„Mein Leben hat sich zum Positiven hin verändert“

Interview der Woche: Die Musikerin Misun Kim-Antensteiner ist der Liebe wegen vom koreanischen Seoul nach Stolberg gezogen. Und ist sehr zufrieden.

Foto: M. L. Otten
Foto: M. L. Otten

Laut einer Pressemitteilung vom 20. März 2014 leben in Stolberg Menschen aus über 100 verschiedenen Nationen. Warum sie in die Kupferstadt gekommen sind, was ihnen hier gefällt, was weniger und warum sie Stolberg als zweite Heimat sehen, haben sie im Interview erzählt. Nach Zvart Kelm, (Armenien), Jasmin Rathschlag (Kenia) und Olga Schartner (Kasachstan) sprach unsere Mitarbeiterin Marie-Luise Otten mit Misun Kim-Antensteiner. Sie stammt aus Südkorea und wohnt seit Februar 2016 in der Stadt Stolberg.

 

Was war der Grund für Ihren Umzug nach Stolberg?

 

Kim-Antensteiner: Ich war seit Jahren mit Gunther Antensteiner befreundet. Und nach der Heirat mit ihm war es für mich selbstverständlich, dass ich in Stolberg wohne.

 

Wie haben Sie und Antensteiner sich kennengelernt?

 

Kim-Antensteiner: Über die Musikhochschule in Köln. Ich hatte gerade mit meinem künstlerischen Aufbaustudium für Orgel begonnen, und Gunther hatte Medienpädagogik angefangen, nachdem er sein Studium in Kirchenmusik A absolviert hatte.

 

Was unterscheidet Ihr Leben in Deutschland von dem in Korea?

 

Kim-Antensteiner: In Korea war ich ledig und lebte mit meiner Familie (Mutter und Bruder) zusammen. Ich hatte Organistenstellen in drei verschiedenen Kirchen, ich war Konzertorganistin, professionelle Chor-Korrepetitorin sowie Orgel- und Klavierlehrerin. In Deutschland bin ich verheiratet. Neben den alltäglichen Arbeiten einer Hausfrau bin ich allerdings freiberufliche Musikerin, Konzertorganistin und ab Mai 2018 Kirchenorganistin.

 

Was haben Sie für das Leben in Stolberg aufgegeben?

 

Kim-Antensteiner: Bevor ich nach Stolberg gekommen bin, studierte ich am Konservatorium in Groningen. Dafür habe ich meine Karriere in Korea gänzlich aufgegeben. Um nach Deutschland umzuziehen, damit ich mit meinem Liebsten und den zwei lieben Katzen - Kater Louis (3 Jahre, 11 Monate) und Katze Mimi (7 Monate, 20 Tage) - zusammenleben kann, habe ich dann auch mein Studium abgebrochen.

 

Wurden Ihre Erwartungen hier erfüllt?

 

Kim-Antensteiner: Ja, weil mein Mann ein so liebevoller und warmherziger Mensch ist. Ich schätze mich glücklich, hier mit ihm in Stolberg zu leben. Bisher habe ich meine Entscheidung noch nicht bereut. Zudem ist Stolberg ein wunderbares kleines Städtchen mit schönen Landschaften und Wanderwegen, frischer Luft und freundlichen Leuten. Wenn dann noch der Steinweg lebendiger wäre, wäre unsere Stadt noch schöner. Eigentlich ist es sehr schade, dass unsere Einkaufsstraße fast tot ist.

 

Wie ist es mit der Verständigung in Stolberg?

 

Kim-Antensteiner: Ich habe von 1998 bis 2006 in Deutschland (Hochschule für Musik und Tanz in Köln) und den Niederlanden (Prins Claus Conservatorium Groningen, Koninglijk Conservatorium Den Haag) studiert, sodass ich kaum Probleme hatte, die deutsche Sprache zu verstehen. Jetzt hilft mir außerdem mein Mann sehr viel. Er korrigiert sofort meine Fehler. Und wenn ich ihn etwas frage, antwortet er mir freundlich und ausführlich in deutscher Sprache. Daneben schaue ich Fernsehen (Serien, Filme, ….), um auch die deutsche Umgangssprache zu lernen.

 

Wie viele Sprachen sprechen Sie denn?

 

Kim-Antensteiner: Ich spreche die koreanische Sprache, aber auch die deutsche, englische und niederländische.

 

Haben Sie inzwischen einen deutschen Pass?

 

Kim-Antensteiner: Nein.

 

Und wie sieht es mittlerweile beruflich aus, was machen Sie in unserer Region?

 

Kim-Antensteiner: Als gelernte Kirchenmusikerin werde ich ab Mai 2018 in der Evangelischen Kirchengemeinde Monschau als Organistin eingestellt. Freiberuflich arbeite ich außerdem bereits seit letztem Jahr als Klavierbegleiterin bei der Chorgemeinschaft „Humor-Harmonie-Brand“ und dem MGV der Siedlergemeinschaft Stolberg-Donnerberg. Und ich singe in der Evangelischen Kantorei Stolberg mit. Des weiteren bin ich auch als Konzertorganistin tätig.

 

Wie sieht es denn mit Heimweh aus?

 

Kim-Antensteiner: Ich habe kaum Heimweh, weil ich regelmäßig mit meiner Mutter und meinen Freundinnen telefoniere. Und im Internet bekomme ich fast alle neuen Nachrichten aus Südkorea. Auch schaue ich mir hier oft koreanische Serien und Filme, Comedy, Dokumentationen etc. an. Und ich spreche mit meinem Mann und meinen beiden Katzen viel Koreanisch. Obwohl mein Mann alles versteht, weiß ich nicht, ob das bei den Katzen auch der Fall ist. Aber das ist egal. Wenn ich nur Deutsch sprechen würde, bekäme ich vielleicht doch größeres Heimweh.

 

Hat sich Ihr Leben durch den Umzug nach Stolberg verändert? Wenn ja, inwiefern?

 

Kim-Antensteiner: Am Anfang war es mir in Stolberg schon ein bisschen langweilig, weil ich in Korea so viele verschiedene Aktivitäten gehabt hatte. Aber das Hausfrauen-Dasein war auch eine große Herausforderung für mich. Allmählich beginne ich allerdings, es zu genießen. Mein Leben hat sich in jedem Fall verändert, aber nicht negativ, sondern zum Positiven hin. Ich bin jetzt hier auch wieder wie in Korea als Musikerin tätig und habe zudem ein ausgefülltes Familienleben mit Mann und Katzen.

 

Vom 9. bis 25. Februar 2018 wurden in der südkoreanischen Region Pyeongchang die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Haben Sie diese Olympiade im Fernsehen verfolgt?

 

Kim-Antensteiner: Aber natürlich! Ich bin, was den Wintersport angeht, vor allem ein großer Fan von der deutschen Biathletin Laura Dahlmeier.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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