Als die Loks noch mit Dampf fuhren

Eisenbahnfreunde über Gütertransport informiert.

Foto: T. Dörflinger
Foto: T. Dörflinger

Gütertransport per Bahn ist Normalität und Tatsache. Dass aber auch die Straßenbahn auf ihren Stolberger Strecken einst Güter befördert hat, ist oftmals unbekannt.

 

Der Gütertransport per Straßenbahn und die dazu erforderlichen Gleisanschlüsse waren jetzt unter anderem Thema bei der Frühschoppenveranstaltung der Kupferstädter Eisenbahnfreunde im Foyer des Hauptbahnhofes an der Rhenaniastraße. Referent war abermals Eisenbahnexperte Roland Keller, der die rund 40 Besuchern per Fotos und anderen Illustrationen mit vielfältigen historischen Material vertraut machte, das über Strecken und Örtlichkeiten der Firmen informierte, die für ihren Gütertransport die Straßenbahn genutzt hatten.

 

So hatten beispielsweise die chemische Fabrik Rhenania an der Rhenaniastraße, die Atscher Sandgruben zwischen Hamm- und Sebastianusstraße, die Fabrik für feuerfeste Produkte an der Eschweilerstraße sowie die Steinbrüche im Bereich von Binsfeld- und Bernhardshammer eigene Gleisanschlüsse der Straßenbahn besessen. Neben dem Gütertransport per Straßenbahn spielte bei der Frühschoppenveranstaltung im Bahnhof auch der Güterverkehr der Eisenbahn eine große Rolle.

 

Um die zahlreichen Besucher mit diesem Themenfeld vertraut zu machen, präsentierte Keller anhand von Fotos und Reproduktionen Streckenpläne, historische Zugmaschinen - sprich Dampf- und Dieselloks sowie Gebäude und Örtlichkeiten der Firmen, die den Gütertransport per Bahn in Anspruch genommen hatten.

 

Diese Inanspruchnahme des Güterverkehrs hatte auch dazu geführt, dass einige Unternehmen wie etwa die Glashütte St. Gobain (früher Vegla) an der Eisenbahnstraße auf ihrem Firmengelände auch eigene Werksbahnen und Lokomotiven unterhielt.

 

Wie Keller ausführte, hatte die Firma St. Gobain schon 1867, ausgehend vom damaligen Rheinischen Bahnhof an der Probsteistraße, einen eigenen Gleisanschluss besessen. Diese Strecke wurde 21 Jahre später in Richtung Altstadt (damals Hammer) und Breinig verlängert: gemeint ist damit die heute von der Euregiobahn befahrene „Talbahnstrecke“.

 

Ein großes Streckennetz der Bahn hatte sich auch auf dem Gelände der Firmen Rhenania, Prym, Dalli, Zinkhütte Münsterbusch und Bleihütte Zweifaller Straße befunden, die ebenfalls teilweise eigene Loks für den Verkehr auf dem Werksgelände genutzt hatten. Eine uralte Gleisstrecke hat Keller auch im Bereich Schellerweg/Fettberg ausgemacht. Denn dort gab es im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts laut historischen Karten zwischen der Steinkohlengrube James und der Zinkhütte Münsterbusch eine Bahnstrecke.

 

Wie diese Bahn genutzt und mit welchen Fahrzeugen befahren wurde, konnte Keller verständlicherweise den Besuchern nicht genau erklären. Vermutet wird ein Hand- und Lorenbetrieb. Seine Ausführungen schloss Roland Keller damit, dass er dem Publikum das umfangreiche Streckennetz im Bereich des Stolberger Hauptbahnhofes vorstellte. Fortgesetzt wird die Frühschoppenreihe der Eisenbahnfreunde am Sonntag, 27. Mai, im Foyer des Hauptbahnhofes von 10.30 bis 12.30 Uhr. Dann ist das 25-jährige Jubiläum der Rurtalbahn und die damit verbundene Bahnreform das Thema.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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