Faszinierende Einblicke in das Mittelalter

Burgritterlager findet zum 16. Mal statt. Handwerk, Musik und Schwertkämpfe stehen auf dem Programm. Auch Berührungsängste.

Foto: Deliah Gronau
Foto: Deliah Gronau

Musik, Kettenhemden, Schwertkämpfe und eine Drechselbank: Bereits zum 16. Mal veranstalteten die Stolberger Burgritter ihr Burgritterlager. Wer sich darunter allerdings einen Mittelaltermarkt vorstellte, lag vollkommen falsch. Denn auch in diesem Jahr handelte es sich nicht um einen typischen Markt, sondern vielmehr um ein Treffen befreundeter Gruppen, die Interessierten einen Einblick in das mittelalterliche Leben ermöglichten. Und das kam bei den Stolbergern besonders gut an.

 

Bei strahlendem Sonnenschein konnten Groß und Klein am Samstag Einblicke in das mittelalterliche Handwerk gewinnen. Das Herstellen von Kettenhemden brachte den Besuchern Gerd Bergheim näher. Im Mittelalter hätte man ihn wohl den Sarwürker (Kettenhemdmacher) genannt. „Um ein Kettenhemd für Kinder herzustellen, benötige ich um die 9 000 Ringe. Kettenhemden für Erwachsene bestehen aus circa 20 000 bis 30 000 Ringen, je nach Maß“, erklärte Bergheim.

 

Die verarbeiteten Ringe haben einen Durchmesser von rund einem Zentimeter. Hergestellt werden sie aus Draht, der um ein rundes Stück Holz gedreht und anschließend in die einzelnen Ringe geschnitten wird. Ein Kettenhemd für Erwachsene wiegt stolze 30 Kilogramm. Der Sarwürker ist bereits seit 14 Jahren Burgritter. Das kleinste Kettenhemd, das er hergestellt hat, ist gerade einmal 40 Millimeter breit und 50 Millimeter hoch. Es besteht aus 725 Ringen mit einem Innendurchmesser von 1,7 Millimetern.

 

Für einen Einblick in die Arbeit an der Drechselbank sorgte André Barck. Er zeigte, wie aus Holz Gebrauchsgegenstände wie Becher und Schalen, aber auch Holzkugeln und Kerzenständern hergestellt werden können.

 

Bei Willi Becker, dem Seiler, konnten die Besucher des Burgritterlagers erfahren und zusehen wie Seile hergestellt werden. „Zuerst werden Schnüre aus Hanf oder Bast hergestellt. Drei Schnüre der gleichen Dicke, Beschaffenheit und Länge werden dann miteinander zu einem Seil verschlagen“, erläuterte Becker.

 

Neben den Burgrittern, die ihr Handwerk präsentierten, sorgte auch der Bettler Ede für Aufsehen, der mit Buckel und Krücke barfuß durch das Lager hinkte. Begeisterung, vor allem bei den Kindern, löste der Zauberer Magus Antonius aus, doch auch die Erwachsenen konnte er mit seinen Zauberkünsten beeindrucken. Für Gaumenfreuden sorgte Agims Familie mit einem „orientalischem Genusstraum“, musikalische Impressionen lieferte „Saitentanz“.

 

Fünf bis sechs Mal im Jahr kommen die rund 15 Stolberger Burgritter bei Lagern wie diesem zusammen. Das Lager auf der Burg Stolberg sei mittlerweile aber leider kleiner geworden, so Ralf Herff, der von den Burgrittern „Der Graf“ genannt wird. Zudem finde das Ritterlager nicht bei allen Bürgern der Kupferstadt Anklang: „Viele Menschen haben Berührungsängste“, schilderte Herff. Besuch gab es in diesem Jahr von einer Delegation der Ritter von Streitberg, den Koufliute von Veußel aus Troisdorf, der Familie Prodöhl aus Siegen, Les Loups d‘Opale aus Faches Thumesnil (Lille), dem Wyvernbund aus Roetgen, der Delegation der Schildwächter aus Gangelt sowie der Delegation der Gruppe Viatoris aus Krefeld.

 

Ein weiteres Highlight: der Schwertkampf. Am Samstagnachmittag wurde dieser mit einem lauten Musketenschuss eröffnet. Wer jedoch mit einem einstudierten Showkampf gerechnet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Denn die Ritter kämpften im Freikampf. Die Schwertkämpfer trugen zum Teil Kettenhemden und Lamellenpanzer. Die Auswahl der Schutzkleidung war den Rittern aber freigestellt, lediglich Helm und Handschuhe waren Pflicht für die Antretenden.

 

Gekämpft wurde nach dem Regelwerk „Zeit der Schwerter“. Die erlaubten Trefferzonen im Kampf richten sich unter anderem nach der Schutzkleidung der Schwertkämpfer. Laut dem Kodex sind im Kampf aber unter anderem das Zustechen mit dem Schwert, Schläge auf Kopf, Hals und Gelenke sowie Hände und Füße verboten, denn die Aktiven treten mit echten Schwertern an. Das Missachten der Regeln wird mit Verwarnungen geahndet. Mutwillig hat aber keiner der Schwertkämpfer gegen die Regeln verstoßen.

 

Auch in diesem Jahr ist es den Stolberger Burgrittern, die nicht nur am Samstag, sondern auch am gestrigen Sonntag ihre Besucher empfingen, wieder einmal gelungen, mit dem Ritterlager, den Schwertkämpfen und den Einblicken in die mittelalterlichen Handwerke, das vergangene Zeitalter für ein Wochenende zum Leben zu erwecken.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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