Zeit mit der Familie ist oft Frage des Geldes

Schwangerschaftsberatung des SkF stellt Jahresbericht vor. Suche nach Hebammen und Wohnungen beschäftigen viele Familien.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Es gibt sie in allen erdenklichen Formen: egal ob klassisch oder doch eher außergewöhnlich. Die Rede ist von den Familien. Das wissen auch Tanja Dreher, Katja Bock und Claudia Blau. Wenn es in Sachen Familie nämlich Fragen oder Probleme gibt, sind die Stolberger dort an der richtigen Adresse. Die Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen arbeiten in der Schwangerschaftsberatung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). Passend zum Tag der Familien, der in dieser Woche stattfand, haben sie nun ihren Jahresbericht vorgestellt.

 

Schon seit rund 30 Jahren erfahren Frauen dort Unterstützung bei allen Fragen rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt. Mit Erfolg. Die Beratungsstelle hat einen guten Zulauf. 2017 suchten 511 Frauen die Schwangerschaftsberatung auf. 39 davon waren zugewanderte Frauen. Unterstützt werden nicht nur Schwangere, sondern auch Mütter bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

 

Auch wenn überwiegend werdende Mütter die Beratung aufsuchen, gibt es auch bei den Männern ein anderes Bewusstsein sich mit der neuen Rolle als Vater auseinander zu setzen. „Manchmal kommt es schon in der Schwangerschaft zur Trennung, und es stellt sich die Frage, wie Elternschaft dann gelebt werden kann. Auch wenn die Beziehungen auseinander gehen, wollen sie den Kontakt zu den Kindern oft halten“, sagt Tanja Dreher.

 

Die Beraterinnen machen allerdings auch deutlich, dass sie nicht nur von Familien aufgesucht werden, die sich in einer Problemlage befinden. Werdende Eltern müssen als Familie vielfältige Herausforderungen meistern.

 

Blau, Bock und Dreher haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder heute viel früher im Kindergarten oder von der Tagesmutter betreut werden, weil beide Eltern arbeiten gehen. „Die Idee längerfristig von nur einem Gehalt zu leben, ist nicht mehr in den Köpfen der Eltern drin. Wie lange man heute zu Hause bleibt, ist eine rechnerische Entscheidung“, sagt Katja Bock.

 

Auch finanzielle Probleme seien bei den Familien, die die Beratung aufsuchen, oft vertreten. Aufstockende Leistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag oder Arbeitslosengeld II seien keine Seltenheit. Ist dann noch ein Kind unterwegs, wird es meistens besonders eng – finanziell und räumlich. Die Anschaffung von Baby-Bett, Kinderwagen & Co. sei recht kostspielig, und auch gebrauchte Sachen seien für die werdenden Mütter oft nicht zu stemmen.

 

Deshalb sei man in der Beratungsstelle auch immer wieder auf der Suche nach gut erhaltenen Kinderwagen oder Bettchen, um so – im Notfall – eine Erstversorgung zu leisten. Als anerkannte Schwangerschaftsberatungsstelle habe man auch Zugriff auf Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ sowie auf den Bischofsfonds, ein Hilfsfonds auf den katholische Beratungsstellen Zugriff haben.

 

Doch nicht nur finanzielle Probleme müssen oft gelöst werden. Die Beratung umfasst auch rechtliche und psychosoziale Aspekte. Und auch das Thema Sprache spielt eine wichtige Rolle. Zwei Deutschkurse wurden gemeinsam mit Ehrenamtlern eingerichtet. So haben zugewanderte Schwangere oder Mütter mit Kindern bis zu einem Jahr die Möglichkeit, die Sprache zu erlernen. Auch der Austausch und das Knüpfen von Kontakten stünden im Vordergrund.

 

Ein immer wiederkehrendes Problem: die Suche nach einer geeigneten Wohnung. Gerade Menschen, die mehrere Kinder haben, alleinerziehend sind oder Hartz IV beziehen, seien bei Vermietern nicht besonders beliebt. „Ihre Chancen, eine anständige Wohnung zu bekommen, sind sehr gering“, so Claudia Blau.

 

Die Suche nach einer Nachsorge- Hebamme gestaltet sich zunehmend schwierig. Man muss sich immer früher in der Schwangerschaft darum bemühen, wissen Blau, Dreher und Bock. Für Familien mit einem besonderen Unterstützungsbedarf bietet der SkF eine weitere Hilfe an. Die enge Vernetzung zwischen der Schwangerschaftsberatung und der Familienhebamme der Frühen Hilfen ermöglicht eine frühzeitige Unterstützung. So können schwangere Frauen bei Bedarf unkompliziert vermittelt werden und erhalten dort eine qualifizierte Begleitung bis zum ersten Lebensjahr ihres Kindes.

 

Kooperationen gibt es auch zwischen der Beratungsstelle und einigen Stolberger Schulen in den Bereichen Sexualpädagogische Angebote zum Thema: Aufklärung, Familienplanung, erste Liebe oder auch Projekt bezogen „Vor dem Anfang starten“, indem es um frühe Elternschaft geht. Ziel ist hier mit Hilfe von Informationen, sich verantwortungsvoll mit dem Thema frühe Elternschaft auseinander zu setzen. Die Schüler besuchen dann in Gruppen die Beratungsstelle.

 

Dies ist jedoch nicht das einzige Angebot , das den drei Frauen am Herzen liegt. Aufmerksam machen möchten sie auch auf das Beratungsangebot rund um die so genannte vertrauliche Geburt.

 

Seit dem 1. Mai 2014 können schwangere Frauen in Deutschland medizinisch versorgt und ambulant wie stationär begleitet ein Kind zur Welt bringen, ohne dabei ihre eigene Identität preis zu geben. Die vertrauliche Geburt soll eine Alternative zur Babyklappe sein und Frauen davor schützen, ihr Kind alleine zur Welt zu bringen. Gibt es keine schwerwiegenden Gründe, die dagegen sprechen, hat das Kind übrigens nach 16 Jahren das Recht zu erfahren, wer seine leibliche Mutter ist. Im Jahr 2017 fand in Stolberg eine vertrauliche Geburt statt.

 

Neben der Beratung in Stolberg werden auch Außensprechstunden angeboten. So findet jeden ersten und dritten Donnerstag und einmal im Monat montagnachmittags eine Beratung in der Kindertagesstätte in der Florianstraße 38 in Alsdorf statt. In Baesweiler findet die Beratung jeden zweiten und vierten Donnerstag im Familienzentrum Sonnenschein in der Mariastraße 4 statt und in Eschweiler jeden ersten und dritten Dienstag beim SkF in der Peilsgasse 1-3. Bei der Beratung der Schwangeren sei es wichtig, dass man sich zwecks Terminvergabe frühzeitig – im Idealfall vor der 20. Schwangerschaftswoche – meldet.

 

Kontakt und weitere Informationen:

  • Der Sozialdienst katholischer Frauen hat in Stolberg seinen Sitz in der Birkengangstraße 5.
  • Wer einen Termin bei Claudia Blau, Tanja Dreher oder Katja Bock ausmachen möchte, kann sich unter ☏ 02402/951640 melden.
  • Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite unter www.skf-stolberg.de.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

52220 Stolberg

www.tim-gruettemeier.de
tim.gruettemeier@stolberg.de
Telefon: 02402 / 13-200
Fax: 02402 / 13-222

Verlinkungen:

Internetseite der Stadt
Internetseite der Stadt
Internetseite der CDU
Internetseite der CDU

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.