Die „Blaupause“ entsteht für die deutschen Kontrollzentren

Stolberger EWV spielt aktive Rolle bei der Gestaltung der Energiewende.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Es geht um die Zukunft dessen, was nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 in Deutschland eingeläutet wurde: die Energiewende. Binnen der kommenden Jahre sollen Wind und Sonne mittels dezentraler Anlagen 80 Prozent des Strombedarfs decken. Damit verbunden ist eine Abkehr von Großkraftwerken mit ihrem gut steuerbaren Übertragungsnetz hin zu regionaleren Verteilnetzen mit Anschluss an den Endverbraucher. „Diese Netze müssen smarter werden, um Stromerzeugung und -bedarf in einem komplexeren Energiesystem auszubalancieren“, sagt Yvonne Rollesbroich. Damit stehen die Netze und ihre Betreiber vor großen Herausforderungen, denn Vorbilder für das neue System gibt es bislang nicht“, erklärt die Pressesprecherin der Stolberger EWV. Aber bereits in zwei Jahren soll in der Innovationsregion Rheinisches Revier ein solches Kontrollzentrum in Betrieb gehen – als „Blaupause“ für solch virtuelle Kraftwerke in anderen Regionen Deutschlands.

 

Dazu befindet der Stolberger Stadtrat in seiner Rolle als einer der führenden Gesellschafter heute über eine Beteiligung der Energie- und Wasserversorgung GmbH an einer Projektgesellschaft namens „Dezentrales Energie Management“ – kurz DEM. Weitere Partner dabei sind die Stadtwerke Aachen, die NEW AG mit Sitz in Mönchengladbach, die Stadtwerke Düren sowie die private Projektgesellschaft SME Management GmbH mit Sitz in Heppendorf. Ihre beiden Gesellschafter, Kurt Vetten und Dr. Stefan Röder, sollen jeweils einen Prozent, die kommunalen Versorger jeweils 24,5 Prozent der DEM-Geschäftsanteile halten. Die Gesellschafter wollen die DEM mit einem Eigenkapital von 1,25 Millionen Euro ausstatten. Die Rentabilitätsberechnung sieht bereits ab dem kommenden Jahr schwarze Zahlen vor, ab 2021 soll der Gewinn nach Steuern die Millionen-Euro-Grenze überschreiten.

 

Die Herausforderungen bei der Sicherung der zukünftigen Versorgung liegen in der Systemstabilität und Versorgungssicherheit bei schwankender regenerativer Energieerzeugung und -verbräuche, Effizienz, nachhaltige Energieinfrastrukturen und Preise sowie inhärent sichere Versorgungszentren. Dies soll durch eine Bündelung verschiedener regenerativer Energieanlagen innerhalb einer Region erfolgen.

 

Bereits vor einem Jahr stellte sich unter der führenden Beteiligung der EWV-Tochter Regionetz GmbH das Förderprojekt „Quirinus“ diesen Herausforderungen. Beteiligt sind zudem Forschungsinstitute von Hochschulen, Netzbetreiber, Energieversorger sowie Wirtschaftsunternehmen. „Quirinus“ hatte sich dem Förderwettbewerb „VirtuelleKraftwerke.NRW“ der Leitmarkt Agentur NRW gestellt und gewonnen. Der Lohn ist eine Fördersumme von sechs Millionen Euro, mit der Analyse und Design von Testszenarien zur Steuerung der regionalen Energieversorgung begonnen wurden. Es folgen Simulation und Aufbau eines Prototyp-Leitstandes, der in diesem Jahr in einem Pilotbetrieb münden soll.

 

Um Ergebnisse des Förderprojektes in der Praxis anwenden, Synergieeffekte nutzen und gleichzeitig ab 2019 vorgeschriebene gesetzliche Regelwerke einhalten zu können, ist die DEM auf Basis der Energieversorger und der im Wesentlichen agierenden SME Management in Gründung.

 

Sie soll einerseits die „Blaupause“ für rund 30 bis 40 alleine in Deutschland erforderliche regionale Kontrollzentren mit Netz-, Einspeise- und Last-Management liefern und aktiv betreiben, sowie andererseits ihr Wissen weitergeben. Dazu zählt die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Applikationen ebenso wie ein Campus-Angebot mit Workshops, Lehrgängen und Fortbildungen sowie eine klassische Consulting-Leistung von der Analyse über die Lösungsentwicklung bis zum Betrieb von Energiezentren bei Dritten.

 

Aus Sicht der Stadtverwaltung passen diese DEM-Aktitäten sowohl zu einem eigenen Netzbetrieb innerhalb der Regionetz GmbH wie auch zur Strategie der EWV, die ihrerseits das Angebot an erneuerbarer Energie in Form von Windparkanlagen und Solarparks ausbaue. Das gemeinsame Engagement in Form der DEM sei als Zukunftsinvestition für die sich ergebenen neuen Anforderungen an die Verteilnetzbetreiber zu betrachten.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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