Restaurant beherbergt hatte, wollte Özden nichts wissen: „Davon haben wir nichts gespürt.“

 

Zum Besuch der Moschee gekommen waren vor allem die, die am Dialog mit Muslimen sowieso ein gewisses Interesse haben: Bürgermeister Tim Grüttemeier etwa, CDU-Fraktionschef Paul Kirch, Unions-Ratsherr Bernd Stickeler und Pfarrer Hans Rolf Funken, aber auch Menschen ohne Amt.

 

Obwohl ihnen die Gastgeber auf nachgerade almodisch höfliche Weise begegneten, blieb das Gesprächsklima zurückhaltend bis kritisch. „Ich finde nicht gut, dass sie sich abschotten“, brachte zum Beispiel der katholische Priester seine Haltung zum Studentenheim auf den Punkt. Warum die Wahl der Gemeinde und ihres Dachverbandes auf Stolberg gefallen sei, formulierte Aslan Özden unumwunden: „Die Immobilienpreise in Aachen sind so, dass wir sie uns nicht leisten.“ Darum habe der Verein im Vorfeld der Standortfindung seine Fühler nicht nur in die Kupferstadt, sondern unter anderem auch nach Geilenkirchen ausgestreckt.

 

Kritische Fragen zum gelebten Glauben der Muslime gab es auch darüber hinaus. So ging es unter anderem um die Rolle der Frauen, für die es auf der Schneidmühle einen eigenen Eingang gibt, und dem Gebrauch der deutschen Sprache in Gottesdienst und Predigt. Das geschehe größtenteils noch auf Türkisch oder Arabisch, gab der Imam zu.

 

Trotzdem sah Aslan Özden klare Gründe, das zu ändern. In Mönchengladbach, wo er zuvor für elf Jahre nach der in Deutschland absolvierten theologischen Ausbildung als Imam wirkte, zum Beispiel seien die Gläubigen sehr international aus Afghanen, Türken, Marokkanern und Mitgliedern anderer Völker zusammengesetzt gewesen – da habe sich das schon als gemeinsamer Nenner empfohlen. Beim zweiten Grund rückte dann die zweite und dritte Generation der Migranten („In Stolberg sind wir seit 42, in diesen Räumen seit 28 Jahren“) in den Fokus: „Wenn Euch die Jugendlichen nicht mehr verstehen“, empfehle sich ebenfalls der Übergang zur deutschen Sprache.

 

Auch darüber hinaus war der muslimische Geistliche spürbar bemüht, die Fragen der Außenstehenden en detail zu beantworten. Was nun die Streifen auf dem Teppichboden des Moscheeraums, der vor drei Jahrzehnten Ort einer damals sehr bekannten Disco war, sollen (auf den roten wird gekniet, auf den grünen die rituelle Niederwerfung vollzogen) erfuhren die Zuhörer ebenso wie Informationen zu den verschiedenen Gebetszeiten, die mit den roten Ziffern einer Leuchtuhr auf der Wand zum Gebetsraum der Frauen angezeigt wurden. Und wie sich eine traditionelle Koran-Rezitation anhört: Davon verschaffte der angehende Vorbeter Mücahid Yediyildiz den Gästen mit wohlklingender Stimme eine Vorstellung.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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