Dr. Kortums Wirken auf der Bühne

Das Burghof-Theater würdigt den Medizin-Pionier mit zwei Aufführungen , die im Jahr 1794 spielen. Viele auf Stolberg bezogene Einlagen eingebaut.

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Schon die Erstaufführung in 2009 war ein großer Erfolg. Der Blick auf die Geschichte der Kupferstadt, die in 2018 ihr 900-jähriges Bestehen feiert, sowie das Thema eines bedeutenden und seinerzeit hochverehrten Stolbergers sind weitere gute Gründe für das Burghof-Theater, das Stück „Dr. Kortum“ erneut auf die Bühne zu bringen.

 

In sechs Szenen führt das vom Stolberger Mediziner Prof. Dr. Roland Fuchs verfasste Theaterstück unter der Regie von Karin Graf zurück in das Jahr 1794, als die Kupferstadt nach dem Eroberungsfeldzug Napoleons für 20 Jahre zum französischen Staatsgebiet gehörte.

 

Zuvor hatte Carl Georg Theodor Kortum 1765 in Dortmund das Licht der Welt erblickt. Der Sohn einer angesehenen Apothekerfamilie nahm mit 17 Jahren das Medizinstudium in Göttingen auf, das er drei Jahre später mit einer Dissertation in lateinischer Sprache abschloss. Danach begann er sofort in Dortmund als Arzt zu praktizieren. 1791 ereilte ihn der Ruf der Kaufleute des damals wohlhabenden und blühenden Stolberg, sich als Medicus an der Vicht niederzulassen. 26-jährig nahm er das Angebot an und verblieb in der Kupferstadt bis zu seinem Tode im Jahr 1847.

 

Dr. Kortum lebte und praktizierte im heute noch existierenden Haus Steinweg 63, das die Mitgift seiner zweiten Ehefrau war, die der reichen Kupfermeisterfamilie Schleicher entstammte, und jetzt Schauplatz der Handlung des Stückes im Burghof-Theater ist.

 

In sechs Szenen wird sozialkritisch das Leben der Menschen in Stolberg in jener Zeit dargestellt. In fünf Bildern erfährt das Publikum, welche Auswirkungen die damals häufigsten Krankheiten für die einfachen Leute hatten. Diese betrafen Hautkrankheiten wie die Krätze aufgrund der unhygienischen Wohnverhältnisse ebenso wie die Tuberkulose und die Cholera.

 

Aber auch chronische Bleivergiftungen und schwere Arbeitsunfälle bewirkten einen frühen Tod oder führten zum Siechtum, ohne dass es eine finanzielle Unterstützung für die Menschen gab, die durch Krankheit in Not geraten waren.

 

Diese Krankheiten werden in ihren Symptomen und mit der heute abenteuerlich oder gefährlich anmutenden Therapie auf der Bühne dargestellt, und gleichzeitig wird deutlich gemacht, welche katastrophalen Auswirkungen diese Erkrankungen für die Betroffenen hatten. Als Kontrapunkt wird das üppige Leben der Kupfermeister demonstriert, die an Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Gicht litten.

 

Auch hier wird für uns heute Groteskes praktiziert, wie die Feststellung der Zuckerkrankheit durch eine Harn-Schmeckprobe. Gleichermaßen werden die Behandlungsmethoden der Zeit wie die Aderlass-Therapie, die Klistier-Applikation, die Schröpfkopf- und die Blutegel-Anwendung an Ort und Stelle angewendet.

 

Stellenweise wird im Stolberger Platt und in einigen Passagen auch französisch gesprochen. Damit auch Nichtmediziner die einzelnen Szenen verstehen, gibt ein Erzähler die notwendigen Sachinformationen zu gezeigten Handlungen.

 

Trotz ernster Themen und Sozialkritik hat das Stück aus der Feder von Prof. Dr. Roland Fuchs, der in der Hauptrolle den Dr. Kortum verkörpert, bei der Erstaufführung auch Szenenapplaus und spontane Lacher hervorgerufen, mit Humor und vielen Stolberg-spezifischen Einlagen gepunktet.

 

Dass dem Protagonisten nicht nur das Theaterstück gewidmet ist, sondern nach ihm auch die Kortumstraße in der Innenstadt benannt ist, liegt an dem Wirken des Doktors. „Er war damals der einzige Arzt in Stolberg und hat sich mit den Möglichkeiten seiner Zeit engagiert und einfühlsam um die kranken Menschen in der Stadt und der Umgebung gekümmert. Zudem war Dr. Kortum in mehrfacher Hinsicht ein Pionier“, beschreibt Fuchs.

 

„Einerseits was die wissenschaftlich ausgerichtete Medizin betrifft, da er zahlreiche medizinische Schriften verfasst hat. Andererseits war er auch ein Vorreiter der Palliativmedizin, weil er todgeweihten Patienten in ihrem letzten Lebensabschnitt mit Medikamenten ihre Beschwerden gelindert hat, was damals im Widerspruch zur Lehrmeinung der Medizin in Deutschland stand.“

 

Karten erhältlich bei Stolberg Touristik

  • Das Theaterstück „Dr. Kortum – Arzt in Stolberg Anno 1794“ ist zu sehen am Freitag, 8. Juni, um 20 Uhr und am Samstag, 10. Juni um 16 Uhr im Burghof-Theater an der Aachener Straße 3 am Willy-Brandt-Platz.
  • Karten sind erhältlich im Vorverkauf bei der Stolberg-Touristik, Zweifaller Straße 5, und gegebenenfalls noch an der Abendkasse.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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