Bald mehr Steckdosen im Stadtgebiet

Stolberg baut Infrastruktur für Elektromobilität aus. Acht zusätzliche Standorte für Ladesäulen und drei Pedelec-Stationen.

Über Analysen, Gutachten und Konzepte ist in den vergangen drei Jahren viel geschrieben worden in Stolberg: Städtebau, Soziales, Klimaschutz, Dorfentwicklung, ... Ihnen alle gemein sind kompliziert klingende Namen, eloquente Erläuterungen und eine längere Vorlaufzeit, bis man etwas Greifbares in den Händen hält.

 

Im Rahmen des sogenannten „Integrierten kommunalen Klimaschutzkonzept“ – kurz IKSK – sollen nun für das Kapitel Mobilität und Elektromobilität erste Nägel mit Köpfen gemacht werden: Das Angebot an Ladestationen für Elektrofahrzeuge soll deutlich ausgeweitet werden. Auf seiner Sitzung am 8. Mai befindet der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt über die Standorte der zusätzlichen Angebote.

 

„In der Städteregion ist die Elektromobilität binnen eines Jahres um rund 43 Prozent gestiegen“, erläutert Tobias Röhm. „Dennoch machen die bisher 1861 elektrischen Fahrzeuge nur einen Anteil von 0,5 Prozent aus“, so der Technische Beigeordnete weiter. Mit der Nutzung von Strom aus regenerativen Quellen werde die Elektromobilität bei Klimaschutz, Energiewende und Luftqualität eine zunehmende Bedeutung haben. Verglichen mit konventionellen Tankstellen ist die Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität deutlich unterrepräsentiert. Eine vermehrte Nachfrage nach E-Fahrzeugen bedinge aber auch ein entsprechendes Netz von Lademöglichkeiten für die Stromakkus.

 

Mit einem eigenen Konzept zur Ladeinfrastruktur will die Stadt Stolberg nun der E-Mobilität einen weiteren Schub geben. Dazu hat die Verwaltung in den vergangenen beiden Jahren rein elektrische Fahrzeuge in mehrwöchigen Testphasen auf Einsatzmöglichkeiten, Reichweiten und die Standorte der erforderlichen „Steckdosen“ selbst getestet. Durch die Mitgliedschaft im „Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW“, die Teilnahme an Workshops sowie im interkommunalen Austausch sei Fachwissen aufgebaut worden. Das wurde auf Basis der Empfehlungen des Aachener Verkehrsplanungsbüros BSV bei der Erstellung des IKSK sowie in Abstimmung mit der Städteregion und weiteren Kommunen umgesetzt in ein Konzept zu einem bedarfsgerechten Ausbau des Angebotes. Im internen Arbeitskreis Energie und Klimaschutz, der aus Vertretern der Verwaltung und der Fraktionen besteht, wurde nun eine erste Ausbaustufe abgestimmt, die noch im laufenden Jahr realisiert werden soll.

 

Für rein elektrisch betriebene und Hybrid-Fahrzeuge besteht derzeit eine Ladestation an der EWV-Verwaltung sowie eine privat betriebene im Kaufland-Parkhaus in Oberstolberg. Eine dritte Ladestation wird mit der Fertigstellung des Außengeländes des Parkhauses am Hauptbahnhof installiert.

 

Weitere acht neue Standorte für Säulen mit je zwei Steckdosen sind „An der Krone“ gegenüber Einmündung Kortumstraße, am Mühlener Bahnhof, am Dienstleistungszentrum, auf dem Parkplatz Bergstraße, nahe dem Breiniger Bahnhof an der Mehrzweckhalle Stefanstraße sowie in Abstimmung mit den unterschiedlichen Planungskonzepten für die P+R-Anlage Schneidmühle, den Büsbacher Markt und den Mausbacher Markusplatz vorgesehen.

 

Um eine hohe Nutzungsfrequenz zu erreichen, soll der Lade- bzw. Parkvorgang auf zwei Stunden begrenzt werden – mit Ausnahme der P+R-Anlagen Hauptbahnhof und Schneidmühle sowie am Dienstleistungszentrum. Derzeit prüft die Verwaltung zudem, Elektrofahrzeuge generell von Parkgebühren zu befreien. Betrieben werden sollen die Ladesäulen durch die EWV mit zertifiziertem Ökostrom.

 

Öffentliche Ladestationen für die Akkus von Pedelecs gibt es laut Verwaltung derzeit noch keine im Stadtgebiet. Drei Standorte für Akku-Ladeschränke mit jeweils vier Fächern, in denen auch Mobilfunkgeräte aufgeladen werden können, sieht das Konzept der Verwaltung in seiner ersten Ausbaustufe vor: am Hauptbahnhof und am alten Rathaus sowie zwei Stationen am Museum Zinkhütter Hof. Die Ladestationen sollen jeweils mit einer entsprechenden Anzahl von Fahrradständern kombiniert werden.

 

Aufgerüstet wird angesichts des bestehenden Bedarfs auch der Kaiserplatz mit Fahrradbügeln nach Vorbild des am Bastinsweiher eingesetzten Mobiliars. Je drei Bügel sind für den Eingangsbereich des Rathauses und am Vogelsänger vorgesehen, je zwei neben dem Brunnen und vier Fahrradbügel sind an der Nordseite des Kaiserplatzes vorgesehen.

 

Die Kosten der acht zusätzlichen Ladesäulen summieren sich auf 80 000 Euro. Aufgrund unterschiedlicher Förderkulissen des Bundes und der EWV verbleibt ein städtischer Eigenanteil von 33 000 Euro. Bei den Pedelec-Ladestationen spendiert die EWV ein, für die anderen drei Stationen verbleiben bei der Stadt Kosten von rund 5850 Euro. An Wartungskosten für die Dauer von fünf Jahren fallen 2750 Euro an. Im Haushalt sind für alle Projekte die Mittel berücksichtigt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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